warum gerade facebook?

geert lovink, niederländisch-australischer medienwissenschaftler und netzaktivist, rief bei der transmediale 2013 zum kampf gegen die globale macht des social-media-konzerns facebook inc auf. er glaubt an eine alternative zukunft sozialer netzwerke und sagte, es sei noch nicht zu spät, gegen die globale macht von facebook vorzugehen.

lovinkphoto

 

 

 

 

virtueller selbstmord sei eine knifflige angelegenheit, weil soziale netzwerke wie facebook es nutzern schwer machen, ihre profile zu löschen. eine knappe milliarde profile zählt das börsenunternehmen, das nun mit bang your friends und der noch perverseren app meet your friends die wohl weltweit grösste sexbörse des internets zu werden scheint.

bewegungen wie europe versus facebook oder sharemenot gehen dagegen vor. im vortrag von geert lovnik gab er handlungsempfehlungen zum kampf gegen facebook, die ich hier kurz zusammenfassen möchte. herr lovnik nahm am 31. mai 2010 an der aktion quit facebook day teil und löschte seinen facebook-account.

– menschen wollen in sozialen netzwerken interagieren. es geht nicht darum, dieses bedürfnis zu hinterfragen, sondern die art und weise, wie profile gestaltet sind und verwaltet werden.

– soziale netzwerke müssen in plattformen der kollaboration verwandelt werden, die sinnvoll genutzt und damit gestaltet werden, anstatt sie nur als umgebung für kommunikation zu nutzen. eine idee, die facebook vehement zu verhindern versucht, denn für social-media-konzerne wie facebook stellt kollaboration eine bedrohung dar.

– künstlerische positionen und praktiken sind notwendig für eine alternative zukunft sozialer netzwerke. so hat die berliner gruppe telekommunisten etwa mit thimbl ein manifest für eine neue form sozialer online-interaktionen entwickelt.

– es existieren bereits alternative soziale netzwerke, die mit 100.000 – 150.000 profilen relativ erfolgreich sind, etwa diaspora oder lorea. von diesen projekten können wir lernen, ihre ansätze müssen weiterentwickelt werden.

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geert lovink glaubt daran, dass user, künstler und aktivisten noch eine kehrtwende der sozialen netzwerk-kultur bewirken können. das potenzial sei riesig, jetzt ginge es darum zu handeln, denn wir seien drauf und dran, dieses potenzial zu verlieren, weil facebook-parties und sex-verabredungen in der bourgeoisie scheinbar interessanter und nachgefragter zu sein scheinen als ein kompetent aufgebautes soziales netzwerk für die noch mitdenkende und gesellschaftlich autonome szene.

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