die moralische verkommenheit der us-intellektuellen

ein sehr interessantes interview führte eric bailey am 17.12.2012 im dänischen magazin torture mit professor noam chomsky über die moralische verkommenheit der meisten us-intellektuellen am beispiel der demokraten, die wie die republikaner foltern und morden lassen und damit die in 800 jahren erkämpften bürgerrechte mutwillig und vorsätzlich angreifen. es wird mehr als deutlich, dass obamas politik der bushs sehr ähnlich ist und obama in vielerlei hinsicht noch deutlich weiter geht als sein vorgänger im amt.

Bild

kündigte obama doch großspurig an, den ndaa (national defense authorization act / gesetz zur nationalen verteidigung) nicht zu billigen und nicht in kraft zu setzen. mit diesem gesetz wurde dem us-militär die macht gegeben, us-bürger ohne anklage und ohne gerichtsverhandlung auf unbegrenzte zeit einzusperren. letztendlich verzichtete obama auf ein veto und hat den ndaa trotzdem unterzeichnet.

mit diesem schritt wurde eine (illegale) praxis, die schon bestand, nachträglich legalisiert. doch warum soll es überhaupt erlaubt sein, bürger ohne vorherige faire gerichtsverhandlung unbegrenzt wegzusperren? obama unterzeichnete damit einen groben verstoß gegen fundamentale menschenrechte. ein rückfall hinter die aus dem 13. jahrhundert stammende magna charta. zwar wurde dieser schwere angriff auf die elementaren bürgerrechte von bush begonnen, wurde aber unter obama tatkräftig fortgesetzt.

zu den tötungen ohne gerichtsverfahren ist festzustellen, dass obama diese weltweit betriebene mordkampagne stark ausgeweitet hat. bitte wer auf dieser welt gibt jemanden das recht, überhaupt irgend jemanden zu ermorden? darf im staatlichen auftrag überhaupt gemordet werden? die us-regierung hat ausdrücklich bestätigt, dass obama diese morde persönlich anordnet. seit es eine verfassung in den usa gibt, besagt diese, dass niemand ohne gerichtsverfahren seiner rechte (also auch seines rechts auf leben) beraubt werden darf. darf also überhaupt auf ein ordentliches gerichtsverfahren verzichtet werden? obamas de-facto-justizminister eric holder erklärte dazu, das ordentliche gerichtsverfahren werde in diesen fällen durch vorher von der exekutive durchgeführte beratungen ersetzt. hallo?!? herzlichen glückwunsch herr holder: wir müssen den mord nur vorher bereden, dann gilt das schon als ordentliches gerichtsverfahren?!?

diese frage stellt sich auch zur (angeblichen) ermordung osama bin ladens. statt wie angeordnet einen unbewaffneten und sich nicht wehrenden verdächtigen im kreise seiner familie festzunehmen, wurde dieser mensch erschossen und sein leichnam ohne vorherige obduktion im meer entsorgt. da ein mensch so lange als unschuldig zu gelten hat, bis seine schuld gerichtlich erwiesen ist, kann dieser fall nur als mord bezeichnet werden. interessant in diesem fall ist die tatsache, dass obama in den usa im zusammenhang mit den anschlägen am 11.09.2001 nie formell angeklagt wurde. acht monate nach dem 11.09. erklärte das fbi, es „vermute“, dass die anschläge in afghanistan geplant worden seien. bin laden wurde überhaupt nie erwähnt. die auch unter intellektuellen weit verbreitete einstellung, bin laden sei zu recht ermordet worden, sagt viel über die erschreckende „moralische verkommenheit“ des ganzen intellektuellen spektrums der usa aus.

Bild

als obama 2008 versprach, die cia zu reformieren, versprach er zudem, alle illegalen gefängnisse zu schliessen. und was hat sich geändert? nichts. noch immer foltert die cia häftlinge, die im rahmen des „krieges gegen den terror“ in anderen staaten gekidnappt und völkerrechtswidrig in geheimgefängnisse verschleppt werden. das berüchtigte us-militärgefängnis bagram in afghanistan gibt es immer noch und es ist wahrscheinlich das schlimmste lager in afghanistan mit den schlimmsten folterexzessen, die man sich nur vorstellen kann. auch guantánamo wird weiterbetrieben. noch immer verschleppt die cia also gefangene zum foltern in andere länder. auch dies ist seit der vereinbarung der magna charta, die zum fundament des anglo-amerikanischen rechts wurde, untersagt. schon in diesem dokument wurde ausdrücklich festgehalten, dass niemand übers meer ins ausland gebracht und dort bestraft und gefoltert werden darf.

es ist schlichtweg fürchterlich, dass sich die politik der usa – was die menschenrechte angeht – einfach nicht ändert. das erschreckende ist, dass es scheinbar reicht, nach einem hurricane in das betroffene gebiet zu fahren und ein medienwirksames trauermanagement aufzubauen, um im eigenen land als humanistischer retter der nation zu gelten. und selbst der intellektuellen elite in den usa scheinen solche gesten zu reichen, um alle verbrechen der obama-politik ungeschehen zu machen.

hier das ungekürzte interview im original:

us intellectual class is morally degenerate

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s