dreckige deals

trotz der nicht enden wollenden geheimnistuerei der bundesregierung und deren fadenscheiniger verweis auf die geheimhaltungsregel scheint es nun amtlich: deutschland liefert doch tatsächlich 200 leopard-panzer an das krisengeschüttelte saudi-arabien. es handelt sich hierbei um den wohl schlagkräftigsten panzer weltweit. ein im wahrsten sinne des wortes bomben-geschäft in milliardenhöhe für die firmen krauss-maffei und rheinstahl, ein schlag ins gesicht der menschenrechte, der freiheit und der demokratie.

die deutschen rüstungsexportrichtlinien und die bisherige praxis sehen vor, dass es aus deutschland zu keiner ausfuhrgenehmigung von rüstungsgütern in krisengebiete kommen darf. und nun in ein land, dass erst im frühjahr das kleine nachbarland bahrain militärisch unterstützte, die proteste der bevölkerung blutig niederzuschlagen. in ein land, das nichts, aber auch absolut gar nichts mit menschenrechtspraxis und demokratieverständnis zu tun haben will. während in nordafrika und anderen arabischen ländern sich das demokratieverständnis langsam in eine richtige richtung entwickelt, wird saudi-arabien nun also als schlimmster unterdrücker belohnt. herzlichen glückwunsch frau merkel, welch produktiver beitrag zum arabischen frühling.

etwas befremdlich erscheint mir die verbale munition der opposition. wollte nicht herr schröder vor 6 jahren das waffenembargo gegenüber china aufheben? Wurden nicht zwei dolphin-u-boote 2005 an israel geliefert, die zu atom-u-booten umgebaut wurden? lies sich herr schröder nicht stolz mit dem damals von der bundesstaatsanwaltschaft gesuchten terroristen gaddafi fotografieren, nachdem er waffengeschäfte mit ihm unter dach und fach gebracht hatte?

wie kann man heutzutage ernsthaft an der vision festhalten, alle seiten stets so hochzurüsten, dass ein gleichgewicht entsteht? ein blick nach afrika macht deutlich, wohin diese strategie führt. in meinen augen können waffen nie frieden herstellen. dieser zustand ist ausschließlich durch vernünftige nachbarschaftliche beziehungen zu sichern. gerade wir europäer sollten dies gelernt haben und es weitergeben.

hauptsache der rubel rollt, völlig egal ob in bahrain oder israel mit hilfe deutscher waffen irgendwann die lichter ausgehen. erschreckend genug, dass deutschland drittgrößter waffenexporteur der welt ist. unsere regierungen haben spätestens seit dem kriegseinsatz in afghanistan jegliche scham verloren, haben sich zu vasallen der usa erniedrigt. pfui spinne.

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2 Antworten zu dreckige deals

  1. crosa schreibt:

    Natürlich hast du völlig recht, allerdings scheint sich niemand daran zu stören, dass dieses Land an 3. Stelle steht, wenn es um Waffenexporte geht…. An 3. Stelle… Die Wirtschaft, der Rubel muss rollen, da wird schon mal ein Auge zugedrückt, oder 2…..

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