Dear Mr. President

Er ist es weder menschlich noch politisch wert, erwähnt zu werden. Doch jetzt nach seiner unsäglichen Rede in Polen muss einfach mal Luft abgelassen werden wegen unseres deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Foto von Joachim Gauck
„Der unbesonnene Präsident“ nennt ihn, höflich und kompetent wie immer, Heribert Prantl in seinem Kommentar in der SZ.
Der Bundespräsident spreche zu Recht von der Scham über die deutschen Verbrechen, „dabei darf er aber an der russischen Grenze keine Vollbremsung machen“, so Prantl.
Welcher Teufel ist bitte in diesen Pastor gefahren, dass er 30 Millionen sowjetische Kriegsopfer ausklammert bei dieser Rede?
Polen war Aufmarschgebiet für den Überfall des Nazi-Reichs auf die UdSSR. Um “Lebensraum im Osten” zu erobern und “jüdischen Bolschewismus” zu vernichten hausten die Nazis grauenvoll, das kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen.
Stattdessen erklärt er Putin den Krieg.
Für einen Bundespräsidenten ungebührlich scharf verlangt Gauck von Putin eine Änderung seiner Politik, die Rückkehr zu den Regeln des Völkerrechts. Und er nimmt auch das Wort Verteidigungsbereitschaft in den Mund, die man an die neue Lage anpassen werde – wieder so ein Signal des Bundespräsidenten, dass Deutschland bereit ist, seiner gestiegenen Verantwortung in der Welt notfalls auch mit Waffengewalt gerecht zu werden.
„Ein Bundespräsident hat eine andere Rolle als der Nato-Generalsekretär“, schreibt Prantl. Er scheint es nur nicht zu wissen. Das Amt hat ihm den Kopf verdreht.
Dieser Theologe missbraucht sein Amt. Er kennt den berühmten alttestamentarischen Text des Propheten Jesaja – in dem es heißt, dass die Völker ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. “Und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“
„Die Annäherung zwischen unseren Völkern kommt mir daher wie ein Wunder vor. Um dieses Wunder Wirklichkeit werden zu lassen, brauchte und braucht es Menschen, die politische Vernunft einbringen.“
Das sind Ihre Worte, Herr Präsident, warum halten Sie sich denn nicht daran?
„Die Grundlage für eine gute Nachbarschaft muss eine Änderung der russischen Politik sein“ – was für eine gute Nachbarschaft sollte das sein, bei der völlig einseitig einer seine Politik ändern muss?
Da sind Jahrzehnte von Deutschunterricht hinweg gegangen, die versuchten zu erklären, wie es sein konnte, dass selbst die vielen klugen kritischen Schriftsteller und Künstler mit Hurra in den Weltkrieg gezogen sind. Da werden Texte gelesen, Diskussionen geführt, Theater aufgeführt, um zu warnen wie Propaganda funktioniert und wie Massen aufzuhetzen sind – und nun kann man kaum mehr eine pazifistische Stimme in den gängigen Medien finden.
„Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen“ – Ihre Worte, Herr Gauck – dann schnallen Sie doch mal schon den Tornister über und lassen Sie sich die Stiefel polieren und von Frau von der Leyen mit den richtigen Feuerwaffen ausstatten.
Sie wollen ja in den Krieg ziehen.
ICH NICHT!

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2 Antworten zu Dear Mr. President

  1. crosa schreibt:

    Es scheint als ob alle noch das Bild des bösen Russen im Kopf hätten. Putin ist ein Machtmensch. Aber er scheint trotzdem seine Lektion in Afghanistan gelernt zu haben. Jedenfalls hält er sich raus, aus der Weltpolitik, ausserhalb seiner „Landesgrenzen“ Sadam war ein mieser Diktator, doch was ist jetzt aus dem Irak geworden ? DAS Beispiel schlecht hin für amerikanische Einmischungspolitik.

    Über Herrn Schröder mag man denken was man möchte, aber sein NEIN war eine Entscheidung die ich heute schmerzlich vermisse. Aber was rege ich mich auf, die Sache ist ziemlich klar. Aktuell suchen wir einen medial herzeigbaren Grund für unsere Waffenverkäufe. Wir wollen ja weltweit schließlich Nummer 3 bleiben.

    Ist noch gar nich so lange her, da waren die Anfänge der IS noch herzeigbare Demokraten die unterstützt werden sollen. Jetzt ist der Iran plötzlich ein möglicher „Verbündeter“.

    Schade, dass Herr Scholl-Latour nicht mehr unter uns weilt, er schien einer der wenigen gewesen zu sein der Verstanden hat um was es eigentlich ging.

    Wir sollten endlich aufhören uns in Konflikte ein zu mischen die wir gar nicht verstehen. Aber „wir“ werden ja offenbar eher von anderen gesteuert, und die verdienen sehr gut damit. Leider scheint es immer nur darum zu gehen, wer daran verdient. Das hilft oft beim Verstehen der waren Absichten.

    Ja, nennt mich naiv. Ich sehe das trotzdem so.

    • herr axel schreibt:

      Zumal wir immer immer immer wieder uns genau da einmischen, wo es die USA einfordern. Der Krieg in der Ukraine war doch von Anfang an kein Krieg zwischen den Ukrainern und den Seperatisten und/oder den Russen. Es ist ein reiner Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland. Muss da unser Paradepräsident auch noch Öl ins Feuer schütten? Trotz allem, mein Lieber: Einen traumhaft schönen Urlaub weiterhin euch Dreien!

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