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Krieg gegen unsere eigenen Kinder

Die Schutzmaßnahmen gegen COVID-19 sind in Wahrheit ein erbarmungsloser Biokrieg gegen die Menschheit, allen voran minderjährige Opfer.

Die Wirklichkeit hat unsere schlimmsten Albträume eingeholt. Was seit März 2020 gesellschaftlich über Familien und Kinder — in Schulen, in jedem Haushalt, aber auch öffentlich — im Namen der „Schutzmaßnahmen“ gegen COVID-19 hereingebrochen ist, kann mittlerweile als realisierte Dystopie bezeichnet werden. Mehr noch. Wir sind gefangen in einem neuen Totalitarismus — im Namen von Gesundheit, „Schutz“ et cetera. Wir befinden uns im ersten großen Biokrieg der Menschheitsgeschichte, und das ganz ohne militärische Interventionen. Und: Es ist der erste Krieg der Menschheitsgeschichte, in dem in vielen und vorrangig westlichen Ländern auch die meisten Kinder an die Front geschickt werden — freiwillig, geräuschlos, ergeben, erbarmungslos.

„Alle unsere Irrtümer übertragen wir auf unsere Kinder,
in denen sie untilgbare Spuren hinterlassen“
— Maria Montessori (1870 bis 1952).

Der „ehrlichste“ unter allen europäischen Staatspräsidenten war Emmanuel Macron, als er am 16. März 2020 in seiner Rede zur Lage der Nation hinsichtlich der Corona-Krise gleich siebenmal von Krieg gesprochen hat:

„Wir befinden uns im Krieg, einem Gesundheitskrieg, ganz sicher. Wir kämpfen weder gegen eine Armee noch gegen eine andere Nation, aber der Feind ist da, unsicher, flüchtig und auf dem Vormarsch. (…) Wir befinden uns im Krieg.“

Was der französische Staatspräsident vermutlich nicht bedachte: Einen Krieg kann man nur gegen Menschen führen, nicht gegen ein Virus.

Dieser „Krieg gegen das Virus“ ist über die letzten 21 Monate zu einem totalen — und sinnlosen — Krieg ausgeartet, also wie jeder andere. Gegen: Grundrechte, Menschenwürde, Logik, Verstand, Vernunft und vor allem gegen die Menschheit oder schlicht das Mensch-Sein.

Zur historischen Erinnerung:

Totalitarismus und Faschismus sind geistige Kinder Europas und erst seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts existent. Zwischen 1914 und 1970 haben in allen Welt- und Bürgerkriegen, in allen totalitären Gesellschaften Europas, sowohl mit rechten als auch mit linken Ideologien, rund 100 Millionen Menschen ihr Leben gelassen. Alle totalitären Systeme Europas — Nationalsozialismus, Stalinismus, italienischer Faschismus, Francos Diktatur in Spanien et cetera — wurden nicht durch die Machthabenden, nicht durch die Führer und Befehlshaber ermöglicht, sondern ausnahmslos und immer wieder durch die tolerierende oder schweigende Mehrheit. Durch die Denunzianten, aber auch durch die Mutlosen und Ängstlichen. Durch die um ihr Hab und Gut Besorgten. Am Ende verloren fast alle dennoch alles: Hab und Gut, Ehre und Menschenwürde. Jahrhundertelang waren die Schulen Europas weitgehend ein Ort religiöser, politischer oder ideologischer Indoktrinierung und ebenso ein Ort der Gewalt. Über Jahrhunderte ging es im System Schule niemals vorrangig um Bildung, sondern um Erziehung — zu was auch immer — und um Herrschaft. Von der schwarzen Pädagogik des 19. Jahrhunderts — Rohrstock und Co. — bis zur weißen Folter des 21. Jahrhunderts — Zwangsquarantäne, Abstandsregelung, Maskenpflicht den ganzen Schultag über, dreimal in der Woche testen et cetera — führt ein gemeinsamer Pfad über die Jahrhunderte: Wir haben in einem langen, Jahrhunderte währenden Prozess den Menschen — auch den jungen Menschen — seines Subjekts beraubt und ihn zum Objekt gemacht. Die größten Menschheitsverbrechen der Geschichte, allein in den letzten 100 Jahren, erfolgten nicht in zivilem Ungehorsam, sondern in zivilem Gehorsam!

Seit März 2020, das heißt seit Beginn der sogenannten Corona-Pandemie beklemmt mich das Gefühl, als würde Europa wieder sprichwörtlich und sukzessive alle negativen Geister der letzten Jahrhunderte aus der Flasche lassen.

Menschenverachtender Zynismus

Doch eines ist zumindest in einigen sogenannten westlichen Ländern erschreckend neu: Die Totalität, und, mit Verlaub, Brutalität, mit der die „Erwachsenen“ alle ihre Ängste, Mutmaßungen, Projektionen, Neurosen, Spekulationen und Irrtümer auf Kinder und Jugendliche übertragen haben.

Wir haben erstmals in der Geschichte des Homo sapiens den Kinderschutz pervertiert in einen Schutz vor Kindern!

Das ist nicht nur hochpathologisch und unrecht, das ist menschenverachtender Zynismus.

Erstmals in der Geschichte der Menschheit — außerhalb von Kriegszeiten — wurde eine ganze Generation kollektiv traumatisiert: Spielplatz- und Schulschließungen, Zwangsquarantäne, Isolation von Geschwistern, Großeltern und Freunden. Wir haben einer ganzen Generation ungerechtfertigt, grundlos und anmaßend Lebensfreude, Freundschaft, Bildung, Ausbildung, Sport und Gesundheit, Freiheit und Selbstwirksamkeit, den Erwerb lebenslanger Kompetenzen und vieles mehr geraubt. — Mit welchem Recht? Und auf welcher evidenzbasierten wissenschaftlichen Datengrundlage?

Eines war schon im Sommer 2020, nach dem ersten Lockdown, durch unzählige internationale Studien, Auswertungen und Daten völlig klar:

Dieses Virus SARS-CoV-2 sowie COVID-19 betrifft Kinder und Jugendliche in keiner relevanten Weise. Sie infizieren sich kaum, noch spielen sie für das Infektionsgeschehen eine Rolle.

Kinder waren und sind keine „Oma- und Opa-Mörder“, zu denen sie in größtmöglichem Zynismus durch Politik und Medien gemacht wurden. Und falls Kinder und Jugendliche an diesem Virus überhaupt erkranken, dann in der Regel symptomlos oder mit mildem Verlauf.

Die US-staatliche Gesundheitsbehörde CDC gab im September 2020 Folgendes bekannt: Seit Jahresbeginn 2020 starben dreimal mehr Kinder bis zum Alter von 14 Jahren an Influenza als an COVID-19. 101 versus 31. Anders formuliert: In einem Zeitraum von gut einem halben Jahr „Pandemie“ sind in den USA, einem Land mit 328 Millionen Einwohnern, 31 Kinder an COVID-19 verstorben. Und alle diese Kinder hatten eine oder mehrere schwere Vorerkrankungen. Das ist in ausnahmslos allen Ländern dieses Planeten ähnlich.

Noch eine Zahl dazu aus Deutschland: Am 17. April 2021 veröffentlichten die deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und die deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) folgende Auswertung:

Seit Beginn der sogenannten Pandemie von April 2020 bis April 2021 wurden von rund 14 Millionen Kindern und Jugendlichen nur etwa 1.200 mit einer SARS-Cov-2 Infektion in einem Krankenhaus behandelt. Was nicht heißt, dass diese Kinder auch alle schwer erkrankt waren. Das sind 0,01 Prozent. Und von rund 14 Millionen Kindern sind acht an einer Infektion, sprich an COVID-19 gestorben. Das sind 0,00002 Prozent aller Kinder! Diese Zahlenrelation liegt eindeutig „außerhalb des Wahrscheinlichkeitsbereiches“.

Daumenschrauben weiter angezogen

Was haben die „Erwachsenen“ aus all den genannten Daten und Fakten für Schlüsse und Konsequenzen gezogen? Das staatlich/behördlich verordnete kollektive Leid der Kinder beendet? Nein! Im Gegenteil. Die Daumenschrauben der kollektiven Folter von Kindern und Jugendlichen im Namen von „Schutzmaßnahmen“ wurden und werden weiter angezogen.

Der deutsche Rechtswissenschaftler, Richter, Staatsanwalt und ehemalige Leiter des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl, stellte kürzlich korrekt fest:

„Noch nie in der Geschichte ist das Leben der Menschen außerhalb von Gefängnissen so strikt reguliert worden wie in der Corona-Zeit“.

Ich ergänze:

Noch nie in der gesamten Geschichte der Menschheit wurden einer ganzen Generation so umfassend, so kollektiv und so lange alle Rechte geraubt und ihre Bedürfnisse negiert.

Dass ein positiver Antigen-, PCR- oder sonstiger Virentest speziell in der Altersgruppe der 6- bis 18-Jährigen einmal per se gar nichts beweist oder aussagt, müsste mittlerweile auch jedem Lehrer und Elternteil bekannt sein. Ebenso, dass das stundenlange Tragen einer Maske über Monate hinweg in dieser Altersgruppe ohne Zweifel gesundheitsschädlich ist, für Physis und Psyche.

Ebenso müsste allen Verantwortlichen mittlerweile auch bekannt sein, dass ab März 2020 bis heute niemals eine Überlastung der Intensivbetten bei Erwachsenen zu beklagen war, hingegen immer wieder Triagen an den kinder- und jugendpsychiatrischen Stationen und Kliniken erfolgten!

Es wurde und wird jene Personengruppe, die de facto von diesem Virus derart gering bis gar nicht betroffen ist, so vehement mit „Schutzmaßnahmen“ traktiert wie keine andere Gruppe — von den Alten und Betagten einmal abgesehen.

Die mehr als fraglichen Massentests sowie die Massenimpfung — in ihrer Wirkung mittlerweile ebenso zweifelhaft — sind so wenig „kostenlos“ wie die mancherorts dazu verabreichte Bratwurst, sondern verursachen Millionen und Milliarden Staatsschulden, die mit Sicherheit alsbald dieser missbrauchten „Generation Maske“ aufgebürdet werden. Denkt man einmal und konsequent an ein Morgen oder die nächsten Jahrzehnte, dann muss die Frage erlaubt sein: Steuern da gegenwärtig womöglich ganze — und zudem die chronisch kinderarmen — Staaten dem kollektiven Bankrott entgegen?

Der große Missbrauch an und die Nötigung einer ganzen Generation manifestiert sich nun in nichts mehr als in dem Druck und Zwang hin zu einer Impfung der 12- bis 17-Jährigen und vielleicht alsbald aller Kinder ab dem 5. Lebensjahr. Spätestens ab diesem Punkt, bei Überschreiten dieser letzten roten Linie, stellt sich die Frage: Sind wir nicht zunehmend Zeugen (oder Ausführende) eines gigantischen Menschheitsverbrechens?

Eindeutige Datenlage

Denn auch hier, bei der Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche, ist die Datenlage so klar wie bei keiner anderen Personengruppe:

Am 16. August 2021 empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) Deutschlands die Impfung für Minderjährige ab 12 Jahren. Rund 3 Monate nach bedingter Zulassung des COVID-19-Vakzins von BioNTech/Pfizer.

Nachdem also ab Mitte August 2021 intensiv mit der Impfung von Kindern und Jugendlichen begonnen wurde, hatten wir Ende August 2021 folgenden Befund:

Beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gingen allein bis Ende August 1.228 Verdachtsmeldungen für geimpfte 12- bis 17-Jährige ein, bei denen „über mindestens eine Impfreaktion berichtet worden ist“. Davon hatten 58 Meldefälle zu Minderjährigen unmittelbar nach der Impfung eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung) entwickelt.

Bereits bis Ende September listete das PEI insgesamt 1.802 gemeldete Todesfälle nach einer COVID-19-Impfung auf, darunter fünf Fälle verstorbener Kinder. Die 12- bis 16-Jährigen seien 2 bis 24 Tage nach einer Gabe des Vakzins von Pfizer/BioNTech gestorben.

Auf der anderen Seite wurden von März 2020 bis Mitte Juli 2021 von knapp 131.000 positiv getesteten Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen insgesamt 1.225 in einer Klinik versorgt. In diesem Zeitraum, innerhalb von gut einem Jahr, sind von rund 14 Millionen Kindern in Deutschland 8 Kinder an oder mit Corona gestorben. Das waren aber weitgehend schwer vorerkrankte Kinder, die sich schon in medizinisch-klinischer Behandlung befanden.

Mit anderen Worten: Nur drei Monate nach der bedingten Zulassung des COVID-19-Vakzins von Pfizer/BioNTech und einen Monat nach selbiger für den Moderna-Impfstoff für 12- bis 17-Jährige durch die Europäische Kommission — sowie lediglich zwei Wochen nach entsprechender STIKO-Empfehlung — überstieg die Zahl der von mutmaßlichen Nebenwirkungen betroffenen Minderjährigen die Zahl aller innerhalb von 16 Monaten in einer Klinik Behandelten an oder mit der COVID-19-Erkrankung, vor welcher die Impfung schützen soll! Spätestens zu diesem Zeitpunkt wäre jeder Tierversuch eingestellt worden.

Die Liste der nach einer Impfung verstorbenen Kinder und Jugendlichen und vor allem die der gemeldeten schweren Nebenwirkungen erweitert sich seit September wöchentlich und kontinuierlich. Bei Kindern mit „Vorerkrankungen“ heißt es nun, die Impfung sei „nicht alleinige Todesursache“. Mehr Zynismus und Doppelmoral gegenüber der nachfolgenden Generation kann man sich kaum vorstellen.

Seit September und Oktober 2021 gibt es eine Übersterblichkeit bei Kindern und vor allem Jugendlichen! Möglicherweise auch wegen der zunehmenden Suizide unter Jugendlichen, die, wie so vieles, totgeschwiegen werden.

Während des gesamten „Pandemie“-Jahres 2020 gab es international im Wesentlichen keine Übersterblichkeit, schon gar nicht in Deutschland und Österreich. Aber ab September/Oktober 2021, nach ein paar Monaten Impfen ab 12 Jahren aufwärts, verzeichnen viele Länder mit sehr hoher Impfquote eine Übersterblichkeit. Die Zahl an oder mit COVID-19 Verstorbenen ist aber gleichgeblieben!

Der österreichische Ex-Kanzler Sebastian Kurz äußerte in einer Presseerklärung während des ersten Lockdowns: „Bald wird jeder Bürger in seinem Bekanntenkreis jemanden kennen, der an Corona verstorben ist.“ — Ich habe bis heute niemanden in meinem Bekanntenkreis, der an Corona verstorben ist.

Bedeutung der Vorerkrankungen

Zu Beginn der Corona-Krise war schon relativ früh klar, dass COVID-19 vor allem für alte Menschen und Personen mit Vorerkrankungen gefährlich ist. Nun zeigt ein Bericht vom 5. Oktober 2021 des „Istituto Superiore di Sanità“, Italiens oberster Gesundheitsbehörde, noch einmal eindeutig, dass vor allem Vorerkrankungen ein entscheidendes Kriterium dafür sind, ob man schwer an COVID-19 erkrankt oder im Zusammenhang mit der Krankheit verstirbt. Aus dem Bericht geht hervor, dass mehr als 97 Prozent der Corona-Toten unter teils schweren Vorerkrankungen litten.

Alle hier auszugsweise skizzierten evidenzbasierten Daten und Fakten möchte ich mit den Worten von Professor Dr. Arne Burkhardt zusammenfassen und auf den Punkt bringen. Der Pathologe mit jahrzehntelanger Erfahrung erklärte in der Pressekonferenz zur 2. Deutschen Pathologie-Konferenz:

„Bei den 10- bis 59-Jährigen besteht ein 15-mal höheres Sterberisiko durch die Corona-Impfung im Vergleich zur Corona-Infektion“.

Schweden, 1940er Jahre. Die junge Astrid Lindgren, Humanistin und Autorin von Pippi Langstrumpf, schrieb in ihr Tagebuch: „Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ — Es ist wieder einmal so weit. Vor allem Teile der Bevölkerung der USA und Europas haben vollständig und im wahrsten Sinne des Wortes den gesunden Menschenverstand verloren.

Dass aber ausgerechnet die beiden ehemals nationalsozialistischen Länder Deutschland und Österreich seit über 18 Monaten die umfassendsten, längsten und rigidesten der sogenannten Corona-Schutzmaßnahmen an Minderjährigen vollzogen haben, ist ein bitterer Anachronismus der Geschichte.

In keiner anderen Nation wurden derart lange Schulschließungen, Maskenpflicht und sinnlose Massentestungen verhängt wie in Deutschland und Österreich. Nirgendwo weltweit wurden und werden Kinder so sehr zur Corona-Impfung genötigt wie in diesen Ländern. Das alles kann auch als „Tyrannei der Gesunden“ bezeichnet werden.

Diese Tyrannei gegenüber Kindern, wenn auch unter anderen Vorzeichen, ist nicht neu: Beispielsweise wurden in keinem anderen Erdteil vom 19. Jahrhundert an bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts so viele Kinder im Namen der „richtigen Erziehung“ — schulisch wie häuslich — gezüchtigt und teils blutig geschlagen wie in Mitteleuropa. Ein trauriges, historisches Faktum. Wie „unten“, so später auch „oben“: Aus traumatisierten, gedemütigten oder misshandelten Kindern werden später zumeist Erwachsene, die wiederum andere zum Objekt — von was auch immer — machen.

In einem aktuellen Artikel in der Welt berichtet die Kinderärztin Andrea Kripp-Selke über den „neuen“ Alltag in so manchen deutschen Schulen:

„Da gibt es Tafeln, auf deren einen Seite die Geimpften stehen, auf der anderen die nicht Geimpften, die sich dann vor der versammelten Klasse regelmäßigen Tests unterziehen müssen. Da gibt es Lehrkräfte, die Kinder einzeln aufrufen und nach ihrem Impfstatus befragen: Wer geimpft ist, erhält einen Applaus, wer nicht, muss sich rechtfertigen“.

Spätestens bei solchen entwürdigenden Szenen darf und muss der Vergleich beziehungsweise eine Analogie zu den 1930er und 1940er Jahren gezogen werden: zu Totalitarismus und Faschismus, ganz gleich ob von „links“ oder „rechts“. Wenn Österreich als erstes Land dieser Welt — und wohl bald auch Deutschland — ab dem 1. Februar 2022 die Corona-Impfpflicht auch für 12- bis 17-Jährige einführen will, dann darf und muss zumindest für diese Altersgruppe auch das Wort Eugenetik in den Mund genommen werden. Angesichts der evidenzbasierten Fakten, die bisher schon vorliegen und die hier auszugsweise genannt wurden.

Wenn mit Jahreswechsel nun auch noch in Bayern — und vermutlich bald in ganz Deutschland — Kleinkinder in Kitas beziehungsweise zu Hause dreimal wöchentlich der unnötigen und entwürdigenden Corona-Testung unterzogen werden sollen, dann hat wieder einmal der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche recht: „Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer“.

Die Aufgabe der Eltern

Großes Politik- und Staatsversagen ist so alt, wie es Politik und Staat gibt.

Aber, und mit Verlaub: Wie kalt, entfremdet, empathielos und blind gehorchend ist die große Mehrheit der gegenwärtigen Elternschaft, die sich mehrheitlich so bedingungslos fügt und ihre Kinder — historisch wiederholt — freiwillig auf die Schlachtbank der Disziplinierung und Unterwerfung führt? Dieses Mal im Namen des vermeintlichen „Gesundheitsschutzes“. Den brauchen Kinder aber derzeit nicht vor Corona, sondern vor Politikern, manchen Ärzten und Virologen, dem Großteil der blind und maschinenhaft gehorchenden Lehrer und bedauerlicherweise auch vor — vielfach hilf- oder mutlosen — Eltern.

An alle Eltern:

Die ursächlichste Aufgabe von Elternschaft ist es, das eigene Kind zu beschützen. Wenn nun der Staat, die Politik, das System Schule oder wer auch immer entwürdigend und übergriffig gegenüber dem eigenen Kind ist — was, historisch betrachtet, speziell in Europa wiederholt der Fall war — dann haben sich Eltern vor ihr Kind zu stellen!

Keine (Säuge-)Tierart ist beim eigenen Nachwuchs gegenüber Fremden so blind vertrauend wie derzeit der Homo sapiens.

Aus Kindern werden Erwachsene. Und eines können nicht nur die Eltern, sondern alle Verantwortlichen der „Generation Maske-Test-und-Zwangs-Impfung“ später einmal definitiv nicht sagen: „Wir haben es nicht gewusst.“ In den Geschichtsbüchern der folgenden Generationen wird stehen: „Sie wollten nicht wissen!“

Möglicherweise haben sich auch nur endgültig die Worte des Folterers in Georg Orwells Roman 1984 erfüllt:

„Wir geben uns nicht zufrieden mit negativem Gehorsam, auch nicht mit kriecherischer Unterwerfung. Wenn sie sich am Schluss beugen, so muss es freiwillig geschehen…“

Deutschland und Österreich befinden sich wie kein anderes Land dieser Erde in einer Test-Pandemie und einer Schutz-Pathologie.

Andererseits, und welcher Zynismus, welche Doppelmoral: Seit Jahren sind allein in Deutschland rund 200.000 Kinder schwerster körperlicher Gewalt ausgesetzt. Statistisch stirbt in Deutschland ein Kind täglich an den Folgen schwerer physischer häuslicher Gewalt. Schon seit Jahren und vor Corona hat jedes zweite Kind in Europa zumindest eine chronische Krankheit. Rund 25.000 Kinder sterben weltweit und täglich an Hunger oder dessen Folgen! Das ist seit jeher auch den Milliardären und „Wohltätern“ à la Bill Gates, Elon Musk, Mark Zuckerberg  und Co. herzlich gleichgültig.

Allein in Deutschland sterben seit Jahren jährlich hunderte Kinder an Krebs! Bereits rund 33 Prozent aller Kinder Deutschlands leben in einer sogenannten Hartz-IV-Gemeinschaft. Tendenz steigend, Zukunftsperspektive gleich null. Das alles gilt auch für Österreich.

Kaum jemanden rührt all das auszugsweise geschilderte Elend. Weder Politik noch Gesellschaft. Wie unbeschreiblich tief und kollektiv verankert muss (nicht nur) in diesen beiden Ländern, Deutschland und Österreich, nach wie vor oder wieder die Kinderfeindlichkeit sein?!

Betrachten wir es, wie es ist: Wir sind alle Zeugen oder Beteiligte/Zustimmende einer großen Massenpsychose, eines kollektiven, menschlichen und gesellschaftlichen Versagens. Oder, wie es uns der große Arzt, Humanist, Philosoph und Friedensaktivist Albert Schweitzer in seiner Nobelpreisrede 1954 mahnend mit auf den Weg gegeben hat:

„Wagen wir die Dinge zu sehen, wie sie sind. Es hat sich ereignet, dass der Mensch ein Übermensch geworden ist. (…) Damit wird nun vollends offenbar, was man sich vorher nicht recht eingestehen wollte, dass der Übermensch mit dem Zunehmen seiner Macht zugleich immer mehr zum armseligen Menschen wird. (…) Was uns aber eigentlich zu Bewusstsein kommen sollte und schon lange vorher hätte kommen sollen, ist dies, dass wir als Übermenschen Unmenschen geworden sind.“

Eines zeigt vor allem auch die jüngere Geschichte Europas der letzten rund 200 Jahre mehr als eindeutig und wiederholt:

Aus dem kollektivem „Albtraum Kindheit“ folgt 20 bis 30 Jahre später immer der „Albtraum Menschheit“.

Von der schwarzen Pädagogik des 19. Jahrhunderts bis zur weißen Folter des 21. Jahrhunderts im Namen der „Medizin“ führt ein gemeinsamer Pfad: Wir haben hier in Europa, wie keine Kultur zuvor, zuallererst und immer wieder das Kind zum Objekt gemacht. Im Namen von Religion, Erziehung, Bildung, Ideologie und auch schon einmal im Namen der Medizin! Die Geschichtsvergessenheit sowie die Empathielosigkeit der derzeit „klugen“ — und in der Regel akademisierten — „Erwachsenen“ ist im doppelten Sinn des Wortes „atemberaubend“!

Hört endlich auf, gesunde Kinder krank und zum Objekt von Gefahr, Krankheit und Tod zu machen! Lasst Kinder und Jugendliche endlich in Ruhe und leben! Kinder brauchen Liebe und Nähe, nicht Nötigung und Abstand! Reißt die Masken nieder! Gebt ihnen ihre Würde und Rechte zurück. Lasst sie endlich wieder mit Freude spielen, singen, tanzen, feiern, lernen und lachen!

Der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky, der letzte Staatsmann Österreichs, der seiner Verantwortung auch gerecht wurde, pflegte gerne öffentlich und wiederholt zu sagen: „Lernt Geschichte!“

Nichts in der Geschichte Europas, speziell der letzten rund 150 Jahre, ist evidenter als diese Tatsache: Die breite Mehrheit irrt immer — oder lässt sich in die Irre führen.

Und auch das zeigt die Geschichte — speziell diejenige Europas — wiederholt: Die Mutanten der Entmenschlichung, der Dummheit, Gier und Selbstüberschätzung können tausendfach mehr Leid, Not und auch Tod verursachen als jedes Virus und jede Seuche.

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Angst essen Seele auf

Seltsam, wie wir ticken. Wir, die in den Jahrhunderttausenden der Steinzeit entstandenen Homo sapiens, noch immer werden wir von zwei Hauptimpulsen gesteuert: Angriff und Flucht. Fürs Überleben war das einst unentbehrlich. Heute ist es das nicht mehr.

Heute wäre es gut, sich dieser beiden antagonistischen Impulse bewusst zu sein. Würden wir ihre Auslöser kennen, dann würden wir von ihnen nicht mehr so leicht gesteuert wie ein Pawlowscher Hund. Heute lauert ja kein Säbelzahntiger mehr im Gebüsch, heute sind die Bedrohungen andere: da steuern uns die suchterzeugenden Algorithmen der »Megamaschine« (Lewis Mumford, Fabian Scheidler u.a.). Allerdings weniger die von autoritären Regierungen, wie Mumford noch dachte, sondern heute mehr die das Internet dominierenden Global Players. Gefährlich sind für uns vor allem die Akteure, die mehr über uns wissen als wir selbst, sei es die im globalen oder die im lokalen Raum. Das macht Angst.

Die Angst der Strippenzieher

Die uns mit dieser Angst steuern, haben aber auch selbst Angst. Sie steuern uns nicht, weil sie einen Masterplan hätten zur Steuerung des Weltgeschehens, wie viele der Verängstigten glauben. Sie steuern uns, weil auch sie Angst haben und von unbewussten Motiven gesteuert werden. Sicherheit gibt es jedoch nicht. Für die Mächtigen und Reichen gibt es nur ein bisschen mehr Sicherheit als für die Ohnmächtigen. Letztlich aber haben wir alle erst einmal nur sehr wenig von dem unter Kontrolle, was unsere Außenwelt bestimmt. Viel eher können wir über unsere Innenwelt verfügen. Durch Kenntnis unserer je eigenen Innenwelten können wir uns aus der pandemisch verbreiteten Ohnmachtsstarre lösen und in der Außenwelt aktiv werden, zusammen mit anderen Aktivisten. Kooperation lindert die Angst, kann sie sogar verscheuchen und ermöglicht so die Entfaltung einer politischen Wirkung.

Auch Corona ist ein Angstphänomen. Es gibt dieses Virus zwar, sogar in mehreren nicht zu unterschätzenden Varianten, die mehr Schaden anrichten als die üblichen Grippewellen. Leugnen und Kopf in den Sand stecken ist da kein gutes Gegenmittel. Teils noch mächtiger als das Virus selbst ist jedoch die Angst davor. Auch diese ist mächtig und verbreitet sich massenhaft. Die Möglichkeit eines Atomkriegs und die Nähe einiger bedrohlicher Kipppunkte der Ökologie (CO2, Methan, das schmelzende Eis) ängstigen uns jedoch weniger als dieses Virus. Und auch vor Zigaretten haben wir keine Angst und rufen gegen die Epidemie der Nikotinsucht keinen nationalen Notstand aus, obwohl doch Jahr für Jahr mehr als doppelt so viele Menschen an den Folgen des Rauchens sterben als an Corona-Viren. Warum ängstigt uns gerade Corona?

Terroristen und Viren

Mir scheint, dass Infektionskrankheiten uns Menschen ganz besonders ängstigen. Das passt zu narzisstischen Politikern, die sich im Streben um die besten Plätze auf den öffentlichen Bühnen mit Hilfe sensationshungriger Medien als Beschützer der Verängstigten profilieren und so ihre Popularität steigern. Für diese Beschützerdarsteller eignen sich Terroristen und politische Gegner als passende Bedrohung, ebenso gut aber auch Viren und Bakterien.

Homo sapiens wurde schon immer vor Krankheitserregern bedroht. So ist auch unser Grundgefühl des Ekels evolutionär entstanden und das Bedürfnis nach Sauberkeit. Je größer das Kollektiv eines Tieres oder eine Pflanze, umso größer die Gefahr durch Pandemien. Auch deshalb stellen Kollektive des Homo sapiens ihre politischen oder sozialen Gegner oft als unrein dar. Das gilt insbesondere für Kasten, Eliten und Rassisten, deren Selbstdarstellung zwar biologisch unhaltbar ist, sich jedoch kulturell für Abtrennung und Herrschaft eignet. Vor diesen Gegnern ‚und anderen Pathogenen‘ möchte mensch sich instinktiv mit ethnischen oder hygienischen Säuberungen schützen. Diese Art des vermeintlichen Schutzes ist für uns konkreter fühlbar und hautnäher als die Bedrohung durch eine Zunahme der durchschnittlichen Temperatur der Weltatmosphäre um zwei Grad. Wir ticken eben nicht rational genug, um große von kleinen, echte von unechten Gefahren unterscheiden zu können. Wir retten lieber Bienen als Wespen und lieber Koalabären als Stachelschweine und schützen uns lieber vor Corona als vor dem Klimakollaps, das fühlt sich einfach besser und richtiger an. Und den Gefühlen soll man doch folgen, oder?

Die Popularität strenger Beschützer

Das überraschende Ereignis dieser weltweiten Pandemie und Hysterie hat die Menschheit anderthalb Jahre lang mehr erschüttert als Kriegsgefahren und ökologische Katastrophen. Ob die eben vorgetragene Spekulation über die Ursachen richtig ist, das weiß ich nicht. Das aber weiß ich: Angst ist nur selten ein guter Ratgeber.

Wer sich vor einer konkreten Bedrohung fürchtet, hat bessere Chancen, ihr angemessen zu begegnen als der sie Ignorierende. Eine diffuse Angst vor etwas, das wir nicht verstehen, ergreift uns hinterrücks und verstärkt sich hinter den Rücken der Fliehenden noch. Sie weicht erst, wenn die Flüchtenden sich umdrehen und die Gefahr konfrontieren.

Wenn es denn wahr ist, dass alles Schlechte sein Gutes hat, was hat dann diese Pandemie an Gutem zu bieten? Hat sie uns vielleicht auf noch weit schlimmere, »echte« Krisen vorbereitet, die bereits im Landeanflug sind? Nicht wirklich, meine ich. Das politische Management der Krise finden sogar ihre Vertreter großenteils peinlich schlecht. Die Corona-Pandemie hat etliche der Superreichen noch viel reicher gemacht und die Armen (Länder und Individuen) noch ärmer. Die Pandemie hat der schon vielfach gespaltenen Weltgesellschaft weitere tiefe Risse hinzugefügt, zum Beispiel nun die zwischen Impfgegnern und denen, die kaum erwarten können, wann sie mit der Impfung dran sind. Sie hat große Teile des Kulturbetriebs verödet und  Lernen sowie menschliche Begegnung zu Online-Events gemacht. Davon müssen wir uns erst einmal wieder erholen.

Angst essen Seele auf

»Angst essen Seele auf« heißt ein Film von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1974. Dieser Film hat jedoch vordergründig gar nicht die Angst zum Thema, sondern den stumpfsinnigen Alltag einer Gesellschaft, die Andersartige ausgrenzt und diffamiert. Erst ein tieferer Blick in das Verhalten der Akteure zeigt, wie auch sie von Angst gesteuert sind. Auch eine Analyse des Phänomens der Corona-Pandemie wird tiefer forschen müssen, als ich es in diesem Text laienhaft versuchte, um zu erkennen, was die Spanische Grippe von 1918-20, die Hongkong-Grippe von 1968-70 und die Corona-Pandemie von 2020-21 in ihrer medizinischen Wirkung und der gesellschaftlichen Reaktion darauf voneinander unterscheidet. Und was sich daraus für unseren heutigen Umgang mit Pandemien und pandemischer Angst schließen lässt. Angst und Hysterie gab es ja schon immer.

Retreat? Jetzt gratis, als Lockdown

Was können wir gegen angstgetriebene Pandemien wie Corona tun? Einkehr, nach innen gehen, uns selbst erforschen? »Alles Unheil in dieser Welt geht davon aus, dass die Menschen nicht still in ihrer Kammer sitzen können«, schrieb der französische Philosoph und Mathematiker Blaise Pascal im von Religionskriegen zerrissenen 17. Jahrhundert. Wer meditieren kann, der ist auch in Pandemie-Zeiten besser dran als die Innenweltflüchtlinge. Da brauchst du dein Retreat nicht extra zu buchen, du bekommst es gratis, staatlicherseits verfügt, als Lockdown.

War ich grad eben zu zynisch? Mag sein. Die positive Seite der Meditation, des Retreats und des Alleineseinkönnens aber gibt es tatsächlich. Wer meditiert, ängstigt sich nicht mehr. Insofern ist Meditation eine gute Krisenprophylaxe. Sie macht resilient und gelassen in sich ruhend. Das war schon immer gut. Kann sein, dass wir das in Zukunft noch viel mehr brauchen als bisher.

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Die gewünschte Spaltung der Gesellschaft

Der grüne Impfpass entscheidet zukünftig darüber, wer mit wem zu welchem Zeitpunkt wie lange an welchem Ort sein darf.

Der burgunderrote Reisepass bleibt. Die Europäische Union wird ihm allerdings in wenigen Wochen einen giftig-grünen Pass hinzufügen. Der soll dann neben der Erlaubnis zum Grenzübertritt zum Passieren von Türschwellen bei Wirtsstuben, Portalen von Opernhäusern und Drehkreuzen bei Sportveranstaltungen berechtigen und vielleicht auch beim Einkauf die automatische Schiebewand öffnen. 

Dem digitalen Zeitalter entsprechend kommt der „grüne Pass“ per „schnelle Antwort“ (QR) aufs Smartphone. Nicht die Staatsbürgerschaft wird mit ihm nachgewiesen, sondern der Gesundheitszustand beziehungsweise das, was Virologen gemeinsam mit der Pharmaindustrie per Nadelstich als solchen definiert haben. Weil zurzeit zu wenige Nadeln vorhanden sind, gewährt die EU-Kommission — in ihrer Großzügigkeit — auch für das in die Nase eingeführte Wattestäbchen einen Passierschein, freilich nur, wenn die Virenlast knapp unterhalb der Stirnhöhle einen bestimmten Wert nicht überschreitet und auch dann nur für wenige, allerhöchstens 72 Stunden.

Wir erleben gerade ein Meisterstück des Zusammenspiels von Big Pharma, EU-Kommission, und Medien. Es scheint dieser Troika zu gelingen, den seit langer Zeit schwersten Eingriff in die Persönlichkeit eines jeden und einer jeden Einzelnen als Erleichterung und Öffnungsschritt zu verkaufen.

Tatsächlich ist die von einer Impfung beziehungsweise Testung abhängig gemachte Zugangskontrolle zum gesellschaftlichen Leben — und nichts anderes stellt der sogenannte grüne Pass dar — ein Riesenschritt in Richtung einer weiteren Spaltung der Gesellschaft, vorläufig in — angeblich — Gesunde und — angeblich — Kranke beziehungsweise Geimpfte und nicht Geimpfte.

Dieses System, einmal eingeführt, ist leicht ausbaubar für die Trennung in Angepasste und Aufmüpfige, Mitläufer und Kritiker, „gute“ und „böse“ Staatsbürger. Das Virus kann zur Trägerrakete für ein EU-europäisches Sozialkreditsystem à la chinoise werden. Die scheinbar beiläufig gleichzeitige Zensurwelle gegenüber maßnahmenkritischen Portalen via YouTube, Facebook und Twitter gibt einen Vorgeschmack auf eine künftig gewünschte Gleichförmigkeit. Auch die Heftigkeit, mit der von Brüssel abwärts gegen Russland und insbesondere seine deutschsprachigen Medien vorgegangen wird, auch deshalb, weil sie die Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland kritisieren, lässt eine gesellschaftspolitische Zukunft erahnen, die heute auf dem gesundheitspolitischen Parkett geprobt wird.

Was der „grüne Pass“ vom ersten Tag seiner Einführung an jedenfalls sein wird, ist ein permanenter Aufenthalts- und Bewegungsmelder seines Trägers. Jeder schnelle Kaffee wird registriert, die kulturellen und sportlichen Vorlieben ebenso gespeichert wie grenzüberschreitende Bewegungen, auch solche innerhalb eines Staates, wenn Regierungen wie gehabt mit Inzidenzzahlen operieren und Regionen oder Stadtteile nur jenen offen stehen, die geimpft sind. Der Mensch verkommt zum Albtraum wandelnden QR-Code.

Mit dem grünen Impfpass und seinen Berechtigungen schleicht sich eine neue Autorität zwischen BürgerIn und Staat ein: der Pharmakonzern mit seinen Virologen.

Denn an sie treten EU-Kommission und nationale Regierungen mit dem Auflegen dieses Passes die Definitionshoheit über Bewegungs- und Aufenthaltserlaubnisse ab. Die Einnahme eines Serums, von dem bis zum heutigen Tag niemand sagen kann, ob der damit Geimpfte nicht ansteckend bleibt, bestimmt über Grund- und Freiheitsrechte. Noch vor zwei Jahren hätte man einen solchen Zustand als dystopisch bezeichnet; wer es heute tut, wird nicht ernst genommen oder gar verleumdet.

Bevor der Staat die exklusive Hoheit über seine BürgerInnen erringen konnte, waren multiple Herrschaftsverhältnisse an der Tagesordnung. Der Feudalherr beanspruchte seine Rechte über den Untertan, der Landesherr wiederum andere. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich die Ermächtigung zur Mobilität in einer Hand. Das Passwesen trug dem Rechnung; anstelle von passähnlichen Visa, die von verschiedenen Institutionen für einzelne Zielgruppen und meist nur für bestimmte Reisen ausgegeben wurden, kam der allgemein gültige staatliche Reisepass in Gebrauch. Bewegungsfreiheit wurde zu einem allgemeinen staatsbürgerlichen Grundrecht.

Einem Bürger den Reisepass zu verwehren war und ist nur in ganz wenigen Ausnahmefällen, zum Beispiel bei hoher Steuerschuld, zulässig. Mit dem Corona-Management wird nun erstmals — freilich vermittelt über die Staatsorgane und die EU-Kommission — ein Produkt beziehungsweise dessen Verabreichung zum Dreh- und Angelpunkt, um Grenzen überschreiten zu dürfen, ob das nun Staatsgrenzen oder Eintrittsgrenzen anderer Art sind. Dass dahinter auch wirtschaftliche Interessen stehen, sind doch die Impfdosen von Pfizer und anderen ein Riesengeschäft, stellt für geschulte Kapitalismus-Kritiker keine Überraschung dar.

Nun könnte man einwenden, es ginge beim grünen Pass und der Corona-Politik in Brüssel, Berlin und Wien doch um die Volksgesundheit. Immerhin handle es sich bei COVID-19 um eine Pandemie, die es einzudämmen gelte. Abgesehen davon, dass es unterschiedliche Einschätzungen über die Schwere der Seuche gibt, sollte bei der Kritik am grünen Pass der damit einhergehende Überwachungsstaat im Mittelpunkt stehen. Die Redlichkeit der deutschen oder der österreichischen Regierung und noch mehr der EU-Kommission in Bezug auf ihre gesundheitspolitischen Aussagen muss bezweifelt werden. Da ist zu allererst die unbestreitbare Tatsache, dass es seit Jahrzehnten gerade das Gesundheitssystem war, welches im Auftrag Brüssels überall in der EU zu drastischen Einsparungen angehalten worden war.

Die katastrophale Lage in Italien oder Spanien angesichts der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 zeugt von dieser verheerenden Politik im Zeitalter des Neoliberalismus. Und die aktuelle Weigerung der EU, zum Beispiel das russische „Sputnik V“ als Impfstoff anzuerkennen, zeigt, dass es den Damen und Herren in den Führungsetagen mehr um Geopolitik als um Gesundheit geht. Und zuletzt wäre dann noch die bereits angesprochene Unsicherheit, ob denn die vorhandenen Impfstoffe überhaupt geeignet sind, Ansteckungen zu vermeiden. Vor dem Hintergrund milliardenschwerer Geschäfte von Big Pharma muten solche Einwände allerdings kleinlich an.

Dass es auch ohne permanente Bewegungs- und Aufenthaltsmelder wie den grünen Pass geht, zeigen fast alle Länder rund um die Europäische Union.

In Serbien zum Beispiel braucht es weder für den Restaurant- noch für den Theaterbesuch eine digitale Kontrolle, einzig vor dem Theater wird bei den Ankommenden Fieber gemessen. Ansonsten gibt es Indoor-Abstandsregeln und Maskenpflicht, und bei größeren Sportevents braucht es Händedesinfektion mit staatlich festgelegtem Alkoholgehalt von mindestens 70 Prozent.

Russland ist verglichen mit der EU-europäischen Corona-Politik ein freies Land. Als einzige Einschränkung bei kulturellen Veranstaltungen dürfen nur jeweils 50 Prozent der Sitzplätze verkauft werden.

In der Moskauer Metro müssen Masken und Handschuhe getragen werden; wie in anderen Fragen auch, hält sich nur die Minderheit der Bevölkerung an die Verordnung.

Die Schweiz wiederum zeigt auch im Corona-Regime Souveränität. Hotels, Restaurants, Museen, Theater und Freizeitparks sind geöffnet. Tests oder Impfungen sind für all diese Einrichtungen nicht erforderlich, Abstandsregeln reichen aus.

Im Kampf gegen COVID-19 zeigt sich wieder einmal, dass es jenseits der repressiven Politik in Berlin, Wien und Brüssel auch noch ein anderes Europa gibt. Auch jenes des Europarates, der parlamentarischen Versammlung von 47 Staaten — alle außer Belarus. In seiner Resolution 2361 vom Januar 2021 fordert er alle Mitglieder auf, „sicherzustellen, dass die Bürger darüber informiert werden, dass die Impfung NICHT verpflichtend ist und dass niemand politisch, sozial oder anderweitig unter Druck gesetzt wird, sich impfen zu lassen, wenn er dies nicht möchte“.

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An meinen Sohn

Durch Kinderaugen gesehen ist die schöne neue Corona-Realität noch härter und grausamer als sie uns erscheint.

Über Kinder und ihr Schicksal in der Maßnahmenrepublik Deutschland wird derzeit viel gesprochen. Mit Kindern redet selten jemand darüber, jedenfalls nicht öffentlich. Werden schon Erwachsene von „ihrem Staat“ wie Kinder behandelt, bleibt für den Nachwuchs nur noch der Platz ganz, ganz unten auf der sozialen Stufenleiter. Sie werden nicht geliebt und gefördert, sondern gefürchtet — als Krankheitsüberträger. Sie werden nicht zusammengeführt, sondern — je nach der Corona-Ideologie ihrer Eltern — voneinander getrennt. Statt Vertrauen erhalten sie Befehle, ihre Gesundheit andauernd unter Beweis zu stellen. Obwohl unschuldig, werden sie Maßnahmen ausgesetzt, die sich wie Strafen anfühlen — bis hin zu wochenlangem Hausarrest. Geben ihre Eltern dem Verlangen der Schule nach, müssen sie körperliche und seelische Martern erdulden; stellen sich die Eltern schützend vor sie, bleiben sie zuhause isoliert. An meinen Sohn:

Mensch Kind, ich weiß es doch auch nicht. Sollen wir die Kitas jetzt dicht machen und alle Kinder nach Hause schicken? Oder sollen wir eisern versuchen, ein kleines Terrain für dich und deine Freunde zu sichern, indem ihr etwas geschützt seid vor dem Irrsinn, der durch die Welt tobt?

Du nimmst Schaden. So oder so.

In einer institutionellen Kinderbetreuung gibt der Staat den Ton an. Lediglich die Lautstärke etwas mindern und die schrillen Töne rausnehmen — das könnten wir erziehende Eltern, wenn wir denn wollten. Wir könnten auch erkennen, was euch bedrückt, könnten mit einem Augenzwinkern nicht reglementieren, wenn es wieder aus euch herausbricht. Es ist doch eure Art des Widerstandes, wenn ihr anfangt, im Garten Bäumchen und Sträucher rauszureißen, wenn ihr uns Erwachsenen mehr und mehr aus dem Weg geht und wenn ihr das wilde Toben jeder anderen Bewegung vorzieht.

Und zu Hause in bedrückender Enge mit Erwachsenen, die euch eingebläut haben, dass ihr die Welt vor euch selber schützen und mitunter sogar im Wohnzimmer maskiert sein müsst, ist alles für euch verloren, was ihr eigentlich braucht. Denn was ihr braucht, ist:

Sicherheit durch geliebte und ungeliebte Routinen, gelassene und ausreichend sinnvoll beschäftigte Eltern, dazu Herausforderungen, die euch stark, mutig, anständig und klug werden lassen und wirkliche Fürsorge, die nichts aber auch gar nichts zu tun hat mit feuchten Lappen vor Nase und Mund, gesperrten Spielplätzen und Freibädern, Entzug von Spielkameraden und großelterlicher Unterstützung.

Wie ist das für dich, Kleiner, wenn du im Garten einer befreundeten Familie spielst und wenn du zur Toilette musst, verweigert dir der Hausherr den Zugang wegen der Infektionsgefahr? Wie ist das für dich, ach Kind, wenn deine Eltern diese Menschen weiter als Freunde bezeichnen, weil sie sonst keine mehr haben? Und was geschieht in dir, wenn dein Vater, ein gestandener Mann, beschämt den Lappen hochzieht, wenn eine Unbekannte ihn auf offener Straße ankeift?

Als die Erzieherin angefangen hat, Kindern beim Eintritt in die Kita einen schönen Stempel auf die Hand zu drücken, weil die Eltern brav Vollzug des Tests an dir gemeldet haben, hattest DU keinen schönen Stempelaufdruck auf deiner Hand. Versteckst du sie hinter deinem Rücken, diese Hand?

Apropos Hände. Vielleicht ist es besser, nichts wird darauf gedruckt. Denn deine Hände sind kalkweiß und aufgedunsen, haben rötliche tiefe Risse. Eine Erzieherin hatte dir gesagt, du sollst dir nicht ins Gesicht fassen. Aber das tun deine Hände… Also musst du den ganzen Morgen Hände waschen — immer und immer wieder. Desinfektionsmittel zu Hause erledigen dann den Rest.

Vierzehn Tage Hausarrest war noch vor ein paar Monaten eine Kindeswohlgefährdung. Jetzt ist es Fürsorge und die Behörde droht schon mal mit Kindesentzug, wenn deine Eltern dich nicht isolieren und einsperren.

Der nette Herr vom Kinderschutzbund spricht dagegen. Man müsse da doch Augenmaß behalten und den gesunden Menschenverstand nutzen und natürlich müssen die Kinder nach draußen. Er möchte weder genannt noch zitiert werden.

Also auch auf diese Menschen kannst du nicht hoffen.

Später wirst du erfahren, dass eine immer größer werdende Menge von Kindern auf der ganzen Welt gerade verhungert, noch mehr Kinder schlimmster Gewalt ausgesetzt sind und dass die Maßnahmen, mit denen man dich angeblich schützen möchte, deine Altersgenossen in tiefste Armut stoßen, verletzen und töten. Du wirst das alles irgendwann wissen, weil das jetzt keiner wissen will. Die Wahrheit ist die größte Macht und nichts kann sie berühren. Sie kann nur sichtbar werden.

Vielleicht aber weißt du es jetzt schon, ohne dass du Worte dafür hast. Deine traurigen Augen, dein ständig sondierender, misstrauischer Blick, der Verlust deiner Unbefangenheit, deiner Leichtigkeit und deiner fröhlichen Unbekümmertheit in der Gemeinschaft deiner Freunde sprechen dafür.

Kind, versteh‘ doch: Es gibt keine Sicherheit. Es gibt nichts, woran du dich halten kannst, damit du dich in Ruhe entwickeln und entfalten kannst. Du bist schon jetzt im Überleben statt im Erleben angekommen — zwanzig Jahre zu früh. Und solltest du dir tatsächlich eine eigene Wahrnehmung erlauben und für dich interpretieren, wird ganz bestimmt ein erneuter Test das Gegenteil beweisen.

Wenn Oma/Papa/Nachbar doch stirbt, dann bleibt die tiefe Gewissheit, dass du etwas damit zu tun hast. Denn du warst nicht brav.

Ach Kind, deine grenzenlose Loyalität tut weh, denn sie verhindert eines Tages die Vergebung. Es ist dein Vater, der deine Erzieherin denunziert hat, weil sie sich einen menschlichen Umgang mit dir erlaubte.

Und das ist das Traurigste von allem.

Wirklich perfide ist aber, dass dir als Ausweg die Spritze präsentiert wird.

Früher haben wir auf den städtischen Spielplätzen die Spritzen der Junkies abgesammelt, damit ihr euch nicht verletzt.

In deinem Kopf wird es sich festsetzen: Wenn es dir schlecht geht, wenn du verzweifelst an der Enge und Rigidität deiner Welt, — die deine Phantasie getötet hat — wirst auch du an die Erlösung durch Spritzen, Tabletten und „Maßnahmen“ glauben. Nur nie wieder an dich selbst.

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RKI räumt ein: Geringe Evidenz für eine Wirksamkeit der Impfung bei alten Menschen

Es steht im Kleingedruckten einer 74-seitigen Fachpublikation, die vom Robert Koch-Institut (RKI) am 8. Januar veröffentlicht wurde: Die Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs ist in der Altersgruppe über 75 Jahre „nicht mehr statistisch signifikant“ schätzbar. Aussagen über die Wirksamkeit seien daher „mit hoher Unsicherheit behaftet“, die Evidenzqualität für eine Wirksamkeit bei alten Menschen „gering“. Man darf fragen: Warum empfiehlt das RKI dann die Impfung?

Betrachtet man die Berichterstattung in den großen Medien, dann springt einem überall eine Zahl entgegen: Die Wirksamkeit des Impfstoffes betrage „95 Prozent“. Die Tagesschau hatte schon Anfang Dezember unter der Überschrift „Keine Bedenken gegen Biontech-Impfstoff“ entsprechend berichtet:

„Wenige Tage vor der Entscheidung über eine Notfallzulassung in den USA hat die Arzneimittelbehörde FDA dem Impfstoff von Biontech und Pfizer ein gutes Zeugnis ausgestellt. Es bestehe eine hohe Schutzwirkung, hieß es. (…) Zudem bestätigte die FDA Angaben von Pfizer und Biontech, dass ihr Impfstoff zu 95 Prozent wirksam ist.“

Der SPIEGEL zitierte vergangene Woche eine Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) – das in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen verantwortlich ist –, wo diese Zahl ebenfalls wiederholt wurde:

„Die Schutzwirkung gegen eine Covid-19-Erkrankung beträgt nach der zweiten Impfdosis bei Moderna sowie bei Biontech/Pfizer ungefähr 95 Prozent, bestätigte der PEI-Präsident Cichutek. Damit seien fast alle Menschen mit einer Impfung geschützt, bis auf wenige Ausnahmen. Bisher seien das aber vor allem ’statistische Unsicherheiten‘, konkrete Fälle einer Nichtwirksamkeit gibt es in Deutschland bisher noch nicht.“

Statistische Unsicherheiten? In einer Fachpublikation des RKI, dem „Epidemiologischen Bulletin“, wurden am 8. Januar die Studienergebnisse von Biontech und Moderna, die der amtlichen Zulassung zugrunde liegen, detailliert auf 74 Seiten vorgestellt. Autoren sind die Mitglieder der AG Covid-19 der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim RKI. Offenbar haben viele Journalisten ein gründliches Studium der dort dargelegten Einzelheiten bislang nicht für nötig gehalten. Ansonsten müssten die aktuellen Schlagzeilen anders lauten. Denn das Papier enthält Sprengstoff – der allerdings mit Rhetorik und Fachjargon kaschiert wird.

„Effektivität der Impfung mit hoher Unsicherheit behaftet“

So heißt es in dem Dokument mit Blick auf den Biontech-Impfstoff, die Wirksamkeit der Impfung sei bei Menschen ab 75 Jahre „nicht mehr statistisch signifikant“ schätzbar und „mit hoher Unsicherheit behaftet“. Anders gesagt: Inwieweit alte Menschen durch die Impfung vor Corona geschützt sind, ist vollkommen unklar. Im RKI-Papier liest sich das so (S. 27):

„Der Endpunkt Covid-19-Erkrankung [das Ereignis, das durch die Impfung verhindert werden soll] wurde in der Studie als erster primärer Endpunkt (…) erhoben. Tabelle 8 zeigt, dass die Impfeffektivität bezogen auf diesen Endpunkt 95 % betrug. Auch in der altersstratifizierten [nach Alter gestaffelten] Analyse zeigten sich vergleichbar hohe Effektivitätsschätzer [Prozentwerte zur Schätzung der Wirksamkeit], die allerdings bei kleiner werdenden Altersgruppen bzw. Fallzahlen teilweise weite Konfidenzintervalle [Schwankungsbreite möglicher Messfehler] aufwiesen bzw. nicht mehr statistisch signifikant waren. In der höchsten Altersgruppe (≥ 75 Jahre) ist daher eine Aussage über die Effektivität der Impfung mit hoher Unsicherheit behaftet.“

Aus der veröffentlichten Tabelle ist zu entnehmen, dass weniger als 5 % der insgesamt etwa 40.000 Studienteilnehmer über 75 Jahre alt waren – also zu der Gruppe gehören, die mit der Impfung vorrangig geschützt werden soll. Daher sind auch die absoluten Zahlen der Covid-Infizierten in dieser Altersgruppe verschwindend gering: In der geimpften Hälfte sind es 0 von 774, in der anderen Hälfte, die ein Placebo erhielt, 5 von 785. Rein rechnerisch beträgt die Impfeffizienz bei den Alten damit 100 % (5. Zeile der Tabelle), da eben keiner der Geimpften erkrankte. Doch aufgrund der absurd niedrigen absoluten Zahlen (null, fünf) liefert die Studie eine ebenso absurd riesige Schwankungsbreite („Konfidenzintervall“), die von -13 % bis 100 % Wirksamkeit reicht.

Ohne Impfstoff besser geschützt?

Der von den Studienautoren berechnete negative Wert von -13 % bedeutet, dass es durchaus im Rahmen des Wahrscheinlichen liegt, dass alte Menschen ohne Impfstoff sogar besser vor Covid-19 geschützt sein könnten als mit Impfstoff. Das alarmierende Fazit lautet: Man kann aus den vorliegenden Daten zur Zeit keine seriöse Aussage über die Wirksamkeit der Impfung bei alten Menschen treffen, also gerade bei denen, um deren Schutz es gehen soll – und die derzeit zu Hunderttausenden geimpft werden.

Beim Moderna-Impfstoff sind die absoluten Zahlen der getesteten Menschen über 75 Jahre sogar so niedrig und die Unsicherheit einer Wirksamkeit damit so hoch, dass in den Papieren zu dieser Altersgruppe überhaupt kein Konfidenzintervall mehr angegeben wird (S. 28, Tabelle 9, 4. Zeile).

Impfstoff laut Studiendesign nicht darauf angelegt, Leben zu retten

Die vermeintlich 95 prozentige Effektivität – über alle Altersklassen gerechnet – ergibt sich aus einem sehr speziellen Studiendesign: Als erfolgreich gilt der Impfstoff nicht etwa, wenn er eine schwere Erkrankung, eine Krankenhauseinweisung oder gar den Tod verhindert, sondern bereits dann, wenn er eine simple Covid-19-Infektion verhütet, die bekanntlich in den meisten Fällen symptomfrei verläuft. Das hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres Peter Doshi, Mitherausgeber der medizinischen Fachzeitschrift The BMJ (vormals „British Medical Journal“).

Es bedeutet, dass es Biontech und Moderna zur Behauptung der Wirksamkeit im Wesentlichen ausgereicht hat, zu messen, dass Menschen in der Placebo-Gruppe „einen Husten und einen positiven PCR-Test haben“, so Doshi, und nicht etwa, dass diese Nichtgeimpften auch schwer erkrankten. Das Ziel – die Impfstoffzulassung – ist so natürlich viel leichter zu erreichen.

Grenzt man das Ziel der Impfung sinnvollerweise aber so ein, dass tatsächlich eine schwere Erkrankung verhindert wird (was wohl als grundsätzlicher Zweck einer Impfung gelten kann und was Regierung und Medien auch seit Wochen in ihren öffentlichen Aussagen nahelegen), dann weist die Studie beim Biontech-Impfstoff nur noch eine Effektivität von 75 % aus (S. 27, Tabelle 8, dritte Zeile von unten). Doch auch dieser Wert steht unter dem Vorbehalt einer extrem hohen Schwankungsbreite, wiederum begründet in der niedrigen Zahl untersuchter Fälle.

Konkret: Von den mehr als 20.000 geimpften Studienteilnehmern erkrankte einer schwer, aus der ebenso großen Placebo-Gruppe waren es vier. Aus dem Verhältnis von eins zu vier ergibt sich die vermeintliche „75 % Effektivität“. Hypothetisch bedeutet das aber auch: Wäre von den über 20.000 Geimpften nicht einer, sondern wären zwei Menschen schwer erkrankt, dann läge die rechnerische Wirksamkeit, eine schwere Erkrankung zu vermeiden, nur noch bei 50 %. Man muss es deutlich sagen: Auf so wackligen Zahlen ruht die internationale Impfkampagne. In der EU wurde der Biontech-Impfstoff auf dieser Grundlage am 21. Dezember zugelassen.

Nebenwirkung Gesichtslähmung?

Dazu kommt: In der geimpften Gruppe von Biontech (etwa 20.000 Personen) kam es zu einer Reihe von schweren Nebenwirkungen, die in vier Fällen als „impfstoffbezogen“ bezeichnet werden, darunter eine Herzrhythmusstörung. In vier weiteren Fällen, die als „möglicherweise durch die Impfung verursacht“ gewertet werden, traten Gesichtslähmungen auf, die laut Studie „vorübergehend“ („transient“) waren und in einem Fall erst mehr als sechs Wochen nach der Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis auftraten. (S. 31)

Zusammengefasst mit den zuvor genannten Erkenntnissen bedeutet das: In derjenigen Hälfte der Versuchsgruppe, wo ein Placebo verabreicht wurde, erkrankten vier Personen schwer an Covid-19, in der geimpften Hälfte hingegen erlitten mindestens vier Personen eine impfstoffbezogene schwere Nebenwirkung.

„Sehr geringe Evidenzqualität“

Zur „Vertrauenswürdigkeit der Evidenz“ heißt es im RKI-Papier mit Blick auf die Impfstoffe von Biontech und Moderna, die Evidenzqualität für die Annahme, dass die Impfung Covid-19 verhindere, sei allgemein „moderat“, in der Altersgruppe ab 75 Jahre jedoch „gering“. Für die These, dass die Impfung eine Krankenhauseinweisung verhindere (worum es laut Politik und Medien ja vor allem geht), gebe es sogar nur „eine sehr geringe Evidenzqualität“. (S. 33)

Insbesondere die Jens Spahns Gesundheitsministerium nachgeordneten Behörden RKI und PEI (Paul-Ehrlich-Institut), denen all das gründlich bekannt ist, müssen sich daher fragen lassen, in wessen Interesse sie die Zulassungsentscheidung für Impfstoffe getroffen – beziehungsweise deren Verwendung empfohlen – haben, deren Wirksamkeit in der entscheidenden Gruppe der Bevölkerung bis heute nicht belegt ist. Denn solange die Wirksamkeit nicht geklärt ist, muss über Sicherheitsfragen erst gar nicht diskutiert werden.

Das Fazit aus all diesen Informationen ist so aufwühlend wie bitter: Angesichts der zur Zeit laufenden Massenimpfungen erscheint es geradezu kriminell, dass die hier aufgeführten, leicht zugänglichen Fakten weder von den verantwortlichen Behörden, noch von Journalisten der großen Medien in angemessenem Maße öffentlich thematisiert werden – so dass die Bevölkerung auch tatsächlich eine informierte Entscheidung über die Impfung treffen kann.

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Die Pandemie der Feigheit

Den meisten Menschen unserer Epoche fehlt es grundlegend an Mut — ohne diesen ist ein erfülltes Leben jedoch unmöglich.

„Wer nicht furchtlos ist, braucht Mut“, sagt ein Sprichwort. Wer sich seinen Ängsten stellt, immer wieder, wird feststellen, dass sein Mut wächst, jedes Mal ein kleines Stück. Ganz so, wie man Muskeln durch Benützen trainiert. Dagegen schwächt uns die Erfahrung, uns feige verhalten zu haben, erheblich. In der Folge kann es mit unserem Selbstvertrauen und unserer Lebensfreude massiv bergab gehen. Ohne Mut sind wir auch zu leicht Knetmasse in den Händen derer, die uns zu manipulieren und auszunutzen versuchen. Die größte Angst ist jene vor dem Tod. Wer auf der Klaviatur dieser Urangst spielt, kann mit Menschen — wie das Beispiel Corona zeigt — so gut wie alles machen. Nur wenn wir uns aufraffen und Mut fassen, wird 2021 im eigentlichen Sinn ein „Neues Jahr“ werden. Oder will jemand dasselbe wie 2020 noch mal erleben?

Man hat uns falsch erzogen über Jahrtausende. Man gab uns jede Menge Spielzeuge; heute ist die Welt voller Spielzeuge, vor allem die Welt der Erwachsenen. Man gab uns Ablenkung, Drogen, falsche, inhaltsleere Ideale. Man gab uns sogenannte Religionen — es waren Religionen der Macht und der Unterwerfung. Die angeblich aufgeklärte Menschheit ist von sich selbst überzeugt, keiner Religion anzuhängen, sondern der Vernunft zu vertrauen, doch unsere Religion ist immer noch der Glaube an Macht und Unterwerfung, egal wie es heute genannt wird.

Man gab uns Regeln, denen wir zu gehorchen hatten, und das tun wir immer noch. Hinterfragen und Anzweifeln ist Sünde, Nichtbefolgen war und ist auch Sünde. Und noch heute, im 21. Jahrhundert, ist die halbe Weltbevölkerung für die sogenannten modernen Religionen sündig allein deshalb, weil sie weiblich ist. Wo bleibt hier die Vernunft dieser vernünftigen Gesellschaft?

Wer sind wir eigentlich?

Unsere Welt ist eine Welt voller unterwürfiger Feiglinge. Wir wurden über Jahrtausende dazu erzogen, sozialisiert. Da „alle so sind“, denken wir, das sei „normal“. Wenn wir ehrlich darüber nachdenken, erkennen wir aber ganz schnell, dass dies eine große Lüge ist. Es geht nicht darum, blinde Gewalt auszuüben, es geht nicht einmal darum, irgendeine Gewalt auszuüben. Es geht darum, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, auch der eigenen Wahrheit über sich selbst und die eigenen Beweggründe, mit all den Ausreden. Und dann eine Entscheidung zu treffen und sie entsprechend in die Tat umzusetzen. Erkenntnis ohne Konsequenz für das Handeln und die Art zu leben ist keine Erkenntnis, es ist ein Selbstbetrug.

Es gibt eine Wahrheit, die auch von den Religionen zumeist verleugnet wird und in der modernen Wissenschaft sowieso: Wir sind nicht unser Körper. Wir sind geistig-seelische Wesen, welche in einem Körper wohnen. Das haben wir vergessen, weil man uns das hat vergessen lassen. Weil wir aufgrund dieses Vergessens manipulierbar sind, voller Angst und Unsicherheit. Weil es uns von uns selbst entfremdet.

Jetzt stehen wir da und fürchten um unseren Körper. Wir nutzen nicht unser Potenzial, welches in Seele und Geist steckt, um den Körper zu stärken. Und wir nutzen nicht unseren Körper als Werkzeug für die Seele und den Geist. Etwas steht hier auf dem Kopf. Es wurde mit Absicht auf den Kopf gestellt, doch können wir jederzeit die Entscheidung treffen, diese Wahrheit wieder richtig hinzustellen und danach zu leben. Es benötigt einfach nur unsere innere Entscheidung, an der wir beschließen festzuhalten, was auch kommen mag, egal was kommt. Viele ahnen es schon lang oder wissen es gar. Doch nur wenige ziehen Konsequenzen daraus.
Wenn ich bloß nicht so eine Angst hätte…

In Angst verharren, ohne gegen sie anzuarbeiten, ohne zu üben, sie zu überwinden, ist auch eine Entscheidung. Angst ist dann eine ewige Ausrede vor sich selbst und vor anderen. Sie wird gerne anders genannt, zum Beispiel „Besonnenheit“, „Vorsicht“, „Rücksicht“, „Friedfertigkeit“, „der Klügere gibt nach“, „Sanftmut“ oder gar „spirituell“, „erleuchtet“, „halte auch die linke Wange hin“. Das ist eine Erhöhung der Feigheit, die einen selbst mitsamt seinen Lieben in Sklaverei treibt.

In der Angst steckenzubleiben heißt, sein Leben zu reduzieren und zusätzlich das Leben seiner Familie, seiner Kinder, seiner Mitmenschen. Das ist nicht, was Liebe ist. Angst ist immer Unfreiheit, Unterordnung, Illusion, Angst führt auf den Weg in die Sklaverei.

Wo ist die Liebe?

Wo ist die Liebe ohne diese ständige Ausrede? Wann leben wir endlich eine unbeschnittene, nicht reduzierte Liebe? Wo sind unsere Ideale, wo ist die höchste Version, die wir von uns selbst haben? Sein ganzes inneres Potenzial anzustreben, es immer mehr ins Leben zu holen, nicht, um darüber zu reden, sondern um es zu nutzen in der Tat, im Handeln — das ist, was Liebe bedeutet, Liebe für sich selbst und seine Mitmenschen. Sein Potenzial verkümmern zu lassen, sein Leben nicht zu leben, dem Leben auszuweichen mit einer Unzahl von Ausreden und somit seine Aufgabe für die Menschen und die Welt zu verweigern, das ist nicht Sanftmut, ist nicht spirituell, ist nicht Rücksichtnahme, es ist die absolute Lieblosigkeit. Es ist Verrat an sich selbst und an den Mitmenschen.

Feigheit ist ein schlimmes und absolut beschämendes Gift. Wer einmal in seinem Leben in einer Situation feige war — und wir kennen das alle —, der weiß, wie lange diese Erfahrung in einem selbst gärt und wühlt, wie diese Feigheit regelrecht an der eigenen Würde nagt, an der eigenen Ehre, jahrelang, unter Umständen jahrzehntelang.

Über das Leben zu reden ist nicht das Gleiche, wie das Leben zu leben. Das Leben zu leben bedeutet, das Leben zu leben, das einem selbst gehört, niemandem sonst. Das eigene Leben als Einheit von Körper, Seele und Geist.

Nutze deine Macht!

Unbesonnenheit ist nicht dasselbe wie Furchtlosigkeit. Furchtlosigkeit und Mut kommen aus der Erkenntnis von Wahrheit verbunden mit Klugheit. Die Wahrheit darüber, wer wir selbst sind und sein wollen. Die Wahrheit über die Jahrtausende währende Unterdrückung durch Machthaber. Macht hat der, dem Macht gegeben wird. Die uns innereigene Macht als geistiges Wesen geben wir nur ab, wenn wir uns selbst verleugnen. In jedem Augenblick des Lebens, so auch jetzt, kann ein jeder die Entscheidung treffen, seine ihm gehörende Macht anzuwenden und in die eigene Verantwortung zu gehen. Verantwortung muss man nicht fürchten, warum auch?

Ja, man kann Fehler machen, doch der größte aller Fehler ist, nichts zu tun. Das ist die eigentliche „Sünde“, wenn man so sagen will, die man sich selbst und damit auch seinen Mitmenschen antut.

Wichtig ist, zu wissen, dass die scheinbare Entmachtung nicht unser ewiges Schicksal sein muss. Wir können uns in jedem Moment entscheiden, ab jetzt anders zu leben, unseren Mut zu trainieren.

Wir können endlich damit anfangen, die Tatsache unserer Geistnatur nicht nur zu wissen, sondern auch zu nähren, zu hegen, zu pflegen, sie gedeihen zu lassen, sie ins eigene Leben einzuladen.

„Ich bin nur halb so mutig, wie ich sein oder werden will; ich bin nur halb so mutig, wie ich sein könnte, weil ich mit diesem Mut geboren wurde, wie alle Menschen. Doch bin ich heute doppelt so mutig, wie ich einmal war. Anders ausgedrückt: Ich bin schon halb so mutig, wie ich einmal sein werde! Und ich werde täglich mutiger!“ Kann man sich das nicht einfach genau so vornehmen?

Die Chance in dieser Zeit

Ob die Mehrheit der Mitmenschen, die nicht wissen wollen, noch erreichbar ist — irgendwann vielleicht —, ich weiß es nicht. Doch gibt es viele Menschen, die die Wahrheit kennen, weil sie sie gesucht haben, weil sie ihr ins Gesicht geschaut haben, obwohl sie so hässlich ist und so grausam. Das war schon ein großer und mutiger Akt. Einige sitzen wie paralysiert vor diesem Schreckensbild; einige reden darüber, seit Monaten, meist digital, immer wieder; andere wiederum treibt es hoch, treibt es hinaus, sie werden laut, sie nennen ihren Namen, sie nennen die Wahrheit beim Namen und auch die Lüge, sie stehen zu sich, zu ihrer Wahrheit, zu ihrem Entschluss. Es sind vielleicht nicht alles furchtlose Menschen.

Wer nicht furchtlos ist, braucht Mut und die Überzeugung, dass es jetzt nichts Wesentliches mehr zu verlieren, sondern nur noch zu gewinnen gibt. Manche sagen: „Lieber aufrecht sterben als auf Knien in Ketten leben!“ Manche sagen, man könne ihrem Körper schaden oder ihn töten, nicht jedoch ihren Geist.

Wir sehen aktuell ganz deutlich, dass es uns nichts nützt, unseren „Arsch retten“ zu wollen! Wir sehen, dass wir mit Stillhalten, Nicht-Auffallen, mit Alles-richtig-Machen, mit Folgsamkeit, mit dem Warten auf einen Retter oder darauf, dass andere anfangen, nicht weiterkommen, sondern immer mehr Ketten sich um uns legen. Wir reden und reden und reden über das Übel dieser Ketten. Wo ist die Konsequenz? Wo ist die Handlung? Allein, es fehlt der Mut? Er kommt nicht von selbst. Wir sind selbst für unseren Mut verantwortlich, für unsere Ideale, für unser Leben und das Leben derer, die schwächer sind als wir. Wir sind selbst verantwortlich für unsere Macht, für unsere Liebe. Wir sind selbst dafür verantwortlich, erwachsen zu werden!

Krisen sind dazu da, daraus zu lernen und Konzequenzen zu ziehen

Ein neues Jahr hat begonnen. Wir entscheiden, wie dieses Jahr werden wird. Jeder einzelne tut das, jeden Tag. Es sind nicht die anderen, auf die wir warten, dass sie irgendetwas beginnen mögen, dem wir uns anschließen könnten. Wir entscheiden über unsere Zukunft. Wir wissen, was für uns „vorgesehen“ wird. Das ist nicht, was wir wollen, es hat nichts mit Leben zu tun, nichts mit Freiheit, nichts mit Liebe, nichts mit Frieden. Wir werden das erleben, was wir zulassen, wir stimmen zu, indem wir etwas zulassen.

Wann sagen wir eigentlich NEIN? Wann tun wir öffentlich den Mund auf, ja, auch in unserer Familie, bei unseren Freunden? Wann handeln wir so, wie wir es eigentlich (!) für richtig halten? Warum sagen und tun wir nicht das, was der Liebe entspricht, der Freiheit, der Würde? Warum fordern wir immer unsere Rechte und handeln nicht nach unserer Würde?

Werden wir dieses neue Jahr genauso verbringen wie das alte? Werden wir im neuen Jahr dieselben sein wie im alten? Werden wir uns entwickeln, wachsen, unseren Idealen näherkommen? Werden wir weiter warten, bis einer es für uns richtet, oder werden wir es selbst tun?

Werden wir diese Krise mit allem, was sie uns androht, einfach nur erleiden, oder werden wir sie ergreifen und die Geschenke annehmen, die ihre Überwindung mit sich bringt? Werden wir jetzt aufwachen und in Eigenverantwortung für unser Wohl und das Wohl unserer Mitmenschen aufstehen, stehen, mit beiden Beinen fest auf dem Boden, aufrecht mit erhobenem Kopf und liebevollem Herzen? Werden wir es schaffen, unseren Verstand mit unserem Herzen zu verbinden?

Überall da, wo ein Mensch es wagt, sich neu zu besinnen, dort beginnt das „Neue Jahr“!

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Der kleine, feine Denunziant

Wenn das Verpfeifen von Bürgern, die gegen die Corona-Maßnahmen verstoßen, zum guten Ton gehört, breitet sich ein Klima von Misstrauen und Unfreiheit aus.

Die Maßnahmen der Regierungen gegen das Coronavirus lassen das Denunziantentum wiederaufleben. In einer Zeit, in der die bedingungslose Akzeptanz der „neuen Normalität“ von „verantwortungsbewussten“ Bürgern als Selbstverständlichkeit betrachtet wird, wittert ein bestimmter Typus Mensch Morgenluft. Dort, wo klare Regeln von allerhöchster Stelle vorgegeben werden, aktiviert sich seine Aufmerksamkeit. Rasch, so ist es in ihm angelegt, fährt sein spezielles „Betriebssystem“ hoch. Er erkennt, dass die Bühne für ihn bereitet und sein Einsatz gefragt ist. Der kleine Nazi lebt auf.

Wie kann es sein, dass dort unten an dem kleinen See ein Auto mit einem Kennzeichen von außerhalb parkt? Befinden sich in der Nachbarswohnung mehr Personen, als erlaubt? Ist in dem Lebensmittelladen um die Ecke tatsächlich ein Bürger ohne Maske unterwegs?

Wenn der kleine Nazi „Regelverstöße“ dieser Art beobachtet, dann fällt es ihm schwer, sich zurückzuhalten. Im besten Falle lässt er dem „Übeltäter“ eine Nachricht zukommen, auf der etwa das Folgende zu lesen ist:

„Es ist mehrfach aufgefallen, dass bei Ihnen ein fremdes Fahrzeug parkt. Dies ist, wie Sie sicherlich wissen, aufgrund der aktuellen Situation nicht erlaubt. Ich empfehle Ihnen, diese Regelung zu akzeptieren — in unser aller Interesse! Sollte weiterhin zu beobachten sein, dass Sie gegen die Ordnung verstoßen, wird dies dem Ordnungsamt und der Polizei mitgeteilt.“

Im schlimmsten Fall greift der kleine Nazi direkt zum Hörer und ruft bei der Polizei an, um seine Beobachtung mitzuteilen — natürlich anonym. Seine aufgeregte Stimme vermittelt den Beamten: Hier muss es um einen dramatischen Vorfall gehen. Und dann folgt der Report, so akkurat vorgetragen, dass so mancher Führer stolz wäre:

„Auf dem Spielplatz in der Kaiserstraße, da treiben sich zwei Frauen rum. Mit ihren Kindern! Die eine heißt Müller, die andere Meyer. Ihre Kinder heißen Jan, Anne und Sandra. Das ist nicht das erste Mal. Kommen Sie schnell vorbei. Das geht so nicht!“

Während sich die Polizei am anderen Ende der Leitung oftmals ob der Nichtigkeit des gemeldeten Vorfalls ein Seufzen nicht verbergen kann, wechselt der kleine Nazi langsam, aber sicher in den Befriedigungsmodus. Er hat es getan! Welch ein mutiger Akt.

Denunzieren aus sicherer Entfernung

Die Befriedigung des kleinen Nazis kennt dann keine Grenzen mehr, wenn er mit eigenen Augen — aus der sicheren Entfernung seiner Wohnung, hinter dem Vorhang am Fenster — beobachten kann, wie die Gesetzeshüter Ordnung herstellen.

Müssen die beiden Frauen sich nun etwa vor der Polizei rechtfertigen? fragt er sich. Es sieht ganz danach aus. Jetzt, endlich, geht es ihnen an den Kragen. Sie verlassen tatsächlich, unter Begleitung der Polizei, den Spielplatz. Nun hat der kleine Nazi seine volle Befriedigung.

Wer sich mit dem Typus des kleinen Nazis näher beschäftigt, erkennt schnell, dass sein Handeln vorgeblich immer von edlen Motiven geprägt ist. Ihm geht es um Anstand, um Recht, um den Schutz seiner Familie, seiner Mitmenschen und letztlich, ja, um den Schutz des gesamten Landes, ja, sogar um den Schutz der ganzen Welt. Wer wollte ihn bei derlei ehrbaren Motiven ernsthaft kritisieren?

Der kleine Nazi — das muss man ihm lassen — versteht es, seine Hände in Unschuld zu waschen. Es wäre eine infame Unterstellung, zu behaupten, der kleine Nazi verpfeife deshalb Bürger, weil er eine teuflische Freude daran habe, unter Rückendeckung der vorherrschenden Ordnung als Heckenschütze aktiv sein zu dürfen.

So wie der „gute“ Bürger, der damals, in einer Zeit, die zunächst von viel Euphorie und Größenwahn, und dann von Heulen und Zähneklappern geprägt war, seinen jüdischen Mitbürger nur deshalb denunziert hat, weil er „wusste“, dass der Jude — ganz allgemein, so an und für sich — ein ganz übler Gesell und dazu auch noch „von Haus aus“ ein TBC-Überträger, sprich: ein „Volksschädling“ war, so schwärzt der kleine Nazi unserer Zeit seine Mitmenschen nur deshalb an, weil er Schlimmes verhindern möchte. Schließlich geht es ihm doch nur um Infektionsschutz. Wer‘s glaubt!

Der Denunziant hat seine Augen überall

Der kleine Nazi ist ein Großmeister der Täuschung. Er gefällt sich mitunter besonders gut in der Rolle, gegen Nazis, gegen rechts zu Felde zu ziehen. Nie wieder Faschismus! sagt er gerne voller Überzeugung. Oft ist er überzeugter Wähler etablierter Parteien. Der kleine Nazi weiß in der Regel von den Gefahren des Klimawandels, weiß genau, wie man sich ökologisch korrekt verhält — auch wenn er selbst dem nicht immer nachkommt — und gehört manchmal dem juste milieu an, das heißt jenem Kreis von Menschen, die die einzige wahre Wahrheit mit der Muttermilch aufgesaugt haben.

Wo ein Hang zum Autoritären zu finden ist, lauert der Faschismus.

Norm- und regelfixierte Bürger richten sich mit großer Vorliebe an der jeweils von oben vorgegebenen Ordnung aus. Sie erwarten, dass alle anderen die jeweils vorherrschenden Regeln akzeptieren, wie sie es selbst tun. Verstößt jemand dagegen, ruft der kleine Nazi rasch nach der mit Härte durchgreifenden Staatsmacht. Ist der Staat bei einem Ordnungsverstoß nicht zur Stelle, fühlt er sich berufen, als Vorhut staatlicher Ordnungshüter in Erscheinung zu treten. Und dafür, dass muss man ihnen lassen, sind die kleinen Nazis außerordentlich gut geeignet. Sie verfügen über eine Stärke, die für ihre Absicht sehr hilfreich ist. Sie sind in der Lage, ihre Aufmerksamkeit selbst während der Erledigung ihrer Alltagsgeschäfte auf Ordnungsverstöße zu richten. Sie verfügen über feine Sensoren, die ihnen sofort mitteilen, wenn die Ordnung, die für sie zu einer Art Fetisch geworden ist, von einem ihrer Mitbürger missachtet wird.

In vorauseilendem Gehorsam übernimmt der kleine Nazi aus eigenem Antrieb die Perspektive der Behörden. Nein, als oftmals sogar intelligenter und sehr gebildeter Bürger „denkt“ er stellvertretend für die Ordnungsgeber mit. Hat er etwa einen seiner Mitbürger beobachtet, der es sich herausnimmt, trotz Verbot zum Sonnenbaden allein auf einer Wiese zu liegen, bahnen sich bei ihm geradezu kaskadenhafte Gedankengänge ihren Weg.

Was, wenn sich noch ein weiterer Bürger zum Sonnenbaden auf die Wiese legt? Was, wenn so viele Bürger dazukommen, dass aus der im Grunde genommen harmlosen Situation etwas wird, das im Sinne des Infektionsschutzes eine Gefahr ist? Was, wenn der Regelverstoß andere dazu animiert, gegen die Regel zu verstoßen? Und schon hat der kleine Nazi einen Weg gefunden, wie er sein Denunziantentum vor sich und anderen rechtfertigen kann.

Im Laufe der Zeit lernt man den kleinen Nazi besser kennen. Der Blick hinter die Maske des Ritters ohne Furcht und Tadel ist nicht einmal schwer — man darf sich nur nicht von ihm blenden lassen. Immer dann, wenn es wirklich um etwas geht, kann man darauf wetten, dass der kleine Nazi, dessen Augen sonst nicht die kleinste Kleinigkeit entgeht, im drei-Affen-Modus unterwegs ist: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

Im „Drei-Affen-Modus“ unterwegs

Wenn der gewalttätige Nachbar am Abend seine Frau so durch die Wohnung prügelt, dass die Übergriffe bis auf die andere Straßenseite zu hören sind, dann hört der kleine Nazi, der Tür an Tür mit dem Prügler wohnt, weg.

Rufen Anwohner, die hinhören, die Polizei, kann ein Schmierenstück beobachtet werden, das der „aufrechte“ Bürger aufführt. Die Polizei, die dem kleinen Nazi zwecks möglicher Zeugenaussage gerne ein paar Fragen stellen möchte, muss mehrmals läuten, bis sich die Tür öffnet. Einen großen Kopfhörer tragend erscheint er auf der Bildfläche, schaut gespielt verdutzt aus den Augen, um sodann zu erklären, er habe über den Kopfhörer klassische Musik gehört, nichts mitbekommen.

Der kleine Nazi — er schätzt eben Kultur. Man wird ja nochmal Wagners „Walkürenritt — Hojotoho! Heiaha! (3. Akt)“ hören dürfen?!

Es liegt auf der Hand: Der kleine Nazi ist nicht der aufrichtige Bürger, der er vorgibt zu sein.

Im Grunde genommen ist er ein erbärmlicher Wicht. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, darf dennoch nicht unterschätzt werden. Setzt die Ordnungsmacht erst einmal auf ihn und seinen Hang zum Denunzieren, steht nicht nur für den einzelnen Bürger, sondern auch für die Gesellschaft viel auf dem Spiel. Ein Klima von Argwohn, Misstrauen und Unfreiheit breitet sich aus.

Wo in der Menge sind die Denunzianten-Augen? Wer ist wohlgesonnen und wer lauert nur darauf, seine Mitmenschen zu verpfeifen? Aber vor allem: Wie weit würde der kleine Nazi gehen, wenn die Bühne für ihn erst so richtig bereitet ist?

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Deutschland vor dem Rechtsruck: Das Phänomen Spahn

Jens Spahn ist ohne Zweifel der Mann der Stunde – nach Umfragen sogar derzeit der beliebteste Politiker. Würde er seinen Hut als Kanzlerkandidat in den Ring werfen, seine Aussichten stünden gut. Diese Konstellation lässt es interessant erscheinen, einen älteren Artikel wieder hervorzukramen, der beschreibt, wie die Spahnmania begann. Spätestens mit dem Jahr 2018, als der frühere „Merkel-Kritiker“ seinen heutigen Posten erringen konnte: das Bundesgesundheitsministerium. Der Artikel suggeriert, dass Spahn quasi für große Aufgaben „gecastet“ und von Teilen der Medien gehätschelt wurde. Ein Mensch also, dem das Etikett „Pharma-Lobbyist“ nicht zu Unrecht anhängt und dessen Mission es u.a. zu sein scheint, dem Staat verstärkt Zugriff auf den menschlichen Körper zu gewähren – vom Organspende-Vorstoß bis zur Maskenpflicht. Im Rückblick betrachtet, erscheint es noch wahrscheinlicher, dass Spahns erstaunlicher Aufstieg eine nicht ganz zufällige Inszenierung gewesen ist.

„Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus“ Deshalb muss man dem Volk vorkauen, wen es als Staatsgewaltige wollen soll. Es ist wichtig, schon bei der Vorauswahl geeigneter Politiker Sorge zu tragen, dass sich nichts Wesentliches am System ändert – es sei denn in Richtung auf noch mehr Autoritarismus und Kapitalismus. Besonders hoch im Kurs steht derzeit ein weitgehend charismafreier Jüngling mit Erfahrung als Pharmalobbyist, bekannt dafür, die Kanzlerin gern rechts zu überholen: Jens Spahn. Auf allen Kanälen wird uns der schnöselige CDU-Politiker als große Polithoffnung und (fast) sicherer nächster Kanzler unseres Landes aufgedrängt. Worin liegt das Geheimnis dieses Mannes und seiner medial aufgeblasenen Blitzkarriere?

Kleiner Test: Sagt Ihnen der Name Maria Böhmer etwas? Steffen Kampeter? Uwe Beckmeier, Iris Gleicke, Gabriele Lösekrug-Möller? Nicht? Es sind alles Namen von Staatssekretärinnen und -sekretären des Kabinetts Merkel III, hochrangige Mitarbeiter in Ministerien des Bundes. In der letzten, derzeit nur „kommissarisch“ tätigen Regierung gab es deren 38.

Und nun die Gegenfrage: Haben Sie schon von Jens Spahn gehört? Ich wette, mehr als nur einmal. Vermutlich sogar täglich mehrfach auf allen Kanälen. Und nicht nur seit der „schärfste Merkel-Kritiker“ zum Gesundheitsminister in spe erhoben wurde. Jens Spahn kreiste schon seit Wochen und Monaten im Orbit – sei es als „Nachwuchshoffnung“ oder größte Bedrohung der Kanzlerin. Ein Ministerrang schien ohnehin nur noch eine Frage der Zeit, ja auch die Kanzlerschaft steht über kurz oder lang im Raum – nur noch zu verhindern eventuell durch „Kronprinzessin“ Annegret Kramp-Karrenbauer. Uns allen wurde durch ein mediales Dauerfeuer eingebläut: Jens Spahn gehört zu den politischen Talenten unserer Epoche – ein Mann mit Zukunft.

In Wahrheit war Jens Spahn bis vor kurzem nicht mehr als Helge Braun oder Gabriele Lösekrug-Möller: Staatssekretär eben. In seinem Fall im Finanzministerium. Zusätzlich wird ihm etwas Erfahrung im Fachbereich Gesundheit nachgesagt. Na und? Sind die Medien nun alle Hellseher, die vorausahnen können, was oder besser wer politisch auf Deutschland zukommt? Oder wurde Jens Spahn im Gegenteil von den Medien „gemacht“? Hat die Presselandschaft, gedacht eigentlich dazu, die politische Realität widerzuspiegeln, mitgeholfen, diese erst zu erschaffen? Noch eine dritte Hypothese wäre denkbar: Sind Politikbetrieb und Medienbetrieb etwa nur wie Finger ein- und derselben Hand, koordiniert durch einen einheitlichen Willen?

Woher rührt der Wahn um Spahn?

Jetzt kommen wir natürlich in den Bereich der Verschwörungstheorie. In Zukunft wird mein Name überall nur noch mit dem Zusatz „Der Verschwörungstheoretiker Herr Axel“ Erwähnung finden. Aber ich muss es jetzt einfach sagen: Jens Spahn nahm an der Bilderberger-Konferenz vom 1. bis 4. Juni 2017 teil, an einer jener völlig intransparenten Eliteveranstaltungen, denen man nachsagt, sie wollten am Wähler vorbei massiv Einfluss auf die Weltpolitik ausüben. Kurze Nebenbemerkung: Auch Olaf Scholz nahm an einer Bilderberger-Konferenz teil. Auch er ist heute obenauf. Typisches Verschwörungsgeschwurbel von mir, ich weiß.

Vielleicht aber haben Verschwörungstheorien auch deshalb heute Hochkonjunktur, weil alle alternativen „seriösen“ Theorien fast noch unglaubwürdiger wirken. Etwa die Annahme, ein eher blasser, nicht einmal sonderlich charismatischer Jüngling mit gekünstelt wirkendem Siegerlächeln habe es aus eigener Kraft so weit gebracht, dass ihm den Posten des zweitmächtigsten Führers der westlichen Welt fast nicht mehr zu nehmen ist.

Warum, wenn an der ganzen Sache nicht etwas faul ist, schrieb das britische Magazin „The Guardian“ schon im August 2016: „Jens Spahn: The Man who could replace Merkel as Chancellor“? Nirgendwo las man zum Beispiel: „Gabriele Lösekrug-Möller – die Frau, die die Welt erschüttern wird”. Hatten die Schreiberlinge im Königreiche einfach einen guten Riecher – oder ist Jens Spahn eine Figur, die derzeit sogar auf internationaler Ebene gepusht wird?

Ein Moderator bricht eine Lanze für Spahn

Bei Markus Lanz, jenem Talkshow-Matador, der 2014 Sahra Wagenknecht in höchst unfairer Weise ins Verhör nahm, konnte man am 13.02.2018 die Ausrufung Spahns zum künftigen Lenker der Geschicke unseres Vaterlands und Europas live miterleben. Schon zu Beginn blendete Lanz eine Fotomontage des CDU-Politikers mit Merkel-Frisur ein. Untertitel: „Das Spahn-Merkel“. Dieser gezielt platzierte Scherz gab die Richtung vor. Im Anschluss gewährte Lanz dem Shooting-Star endlos Raum, um sich – ohne lästige Kritik fürchten zu müssen – auszubreiten. Markus Lanz musste vom vielen Zunicken schon eine Genickstarre bekommen haben. Dabei zeigt der Fall Wagenknecht, dass der ehemalige Wetten-dass?-Moderator durchaus bissig werden kann, wenn er jemanden nicht mag.

Assistierend stand Lanz dabei Michael Spreng zur Seite, Journalist und ehemaliger Wahlkampfleiter Edmund Stoibers, der seine Verehrung für den Unions-Sonnenjüngling kaum zu verhehlen versuchte. (Zum Vergleich: Beim Wagenknecht-Schlachtfest engagierte Lanz den Stern-Journalisten Jörges, um die Delinquentin von zwei Seiten in die Mangel zu nehmen). Spreng kam dann gegen Ende der Sendung zur Sache und verlangte, man solle Spahn sofort ein schwieriges Ministerium zuweisen, am besten Gesundheit, in dem er sich bewähren könne. „Rufen Sie Jens Spahn gerade zum nächsten Kanzlerkandidaten der Union aus?“, kam Lanz auf den Punkt. Michael Spreng räumte daraufhin ein, es gebe „mehrere Nachwuchsleute“: den Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther und – wenig überraschend – Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Julia Klöckner. „Und Jens Spahn“ fügte der Unions-Unterstützer hinzu. Aus diesem Kreis, so Spreng dezidiert, werde sich ein Nachfolger für Frau Merkel herausschälen.

Woher weiß der das so genau? Und warum sind nur knapp 14 Tage nach der Sendung tatsächlich genau diese drei Personen obenauf (nur von Günther ist derzeit wenig die Rede)? Warum spricht man mit Blick auf eine künftige Kanzlerschaft nie vom derzeit beliebtesten CDU-Minister, Peter Altmaier? Sieht der nicht gut genug aus? Oder vom Ministerpräsidenten des größten Bundeslands, Armin Laschet? Wäre nicht auch eine aus Altersgründen etwas kürzere Kanzlerschaft von Ursula von der Leyen oder Lothar de Maizière denkbar gewesen – erfahrene Kräfte im Bereich Krieg und Bürgerrechtsabbau und somit bestens für „Höheres“ geeignet? Es muss ja nicht jeder gleich einer ganzen Epoche seinen Stempel aufdrücken wie die Königin von England.

CDU-Vorsitzender = Bundeskanzler – für immer

Was hat Jungspund Jens, was die nicht haben? Man kommt schon ins Grübeln dabei. Folgt die Politik etwa einem Drehbuch, dessen Finale längst feststeht? Jedenfalls bediente sich die Lanz-Sendung eines geschickten, jedoch höchst unaufrichtigen Tricks. Sollte die Botschaft lauten: „Jens Spahn ist unser nächster Kanzler“, so war es besser, wenn weder der Moderator noch der Kandidat selbst dies aussprachen. Ein „unabhängiger“ Dritter sollte sagen, was ohnehin schon länger in der Luft lag.

Einige Dinge scheinen jedenfalls klar: Der oder die nächste CDU-Vorsitzende wird auch KanzlerIn der Bundesrepublik Deutschland sein. Andere Varianten (etwas ein SPD-Sieg mit Nahles 2021) sind höchst unwahrscheinlich. In einer unipolaren neuen Bundesrepublik erscheint es allenfalls noch fraglich, welche Farbe nach „Schwarz“ hinter dem Bindestrich kommt: Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb, Schwarz-Gelb-Grün, Schwarz-Braun, Schwarz-Gelb-Braun. Wir sprechen also von AnwärterInnen auf einen der einflussreichsten Posten der Weltpolitik. Erscheint das erwähnte „Kleeblatt“ dem wirklich gewachsen? Kennen Sie viele Menschen, in denen eine tiefe Sehnsucht wohnt, demnächst von Jens Spahn oder Annegret Kramp-Karrenbauer regiert zu werden? Oder kann es sein, dass uns diese Figuren im großen Spiel eher aufgedrängt werden sollen?

Für Jens Spahn dürfte das Gesundheitsministerium noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein. Über mögliche politische und handwerkliche Mängel im Amt würde eine äußerst wohlwollende Presse ggf. gern hinweghelfen. Sollte Spahn also nicht den Guttenberg machen, können wir „Großes“ von ihm erwarten. Vielleicht muss der Senior-Minister Horst Seehofer aus Altersgründen mal sein Amt abgeben. Oder die Klagen über nicht einsatzfähige Tötungswaffen, U-Boote oder Panzer der Bundeswehr, bringt die noch scheinbar unantastbare Ursula von der Leyen zu Fall (und später ins Schloss Bellevue). In beiden Fällen käme für die Nachfolge nur einer in Frage: Jens Spahn. Spätestens wenn der ohnehin repressionsfreudige Konservative eines der beiden „klassischen“ Ressorts besetzt, wird ihm die Kanzlerschaft nicht mehr zu nehmen sein.

Merkel muss Spahn gnädig stimmen

Schon jetzt scheint es ja, als ob nicht Spahn sich bei Merkel bewähren müsse, sondern als ob die erfahrenste Regierungschefin des Westens dazu angehalten sei, bei einem Newcomer, der eigentlich noch nicht grün hinter den Ohren ist, um Schonung zu bitten. Schon 2013, so liest man mit Entrüstung, habe Merkel Spahn das Gesundheitsministerium „verweigert“. Einen solchen Fehler dürfe sie keinesfalls wiederholen, wolle sie nicht bei Spahn – und damit beim wachsenden konservativen Flügel der Union – in Ungnade fallen. Merkel wagte das Aufbegehren nicht und tat, was von ihr verlangt wurde. Sie „band ihren größten Kritiker ein“ – auch dies natürlich ein Schmierentheater, denn weder ist Spahn jemals derart radikal gewesen, noch war Merkel je wirklich „links“. Der aufgebauschte innerparteiliche Konflikt hilft, die AfD klein zu halten, sie jedoch weiter als Bedrohungspotenzial zu nutzen, um den Weg in die autoritär-marktradikale Republik in kleinen Schritten weiter fortzusetzen.

„Die AfD-Wählerinnen und -wähler“ sind ohnehin die Hätschelkinder der derzeitigen Politik. Fast jede Partei unternimmt Kraftanstrengungen, um die Ungnädigen „zurückzugewinnen“, als gälte es um eine wunderschöne, etwas spröde Braut zu werben. Darunter leiden natürlich nicht die gut situierten Politiker selbst, sondern viele der Schwächsten in der Gesellschaft: Zuwanderer, Asylbewerber, Hartz-IV-Betroffene, Kleinkriminelle und andere Randgestalten, gegen die es unbedingt „strenger“, „härter“ und „schärfer“ durchzugreifen gilt.

Offen ist derzeit nicht mehr, ob, sondern nur noch, wie stark die Union sich in naher Zukunft nach rechts verschieben wird: maßvoll und noch in der Tradition Merkels mit Kramp-Karrenbauer – oder etwas deutlicher mit Spahn. Alexander Dobrindt (CSU), Christian Lindner (FDP) und Jens Spahn – so liest man – treffen sich des Öfteren in trauter Rund beim Grunewalder Nobel-Italiener „Capriccio“, offenbar um eine gemeinsame Strategie zur Übernahme der Macht (ohne Grüne und SPD) zu besprechen. Wieder ist Spahn auf rätselhafte Weise zur rechten Zeit am rechten Ort, um den kommenden Rechtsruck zugleich vorzubereiten und an exponierter Stelle zu verkörpern. Randbemerkung: Gabriele Lösekrug-Möller und die anderen 38 Staatssekretäre bleiben dabei wieder außen vor.

Deutschland sucht den Super-Rechtsausleger

Wie schon gesagt, sollte man innerneoliberale Unterschiede auch nicht übermäßig dramatisieren. Alle KandidatInnen blinken derzeit rechts. Spahn natürlich vorne weg mit schlichten, dafür einprägsamen Parolen, die er in allen Talkshows wiederkäut: Ausländer führten die Kriminalitätsstatistik an; die Burka gehöre nicht zu Deutschland; man solle sich an Hauptbahnhöfen wieder sicher fühlen können; die Politik müsse dem Bürger signalisieren, sie habe verstanden, dass eine Gesellschaft durch Zuwanderung nicht beliebig belastbar sei. Alles Statements mit Signalwirkung für die Zielgruppe – jene 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung, die der Union derzeit zu entgleiten drohen.

Auch Annegret Kramp-Karrenbauer, deren Handicap darin besteht, als „Merkel 2“ wahrgenommen zu werden, versucht sich derzeit vorsichtig von ihrer Mentorin abzusetzen – nach rechts. „Jemand, der seine Identität verschleiert oder Papiere vernichtet hat, muss mit harten Konsequenzen rechnen“, sagte sie z.B. über jugendliche, unbegleitete Flüchtlinge. Auch der „Schutz von Polizisten“ (nicht: vor Polizisten!) liegt der neuen Generalsekretärin am Herzen. Und Julia Klöckner – nach außen hin zur Zeit vielleicht das freundlichste Gesicht der CDU – gibt sich in der Sache knallhart. Sie fordert ein Burka-Verbot und eine Integrationspflicht für Flüchtlinge sowie verpflichtende Sprachkurse. Sie ist gegen die volle rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen und entwarf 2016 einen „Plan A2“ zur Begrenzung der Flüchtlingszahl.

Mit Distanzierung von Merkel hat diese rechte Wanderbewegung jedoch wenig zu tun. Wie viele gelesen haben werden, sagte die Kanzlerin beim CDU-Parteitag am 27. Februar: „Null Toleranz ist unser Motto.“ Und sie fügte hinzu: „Sicherheit ist nicht verhandelbar“. Was meint sie damit? Ist Sicherheit, das „Super-Grundrecht“, heute so unauflöslich mit deutscher Staatsräson verknüpft, dass sie es nicht einmal nötig hat, in Verhandlungen mit anderen wichtigen Werten unseres Gemeinwesens zu treten – mit Würde und Freiheit zum Beispiel? Will Merkel damit sagen, dass das klassische Spannungsfeld zwischen Belangen der Sicherheit und der Freiheit gänzlich aufgelöst werden soll durch eine totale Dominanz der Sicherheit? Zwei sehr gefährliche Äußerungen der gern als „blass“ und „gemäßigt“ verharmlosten deutschen Dauerkanzlerin.

„Schwarzbraun bin auch ich…“

Hatte Franz Josef Strauß nicht die Parole ausgegeben, rechts von der Union dürfe es keine politische Partei von Gewicht geben? Klingt plausibel, geht aber beim derzeitigen politischen Zuschnitt der Bevölkerung nur, indem man auch Rechtsradikale, Xenophobe und Rassisten umarmt. Man gibt vor, sich jenem rechten Zeitgeist anpassen zu „müssen“, den man selbst fleißig zu erzeugen half. Alle genannten PolitikerInnen signalisieren mit ihren wohl kalkulierten Statements: „Habt keine Angst, dass Ihr es mit Gutmensch-Softies zu tun habt. Wir sind ganz harte Kerle oder Kerlinnen, die gegen kriminelle Ausländer und das ganze Geschmeiß auch mal hart durchgreifen können.“

Eine rechtsoffene CDU – Alexander Dobrindt beschwört gern die „Konservative Revolution“ herauf – schielt merklich auf österreichische Verhältnisse. Sie möchte sein, was früher die FDP – nur mit kleinerer Stimmenzahl – gewesen ist: Scharnier der Politik und Zünglein an der Waage. Es wird der Tag kommen, an dem die „Stagnation“ endloser Großer Koalitionen aufgebrochen werden wird durch den frischen Wind des Neuen: Schwarz-Braun oder, wie es dann heißen wird, Schwarz-Blau. Eine Regierung Spahn/ Lindner/ Dobrindt/ Weidel vielleicht, die mangels nennenswerter Opposition frei schalten und walten kann und das Land umformt zu einem Abdruck ihrer eigenen „schwarzen“ Seelenbeschaffenheit. Dann gute Nacht!

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Weihnacht – die Ankunft eines besonderen Kindleins

Am Heiligen Abend 2020 feiern wir die Ankunft eines besonderen Kindleins: der Diktatur.

„Gnadenbringende Weihnachtszeit“ — so heißt es in einem traditionellen Weihnachtslied. In diesem Jahr steuert die Politik pünktlich zum Fest auf den bisherigen Höhepunkt einer gnadenlosen Entmenschlichungspolitik zu. Angstkampagnen und Grundrechteabbau eskalieren zum Jahreswechsel. Regierungschefs im Machtrausch zerstören systematisch familiäre und freundschaftliche Gemeinschaften, sperren die Bürger in ihren Wohnungen weg wie Gefangene in mehr oder weniger komfortablen Einzelzellen. Diese Nacht wird so still werden wie lange keine mehr, aber es wird sich um die gespenstische Ruhe eines Kirchhofs handeln. Im Namen des Gesundheitsschutzes treiben Verantwortliche die ihnen Unterworfenen in einen Seelenwinter voller Ängste, Depressionen und Einsamkeitsgefühle. Damit hat sich die Politik ausgerechnet in einer Zeit, deren prägnantestes Symbol Masken sind, selbst die Maske christlicher Werteorientierung vom Gesicht gerissen. Wenn dieser ganze Wahnsinn irgendeinen Sinn für uns hat, dann den, dass wir jetzt endgültig wissen, woran wir mit unserer Führungskaste sind.

Es existiert ein festgefügter Glaube, der sich durch Fakten keinesfalls beirren lässt. Verbohrtheit und Ausgrenzung von „Ketzern“ sind weit verbreitet. Zur Aufrechterhaltung einer linientreuen Illusion wird ein enormer mentaler Aufwand betrieben, der es hinterher umso schwerer macht, den Irrtum einzusehen.

Repression als Weihnachtsgeschenk

Schon lange ahnen aufmerksame Beobachter, dass es mit der nach außen hin zur Schau getragenen christlichen Einstellung der meisten Politiker nicht so weit her ist. Zumal mit jener der „C-Parteien“, die sich besonders inbrünstig an Kriegseinsätzen, an Sozialabbau und der Etablierung einer inhumanen Flüchtlingspolitik beteiligt haben. Neu ist nur, dass an diesem Weihnachten 2020 nicht einmal mehr der Versuch unternommen wird, Respekt vor den christlichen Gebräuchen zu heucheln. In die Geschichte jenes Abendlands, das von einer Mitte-Rechts-Koalition aus Pegida, AfD, Union und Teilen der SPD angeblich so eifrig verteidigt werden musste, dürfte insbesondere Markus Söder als der erste Landespolitiker eingehen, der die Nachtmessen an Weihnachten unter Strafe verbot.

Mehr noch: Wer in der Heiligen Nacht vor die Tür gehen wird, um die Sterne zu betrachten und vielleicht auch die romantische Weihnachtsdekoration in den Nachbargärten — Lichterketten in der Form von Elchen und Weihnachtsmännern zum Beispiel —, dem kann es passieren, dass er von der Polizei aufgehalten und in seine Wohnung verschleppt wird. Strafen von 500 Euro pro widerrechtlichem Nachtspaziergang drohen.

Unter den Christbaum jedes bayerischen Bürgers legt die Staatsregierung in diesem Jahr zwei besondere Geschenke: Repression und Erniedrigung. Bürger, unschuldige Menschen, werden wie Strafgefangene behandelt. Für die Bayern — ebenso wie für Bewohner anderer Gemeinden in Deutschland — haben die Regierungen nächtliche Käfighaltung beschlossen. Und es besteht kein begründeter Zweifel daran, dass die Polizei auch diesen menschenrechtswidrigen Anschlag auf die Freiheit wieder getreulich und in einer Haltung professioneller Arroganz exekutieren wird.

Nein, dieser Ministerpräsident — und jeder Politiker, der wie er handelt — gleicht in dieser unwürdigen Weihnachtserzählung eher dem Kaiser Augustus, von dem bekanntlich ein „Gebot“ ausging, das Menschen in ihrer Freiheit einschränkte. War das Mittel der Volkszählung, das die Heilige Familie damals zwang, in Bethlehem zu übernachten, nicht ein frühes Zeugnis staatlichen Überwachungsbemühens?

2020 wird die Freiheit, die heimatlos durch die Straßen des Landes irrt, nirgendwo mehr eine Herberge finden. Überall steht sie vor verschlossenen Türen. Durchs Fenster lugend findet sie nur noch ängstlich in ihren Häusern verkrochene Staatsbürger, in kleinen Grüppchen vor ihren Fernsehern versteinert und unter ihren Weihnachtsbäumen erstarrt, hohl gewordene Rituale zelebrierend. Haselnüsse für Aschenbrödel. Sissi, die junge Kaiserin. André Rieu spielt „Lasst uns froh und munter sein“.

Kitsch als Hoffnungszeichen

Dabei betrachte ich die Liebe vieler Menschen zum Kitsch eher als Hoffnungszeichen. Das Altmodische und Kindliche eröffnet uns allen einen verlorenen Geborgenheitsraum in einer Gegenwart, in der unsere alte Welt systematisch zerstört wird, in der wir entheimatet und zu sich überstürzenden profitgetriebenen Innovationen zwangsbekehrt werden. „Erwachsensein“ bedeutet in diesem zwölfmonatigen Januar die Anpassung an eine entzauberte, durchorganisierte und totalüberwachte Warenwelt — bedeutet erzwungenen Selbstverrat, das Niederkämpfen unserer Berührbarkeit und Lauterkeit, des staunenden Kindes in uns.

Die in Weihnachtsfilmen und Märchen transportierten Werte repräsentieren oft das glatte Gegenteil dessen, was wir in unserem gleichgeschalteten, dem neoliberalen Effizienzgedanken unterworfenen Wirtschaftsleben vorfinden. Warmherzigkeit, familiärer Zusammenhalt, der Sieg der Liebe über Nützlichkeitserwägungen — all das wird in diesen oft seichten Filmchen vor uns ausgebreitet. Sie zeigen nicht, was Menschen tatsächlich erleben, sondern wonach sie sich sehnen. Insofern zeigt Kitsch zwar nicht die Realität, wohl aber die Wahrheit — jene über die Bedürfnisse der Menschen.

Protest gegen das Elend

Bevor wir Nachgeborenen über die „eskapistische“ Funktion von Weihnachtskitsch ein zu harsches Urteil fällen, sollten wir uns ein interessantes Zitat von Karl Marx zur Religionskritik vor Augen führen. Darin wird nicht nur — wie allgemein bekannt — die Religion als „Opium des Volkes“ abgekanzelt, sie wird auch in gewisser Weis als Kraft des Protestes gewürdigt.

„Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist.“ Statt Religion könnte man hier auch „Kitschkultur“ einsetzen, und oft — etwa im religiösen Kitsch — fließt beides zusammen. Soll man dergleichen nur abschätzig als Verdrängungs- und Vertröstungskultur verachten? Oder sind wir in der Lage, hinter derartiger Schönfärberei auch den Hilfeschrei der von ökonomischer Hoffnungslosigkeit und kaltem Zweckdenken bedrängten Kreatur zu sehen?

Angekündigte Hafterleichterungen

Auch an diesem Weihnachten werden Politiker uns wieder mit einer einstudierten Warmherzigkeits-Simulation zu beglücken versuchen, während sie Menschen systematisch in Isolation und Depression treiben. Was sich Menschen vom Weihnachtsfest erhoffen, wird in dem bekannten Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ auf die kürzeste Formel gebracht: „In den Herzen wird’s warm, still schweigt Kummer und Harm.“

Eine schöne Vision, die wir gerade in diesem Jahr 2020 dringend herbeisehnen. Es war aber immer schon so, dass Weihnachten eine Art Pause von der harten Realität darstellte, dass die Feiertage zur Verdrängung von im alten Jahr angehäuften Problemen einluden, die dann im Januar doppelt schmerzlich über die Menschen hereinbrachen. In diesem Jahr wird uns seitens der Politik nicht einmal diese kleine, einlullende Realitätspause gegönnt — offenbar weil es den Verantwortlichen wichtig ist, wirklich noch den letzten „freien“ Lebensbereich der Totalität ihres Machtanspruchs zu unterwerfen, noch die letzte gesellschaftlich geduldete Idylle mit ihrer braun-grauen Corona-Soße zu übergießen.

Schon lange bevor die Weihnachtslockerungen faktisch zurückgenommen wurden, stänkerten Politiker und Presse massiv gegen sie an. Wenn den Bürgern schon derartige Freiheiten „gewährt“ worden seien, dann sollten sie sich dabei aber auch möglichst schlecht fühlen. Mehr noch: Sie sollten auf den Genuss des noch Erlaubten freiwillig verzichten, Weihnachten durch eine Vor- wie eine Nachquarantäne umrahmen und sich — noch in der Gnade bestimmter Restfreiheiten stehend — mit den unsichtbaren Ketten medial aufoktroyierter Wohlanständigkeit fesseln lassen.

Wenn die Politik schon keine komplett kastrierten Bürger haben kann, präferiert sie als zweitbeste Lösung ein Büßervolk, das vom Bewusstsein seiner Sündhaftigkeit niedergedrückt und so für die Ablasshändler der Politik leichter steuerbar ist. Schon früh war mit Blick auf „zu laxe“ Weihnachtsregeln von einer drohenden Katerstimmung „hinterher“ die Rede — als seien die dürren Monate zuvor mit Masken, Kontaktverhinderung und Angstpropaganda für die Bevölkerung ein andauernder beseligender Rausch gewesen.

Die Furcht vor Kontrollverlust

Ins Visier der Mächtigen ist besonders jede Art von Kontrollverlust geraten. Dies gilt sowohl für den partiellen Verlust der Selbstkontrolle — zum Beispiel in größeren, alkoholisierten Menschenansammlungen — als auch für Einschränkungen der Kontrollmöglichkeiten des Staates selbst. Schon deshalb ist die Privatwohnung zum politischen Ärgernis geworden, eine „Black Box“, die von außen nur schwer einsehbar ist.

Daher auch der Versuch der Staatsmacht, die Zugangswege und Zwischenräume zwischen den unüberwachten Zellen einer möglichst totalen Kontrolle zu unterwerfen. Da die Wohnung in den meisten Fällen — noch — tabu ist, werden anreisende Besucher schon auf dem Weg dorthin von der Polizei abgefangen, zur Rede gestellt und sanktioniert. So kann die Unverletzlichkeit der Wohnung pro forma in Kraft bleiben, während im Endeffekt das Gleiche erreicht wird: Die Bewohner können nicht mehr allein darüber entscheiden, was sie in ihren vier Wänden „treiben“ — der Staat hat hierbei ab jetzt ein Wörtchen mitzureden.

Im Visier der Macht ist ferner jede Ausschweifung und unbotmäßige Vermischung, das „Dionysische“, wie es Nietzsche nannte, das Außerkraftsetzen der Verstandeskontrolle, die stets auch als Agentin der verinnerlichten gesellschaftlichen und staatlichen Normen fungiert. Menschen dürfen nicht mehr „ausrasten“, sie müssen im Räderwerk der Megamaschine eingerastet bleiben. Sie dürfen nicht „außer sich“ geraten, denn nur der in sich gesammelte und konzentrierte Geist vermag sich stets der staatlichen Vorgaben zu erinnern und auf sie ausgerichtet bleiben wie ein einmal abgeschossener Pfeil, der seine Richtung nicht mehr ändern kann.

Als Gedankenverbrechen gelten die Feierorgien an Silvester und selbst die ausgelassen in den Nachthimmel geschossenen Feuerwerkskörper, die einerseits flüchtige, zweckfreie Schönheit, andererseits das Unberechenbar-Eruptive symbolisieren — Gewaltexplosion und Farborgasmus zugleich.

Nicht ohne Grund arbeitet die Elite auch in George Orwells Roman „1984“ an der Abschaffung des Orgasmus. Das einzigartige emotionale Erlebnis erfüllter Sexualität tritt mit der Solidarität zum „Großen Bruder“, also zum Staat in der regulierten Fassadendemokratie, in ein unerwünschtes Konkurrenzverhältnis.

Nicht umsonst werden Umarmungen, werden Küsse und der Kontakt mit dem Atem anderer Menschen — von „Schlimmerem“ abgesehen — derzeit massiv behindert und tabuisiert. Nur im Klima eines neubiedermeierlichen säkularen Puritanismus können Schlagzeilen wie diese gedeihen: „Merkel nennt Glühweinstände ‚nicht akzeptabel‘“. Dem Karneval wird es im Januar und Februar nicht anders ergehen — stand er doch schon Anfang 2020 im Verdacht, ein Brandbeschleuniger für Corona gewesen zu sein.

Mit Maske unterm Weihnachtsbaum

Bis vor einigen Wochen favorisierte die veröffentlichte Meinung noch die Unantastbarkeit von Weihnachten als eines besonders tief im Volksgemüt verankerten Festes. Man fürchtete offenbar sogar eine Ungehorsams-Pandemie — obwohl diese Erwartung angesichts der chronisch angepassten deutschen Bevölkerung wohl von Anfang an unrealistisch war.

Man wollte sich nicht vorstellen, wie Polizeiautos in der Heiligen Nacht durch die nächtlichen Wohnstraßen kurven, um biedere Bürger aufzugreifen, die sich auf dem Heimweg von der Familienfeier befinden. Oder gar ein Verbot der beliebten weihnachtlichen Christmetten ins Auge fassen. Schon kurze Zeit später sah die Sache allerdings anders aus. Die Politik kann und will sich dergleichen durchaus vorstellen, und die Medien prügeln die neue Order ungefiltert in die Köpfe — nicht ohne beständig Ergebenheitsadressen in Richtung der Mächtigen abzusondern.

Nun scheint auch das vorher Undenkbare in Reichweite: mit Maske unterm Weihnachtsbaum zu sitzen und — wegen der Atemnot etwas mühsam und gequält — die bekannten Liedverse von „O Tannenbaum“ hervorzustoßen.

„Das Coronavirus macht keine Pause, nur weil wir Menschen möglichst unbehelligt Weihnachten feiern wollen.“ Formulierungen wie diese lesen wir momentan andauernd. Die Stuttgarter Zeitung, der das Zitat entnommen ist, macht nicht einmal einen Hehl daraus, worum es im Kern geht: Konformität. „So wird das Fest schön — und Corona-konform.“

Angereichert werden die Unterwerfungsaufrufe nicht selten durch massive emotionale Erpressung. Schon klassisch ist Angela Merkels Warnung bei ihrer Bundestagsrede vom 9. Dezember:

„Ich will nur sagen: Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und es anschließend das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, haben wir etwas versäumt — und das sollten wir nicht tun.“

Lauter potenzielle Verwandtenmörder

Nur weil leichtsinnige Jung-Verwandte ein bisschen Spaß haben wollen, droht den betagten Eltern ein „Last Christmas“. Wer will solche Schuld auf sich laden? Da schwingt das Tabu des Vater- beziehungsweise Muttermords mit. Und schon Kindern wird damit — nicht zum ersten Mal — vor Augen gehalten, dass sie nicht einfach geliebte Familienmitglieder sind, sondern potenziell todbringende Virenschleudern und Omamörder.

In den fortgesetzten Warnungen davor, „ausgerechnet“ seine liebsten Angehörigen zu gefährden, schwingt eine Idee mit, die man durchaus fragwürdig finden kann. Je lieber man jemanden hat, desto unbedingter muss man sich von ihm fernhalten. Wenn man schon seinen virenverseuchten, giftigen Atem ausstoßenden und tödliche Speicheltropfen verschleudernden Körper unbedingt einem Mitmenschen aufdrängen muss, dann doch bitte nur fremden und unsympathischen Zeitgenossen.

So wurde Weihnachten in den letzten Wochen Schritt für Schritt als Corona-Risiko dämonisiert. Eingebettete Medienpsychologen wie Stefan Ruzas warnten gar vor massivem Regelbruch um die Feiertage.

„Wir leben seit Monaten in einem Ausnahmezustand, man könnte sagen, in einer Art Stress-Trance, die dazu führt, dass die Hemmschwelle immer weiter sinkt.“

Ohne ein wirkliches Ende der Pandemie abzusehen, würden die Menschen versuchen, sich durch Regelbrüche eine Art Freiheit zurückzuerobern, sagt er im Magazin von web.de. Damit diese Vision nicht zu verlockend klingt, wird gleich der Wermutstropfen ins Punschglas gegossen:

„Doch der Preis ist hoch: Die Neuinfektionen sind auf Rekord-Höhe, jeden Tag sterben mehrere Hundert Menschen an und mit Corona. Wer seine Liebsten liebt, bleibt zu Hause.“

Diese Argumentation besitzt zugegebenermaßen eine innere Logik. Wenn niemand niemanden mehr trifft, ist Ansteckung unwahrscheinlich. In vielen ihrer Vorweihnachtsansprachen lügen die Machteliten jedoch mit der Wahrheit. Das heißt, ihre Aussagen sind — isoliert betrachtet — plausibel, jedoch im Gesamtkontext falsch.

Zum Beispiel wird nicht ins Auge gefasst, was monatelanger Kontakt-Entzug und der Verzicht auf jegliche körperliche Berührung mit Menschen macht — wobei Alte und Einsame besonders schlimm betroffen sind. Soziale und emotionale Leiden fallen offenbar nicht in den Zuständigkeitsbereich der Regierung. Diese fühlt sich allein dafür zuständig, das Nicht-Auftreffen des Virus auf einen Menschenkörper um buchstäblich jeden Preis sicherzustellen.

Säkulare Heilserwartung

Ihr Zerstörungswerk an der weihnachtlichen Tradition kompensiert die etablierte Politik schon längst, indem sie säkulare Heilserwartungen schürt. Ein Lichtlein wird in tiefster Finsternis erscheinen, und sein Name lautet … nein, nicht Jesus. Gemeint ist ein geeigneter Impfstoff als ultimatives Welterlösungsprojekt. Welt ging verloren, Christian ward geboren und verkündete uns die Frohbotschaft vom bald unbegrenzt verfügbaren mRNA-Impfstoff. Herbei, oh ihr Gläubigen, fröhlich triumphieret … Einseitig verstandene, auf ein mechanistisches Weltbild beschränkte Wissenschaft hat die Religionen als dominierender Kult unserer Epoche abgelöst. Statt Gebeten und himmlischer Gnade rettet uns jetzt Chemie. Die Weichen hin zu diesem Paradigmenwechsel waren längst vorher gestellt worden.

Dabei spräche die Symbolik vom Licht, das für uns geboren wird, gerade wenn die Dunkelheit am tiefsten scheint, auch kritische Menschen an. Sie könnte uns in diesem Jahr sogar stärker inspirieren als in anderen Zeiten, in denen alles routiniert ablief.

Corona und die Corona-Politik sind die Finsternis, vor deren Hintergrund dieses Leuchten besonders stark hervortritt. Wir können das Ende dieses Regimes, das unter Berufung auf den Lebensschutz alles Leben in diesem Gemeinwesen zu ersticken droht, noch nicht erkennen — so wenig wie die Zeichen des Frühlings. Aber ab einem bestimmen Zeitpunkt im Kalender werden die Tage unmerklich länger und die Zeiten des großen Tauens rücken näher.

Marias Vision

Vielleicht hilft diese „stille Zeit“ sogar dabei, sich an Bibelverse zu erinnern, die sicher nicht jeder Pfarrer in diesen Tagen zitieren wird. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, sagte Petrus in der Apostelgeschichte, 5,29. Jene Händler, die unser Geburtstagskind Jesus als Erwachsener aus dem Tempel vertrieben hat — seine „Nachfolger“ haben sie längst wieder hereingelassen. Denn auch das Virus ist — neben anderem — ja eine Geschäftsidee.

Wir brauchen im Jahr 2021 eine Erneuerung, die politisch und spirituell zugleich ist. In vieler Hinsicht ist unsere Situation jener zum Zeitpunkt der Geburt des „heiligen Kindes“ erstaunlich ähnlich. In einer entlegenen Provinz an der Peripherie des römischen Weltreichs, in einer Periode auch spiritueller Dürre, trug sich dieses ungemein erfrischende und Hoffnung spendende Ereignis zu: die Wiedergeburt der Hoffnung im Herzen der Finsternis.

Die weibliche Hauptfigur in dieser Geschichte, die Jungfrau Maria, soll als Schwangere Gott mit folgenden Worten gelobt haben:

„Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen“ (Lukas, 1, 52).

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