RKI räumt ein: Geringe Evidenz für eine Wirksamkeit der Impfung bei alten Menschen

Es steht im Kleingedruckten einer 74-seitigen Fachpublikation, die vom Robert Koch-Institut (RKI) am 8. Januar veröffentlicht wurde: Die Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs ist in der Altersgruppe über 75 Jahre „nicht mehr statistisch signifikant“ schätzbar. Aussagen über die Wirksamkeit seien daher „mit hoher Unsicherheit behaftet“, die Evidenzqualität für eine Wirksamkeit bei alten Menschen „gering“. Man darf fragen: Warum empfiehlt das RKI dann die Impfung?

Betrachtet man die Berichterstattung in den großen Medien, dann springt einem überall eine Zahl entgegen: Die Wirksamkeit des Impfstoffes betrage „95 Prozent“. Die Tagesschau hatte schon Anfang Dezember unter der Überschrift „Keine Bedenken gegen Biontech-Impfstoff“ entsprechend berichtet:

„Wenige Tage vor der Entscheidung über eine Notfallzulassung in den USA hat die Arzneimittelbehörde FDA dem Impfstoff von Biontech und Pfizer ein gutes Zeugnis ausgestellt. Es bestehe eine hohe Schutzwirkung, hieß es. (…) Zudem bestätigte die FDA Angaben von Pfizer und Biontech, dass ihr Impfstoff zu 95 Prozent wirksam ist.“

Der SPIEGEL zitierte vergangene Woche eine Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) – das in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen verantwortlich ist –, wo diese Zahl ebenfalls wiederholt wurde:

„Die Schutzwirkung gegen eine Covid-19-Erkrankung beträgt nach der zweiten Impfdosis bei Moderna sowie bei Biontech/Pfizer ungefähr 95 Prozent, bestätigte der PEI-Präsident Cichutek. Damit seien fast alle Menschen mit einer Impfung geschützt, bis auf wenige Ausnahmen. Bisher seien das aber vor allem ’statistische Unsicherheiten‘, konkrete Fälle einer Nichtwirksamkeit gibt es in Deutschland bisher noch nicht.“

Statistische Unsicherheiten? In einer Fachpublikation des RKI, dem „Epidemiologischen Bulletin“, wurden am 8. Januar die Studienergebnisse von Biontech und Moderna, die der amtlichen Zulassung zugrunde liegen, detailliert auf 74 Seiten vorgestellt. Autoren sind die Mitglieder der AG Covid-19 der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim RKI. Offenbar haben viele Journalisten ein gründliches Studium der dort dargelegten Einzelheiten bislang nicht für nötig gehalten. Ansonsten müssten die aktuellen Schlagzeilen anders lauten. Denn das Papier enthält Sprengstoff – der allerdings mit Rhetorik und Fachjargon kaschiert wird.

„Effektivität der Impfung mit hoher Unsicherheit behaftet“

So heißt es in dem Dokument mit Blick auf den Biontech-Impfstoff, die Wirksamkeit der Impfung sei bei Menschen ab 75 Jahre „nicht mehr statistisch signifikant“ schätzbar und „mit hoher Unsicherheit behaftet“. Anders gesagt: Inwieweit alte Menschen durch die Impfung vor Corona geschützt sind, ist vollkommen unklar. Im RKI-Papier liest sich das so (S. 27):

„Der Endpunkt Covid-19-Erkrankung [das Ereignis, das durch die Impfung verhindert werden soll] wurde in der Studie als erster primärer Endpunkt (…) erhoben. Tabelle 8 zeigt, dass die Impfeffektivität bezogen auf diesen Endpunkt 95 % betrug. Auch in der altersstratifizierten [nach Alter gestaffelten] Analyse zeigten sich vergleichbar hohe Effektivitätsschätzer [Prozentwerte zur Schätzung der Wirksamkeit], die allerdings bei kleiner werdenden Altersgruppen bzw. Fallzahlen teilweise weite Konfidenzintervalle [Schwankungsbreite möglicher Messfehler] aufwiesen bzw. nicht mehr statistisch signifikant waren. In der höchsten Altersgruppe (≥ 75 Jahre) ist daher eine Aussage über die Effektivität der Impfung mit hoher Unsicherheit behaftet.“

Aus der veröffentlichten Tabelle ist zu entnehmen, dass weniger als 5 % der insgesamt etwa 40.000 Studienteilnehmer über 75 Jahre alt waren – also zu der Gruppe gehören, die mit der Impfung vorrangig geschützt werden soll. Daher sind auch die absoluten Zahlen der Covid-Infizierten in dieser Altersgruppe verschwindend gering: In der geimpften Hälfte sind es 0 von 774, in der anderen Hälfte, die ein Placebo erhielt, 5 von 785. Rein rechnerisch beträgt die Impfeffizienz bei den Alten damit 100 % (5. Zeile der Tabelle), da eben keiner der Geimpften erkrankte. Doch aufgrund der absurd niedrigen absoluten Zahlen (null, fünf) liefert die Studie eine ebenso absurd riesige Schwankungsbreite („Konfidenzintervall“), die von -13 % bis 100 % Wirksamkeit reicht.

Ohne Impfstoff besser geschützt?

Der von den Studienautoren berechnete negative Wert von -13 % bedeutet, dass es durchaus im Rahmen des Wahrscheinlichen liegt, dass alte Menschen ohne Impfstoff sogar besser vor Covid-19 geschützt sein könnten als mit Impfstoff. Das alarmierende Fazit lautet: Man kann aus den vorliegenden Daten zur Zeit keine seriöse Aussage über die Wirksamkeit der Impfung bei alten Menschen treffen, also gerade bei denen, um deren Schutz es gehen soll – und die derzeit zu Hunderttausenden geimpft werden.

Beim Moderna-Impfstoff sind die absoluten Zahlen der getesteten Menschen über 75 Jahre sogar so niedrig und die Unsicherheit einer Wirksamkeit damit so hoch, dass in den Papieren zu dieser Altersgruppe überhaupt kein Konfidenzintervall mehr angegeben wird (S. 28, Tabelle 9, 4. Zeile).

Impfstoff laut Studiendesign nicht darauf angelegt, Leben zu retten

Die vermeintlich 95 prozentige Effektivität – über alle Altersklassen gerechnet – ergibt sich aus einem sehr speziellen Studiendesign: Als erfolgreich gilt der Impfstoff nicht etwa, wenn er eine schwere Erkrankung, eine Krankenhauseinweisung oder gar den Tod verhindert, sondern bereits dann, wenn er eine simple Covid-19-Infektion verhütet, die bekanntlich in den meisten Fällen symptomfrei verläuft. Das hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres Peter Doshi, Mitherausgeber der medizinischen Fachzeitschrift The BMJ (vormals „British Medical Journal“).

Es bedeutet, dass es Biontech und Moderna zur Behauptung der Wirksamkeit im Wesentlichen ausgereicht hat, zu messen, dass Menschen in der Placebo-Gruppe „einen Husten und einen positiven PCR-Test haben“, so Doshi, und nicht etwa, dass diese Nichtgeimpften auch schwer erkrankten. Das Ziel – die Impfstoffzulassung – ist so natürlich viel leichter zu erreichen.

Grenzt man das Ziel der Impfung sinnvollerweise aber so ein, dass tatsächlich eine schwere Erkrankung verhindert wird (was wohl als grundsätzlicher Zweck einer Impfung gelten kann und was Regierung und Medien auch seit Wochen in ihren öffentlichen Aussagen nahelegen), dann weist die Studie beim Biontech-Impfstoff nur noch eine Effektivität von 75 % aus (S. 27, Tabelle 8, dritte Zeile von unten). Doch auch dieser Wert steht unter dem Vorbehalt einer extrem hohen Schwankungsbreite, wiederum begründet in der niedrigen Zahl untersuchter Fälle.

Konkret: Von den mehr als 20.000 geimpften Studienteilnehmern erkrankte einer schwer, aus der ebenso großen Placebo-Gruppe waren es vier. Aus dem Verhältnis von eins zu vier ergibt sich die vermeintliche „75 % Effektivität“. Hypothetisch bedeutet das aber auch: Wäre von den über 20.000 Geimpften nicht einer, sondern wären zwei Menschen schwer erkrankt, dann läge die rechnerische Wirksamkeit, eine schwere Erkrankung zu vermeiden, nur noch bei 50 %. Man muss es deutlich sagen: Auf so wackligen Zahlen ruht die internationale Impfkampagne. In der EU wurde der Biontech-Impfstoff auf dieser Grundlage am 21. Dezember zugelassen.

Nebenwirkung Gesichtslähmung?

Dazu kommt: In der geimpften Gruppe von Biontech (etwa 20.000 Personen) kam es zu einer Reihe von schweren Nebenwirkungen, die in vier Fällen als „impfstoffbezogen“ bezeichnet werden, darunter eine Herzrhythmusstörung. In vier weiteren Fällen, die als „möglicherweise durch die Impfung verursacht“ gewertet werden, traten Gesichtslähmungen auf, die laut Studie „vorübergehend“ („transient“) waren und in einem Fall erst mehr als sechs Wochen nach der Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis auftraten. (S. 31)

Zusammengefasst mit den zuvor genannten Erkenntnissen bedeutet das: In derjenigen Hälfte der Versuchsgruppe, wo ein Placebo verabreicht wurde, erkrankten vier Personen schwer an Covid-19, in der geimpften Hälfte hingegen erlitten mindestens vier Personen eine impfstoffbezogene schwere Nebenwirkung.

„Sehr geringe Evidenzqualität“

Zur „Vertrauenswürdigkeit der Evidenz“ heißt es im RKI-Papier mit Blick auf die Impfstoffe von Biontech und Moderna, die Evidenzqualität für die Annahme, dass die Impfung Covid-19 verhindere, sei allgemein „moderat“, in der Altersgruppe ab 75 Jahre jedoch „gering“. Für die These, dass die Impfung eine Krankenhauseinweisung verhindere (worum es laut Politik und Medien ja vor allem geht), gebe es sogar nur „eine sehr geringe Evidenzqualität“. (S. 33)

Insbesondere die Jens Spahns Gesundheitsministerium nachgeordneten Behörden RKI und PEI (Paul-Ehrlich-Institut), denen all das gründlich bekannt ist, müssen sich daher fragen lassen, in wessen Interesse sie die Zulassungsentscheidung für Impfstoffe getroffen – beziehungsweise deren Verwendung empfohlen – haben, deren Wirksamkeit in der entscheidenden Gruppe der Bevölkerung bis heute nicht belegt ist. Denn solange die Wirksamkeit nicht geklärt ist, muss über Sicherheitsfragen erst gar nicht diskutiert werden.

Das Fazit aus all diesen Informationen ist so aufwühlend wie bitter: Angesichts der zur Zeit laufenden Massenimpfungen erscheint es geradezu kriminell, dass die hier aufgeführten, leicht zugänglichen Fakten weder von den verantwortlichen Behörden, noch von Journalisten der großen Medien in angemessenem Maße öffentlich thematisiert werden – so dass die Bevölkerung auch tatsächlich eine informierte Entscheidung über die Impfung treffen kann.

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Die Pandemie der Feigheit

Den meisten Menschen unserer Epoche fehlt es grundlegend an Mut — ohne diesen ist ein erfülltes Leben jedoch unmöglich.

„Wer nicht furchtlos ist, braucht Mut“, sagt ein Sprichwort. Wer sich seinen Ängsten stellt, immer wieder, wird feststellen, dass sein Mut wächst, jedes Mal ein kleines Stück. Ganz so, wie man Muskeln durch Benützen trainiert. Dagegen schwächt uns die Erfahrung, uns feige verhalten zu haben, erheblich. In der Folge kann es mit unserem Selbstvertrauen und unserer Lebensfreude massiv bergab gehen. Ohne Mut sind wir auch zu leicht Knetmasse in den Händen derer, die uns zu manipulieren und auszunutzen versuchen. Die größte Angst ist jene vor dem Tod. Wer auf der Klaviatur dieser Urangst spielt, kann mit Menschen — wie das Beispiel Corona zeigt — so gut wie alles machen. Nur wenn wir uns aufraffen und Mut fassen, wird 2021 im eigentlichen Sinn ein „Neues Jahr“ werden. Oder will jemand dasselbe wie 2020 noch mal erleben?

Man hat uns falsch erzogen über Jahrtausende. Man gab uns jede Menge Spielzeuge; heute ist die Welt voller Spielzeuge, vor allem die Welt der Erwachsenen. Man gab uns Ablenkung, Drogen, falsche, inhaltsleere Ideale. Man gab uns sogenannte Religionen — es waren Religionen der Macht und der Unterwerfung. Die angeblich aufgeklärte Menschheit ist von sich selbst überzeugt, keiner Religion anzuhängen, sondern der Vernunft zu vertrauen, doch unsere Religion ist immer noch der Glaube an Macht und Unterwerfung, egal wie es heute genannt wird.

Man gab uns Regeln, denen wir zu gehorchen hatten, und das tun wir immer noch. Hinterfragen und Anzweifeln ist Sünde, Nichtbefolgen war und ist auch Sünde. Und noch heute, im 21. Jahrhundert, ist die halbe Weltbevölkerung für die sogenannten modernen Religionen sündig allein deshalb, weil sie weiblich ist. Wo bleibt hier die Vernunft dieser vernünftigen Gesellschaft?

Wer sind wir eigentlich?

Unsere Welt ist eine Welt voller unterwürfiger Feiglinge. Wir wurden über Jahrtausende dazu erzogen, sozialisiert. Da „alle so sind“, denken wir, das sei „normal“. Wenn wir ehrlich darüber nachdenken, erkennen wir aber ganz schnell, dass dies eine große Lüge ist. Es geht nicht darum, blinde Gewalt auszuüben, es geht nicht einmal darum, irgendeine Gewalt auszuüben. Es geht darum, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, auch der eigenen Wahrheit über sich selbst und die eigenen Beweggründe, mit all den Ausreden. Und dann eine Entscheidung zu treffen und sie entsprechend in die Tat umzusetzen. Erkenntnis ohne Konsequenz für das Handeln und die Art zu leben ist keine Erkenntnis, es ist ein Selbstbetrug.

Es gibt eine Wahrheit, die auch von den Religionen zumeist verleugnet wird und in der modernen Wissenschaft sowieso: Wir sind nicht unser Körper. Wir sind geistig-seelische Wesen, welche in einem Körper wohnen. Das haben wir vergessen, weil man uns das hat vergessen lassen. Weil wir aufgrund dieses Vergessens manipulierbar sind, voller Angst und Unsicherheit. Weil es uns von uns selbst entfremdet.

Jetzt stehen wir da und fürchten um unseren Körper. Wir nutzen nicht unser Potenzial, welches in Seele und Geist steckt, um den Körper zu stärken. Und wir nutzen nicht unseren Körper als Werkzeug für die Seele und den Geist. Etwas steht hier auf dem Kopf. Es wurde mit Absicht auf den Kopf gestellt, doch können wir jederzeit die Entscheidung treffen, diese Wahrheit wieder richtig hinzustellen und danach zu leben. Es benötigt einfach nur unsere innere Entscheidung, an der wir beschließen festzuhalten, was auch kommen mag, egal was kommt. Viele ahnen es schon lang oder wissen es gar. Doch nur wenige ziehen Konsequenzen daraus.
Wenn ich bloß nicht so eine Angst hätte…

In Angst verharren, ohne gegen sie anzuarbeiten, ohne zu üben, sie zu überwinden, ist auch eine Entscheidung. Angst ist dann eine ewige Ausrede vor sich selbst und vor anderen. Sie wird gerne anders genannt, zum Beispiel „Besonnenheit“, „Vorsicht“, „Rücksicht“, „Friedfertigkeit“, „der Klügere gibt nach“, „Sanftmut“ oder gar „spirituell“, „erleuchtet“, „halte auch die linke Wange hin“. Das ist eine Erhöhung der Feigheit, die einen selbst mitsamt seinen Lieben in Sklaverei treibt.

In der Angst steckenzubleiben heißt, sein Leben zu reduzieren und zusätzlich das Leben seiner Familie, seiner Kinder, seiner Mitmenschen. Das ist nicht, was Liebe ist. Angst ist immer Unfreiheit, Unterordnung, Illusion, Angst führt auf den Weg in die Sklaverei.

Wo ist die Liebe?

Wo ist die Liebe ohne diese ständige Ausrede? Wann leben wir endlich eine unbeschnittene, nicht reduzierte Liebe? Wo sind unsere Ideale, wo ist die höchste Version, die wir von uns selbst haben? Sein ganzes inneres Potenzial anzustreben, es immer mehr ins Leben zu holen, nicht, um darüber zu reden, sondern um es zu nutzen in der Tat, im Handeln — das ist, was Liebe bedeutet, Liebe für sich selbst und seine Mitmenschen. Sein Potenzial verkümmern zu lassen, sein Leben nicht zu leben, dem Leben auszuweichen mit einer Unzahl von Ausreden und somit seine Aufgabe für die Menschen und die Welt zu verweigern, das ist nicht Sanftmut, ist nicht spirituell, ist nicht Rücksichtnahme, es ist die absolute Lieblosigkeit. Es ist Verrat an sich selbst und an den Mitmenschen.

Feigheit ist ein schlimmes und absolut beschämendes Gift. Wer einmal in seinem Leben in einer Situation feige war — und wir kennen das alle —, der weiß, wie lange diese Erfahrung in einem selbst gärt und wühlt, wie diese Feigheit regelrecht an der eigenen Würde nagt, an der eigenen Ehre, jahrelang, unter Umständen jahrzehntelang.

Über das Leben zu reden ist nicht das Gleiche, wie das Leben zu leben. Das Leben zu leben bedeutet, das Leben zu leben, das einem selbst gehört, niemandem sonst. Das eigene Leben als Einheit von Körper, Seele und Geist.

Nutze deine Macht!

Unbesonnenheit ist nicht dasselbe wie Furchtlosigkeit. Furchtlosigkeit und Mut kommen aus der Erkenntnis von Wahrheit verbunden mit Klugheit. Die Wahrheit darüber, wer wir selbst sind und sein wollen. Die Wahrheit über die Jahrtausende währende Unterdrückung durch Machthaber. Macht hat der, dem Macht gegeben wird. Die uns innereigene Macht als geistiges Wesen geben wir nur ab, wenn wir uns selbst verleugnen. In jedem Augenblick des Lebens, so auch jetzt, kann ein jeder die Entscheidung treffen, seine ihm gehörende Macht anzuwenden und in die eigene Verantwortung zu gehen. Verantwortung muss man nicht fürchten, warum auch?

Ja, man kann Fehler machen, doch der größte aller Fehler ist, nichts zu tun. Das ist die eigentliche „Sünde“, wenn man so sagen will, die man sich selbst und damit auch seinen Mitmenschen antut.

Wichtig ist, zu wissen, dass die scheinbare Entmachtung nicht unser ewiges Schicksal sein muss. Wir können uns in jedem Moment entscheiden, ab jetzt anders zu leben, unseren Mut zu trainieren.

Wir können endlich damit anfangen, die Tatsache unserer Geistnatur nicht nur zu wissen, sondern auch zu nähren, zu hegen, zu pflegen, sie gedeihen zu lassen, sie ins eigene Leben einzuladen.

„Ich bin nur halb so mutig, wie ich sein oder werden will; ich bin nur halb so mutig, wie ich sein könnte, weil ich mit diesem Mut geboren wurde, wie alle Menschen. Doch bin ich heute doppelt so mutig, wie ich einmal war. Anders ausgedrückt: Ich bin schon halb so mutig, wie ich einmal sein werde! Und ich werde täglich mutiger!“ Kann man sich das nicht einfach genau so vornehmen?

Die Chance in dieser Zeit

Ob die Mehrheit der Mitmenschen, die nicht wissen wollen, noch erreichbar ist — irgendwann vielleicht —, ich weiß es nicht. Doch gibt es viele Menschen, die die Wahrheit kennen, weil sie sie gesucht haben, weil sie ihr ins Gesicht geschaut haben, obwohl sie so hässlich ist und so grausam. Das war schon ein großer und mutiger Akt. Einige sitzen wie paralysiert vor diesem Schreckensbild; einige reden darüber, seit Monaten, meist digital, immer wieder; andere wiederum treibt es hoch, treibt es hinaus, sie werden laut, sie nennen ihren Namen, sie nennen die Wahrheit beim Namen und auch die Lüge, sie stehen zu sich, zu ihrer Wahrheit, zu ihrem Entschluss. Es sind vielleicht nicht alles furchtlose Menschen.

Wer nicht furchtlos ist, braucht Mut und die Überzeugung, dass es jetzt nichts Wesentliches mehr zu verlieren, sondern nur noch zu gewinnen gibt. Manche sagen: „Lieber aufrecht sterben als auf Knien in Ketten leben!“ Manche sagen, man könne ihrem Körper schaden oder ihn töten, nicht jedoch ihren Geist.

Wir sehen aktuell ganz deutlich, dass es uns nichts nützt, unseren „Arsch retten“ zu wollen! Wir sehen, dass wir mit Stillhalten, Nicht-Auffallen, mit Alles-richtig-Machen, mit Folgsamkeit, mit dem Warten auf einen Retter oder darauf, dass andere anfangen, nicht weiterkommen, sondern immer mehr Ketten sich um uns legen. Wir reden und reden und reden über das Übel dieser Ketten. Wo ist die Konsequenz? Wo ist die Handlung? Allein, es fehlt der Mut? Er kommt nicht von selbst. Wir sind selbst für unseren Mut verantwortlich, für unsere Ideale, für unser Leben und das Leben derer, die schwächer sind als wir. Wir sind selbst verantwortlich für unsere Macht, für unsere Liebe. Wir sind selbst dafür verantwortlich, erwachsen zu werden!

Krisen sind dazu da, daraus zu lernen und Konzequenzen zu ziehen

Ein neues Jahr hat begonnen. Wir entscheiden, wie dieses Jahr werden wird. Jeder einzelne tut das, jeden Tag. Es sind nicht die anderen, auf die wir warten, dass sie irgendetwas beginnen mögen, dem wir uns anschließen könnten. Wir entscheiden über unsere Zukunft. Wir wissen, was für uns „vorgesehen“ wird. Das ist nicht, was wir wollen, es hat nichts mit Leben zu tun, nichts mit Freiheit, nichts mit Liebe, nichts mit Frieden. Wir werden das erleben, was wir zulassen, wir stimmen zu, indem wir etwas zulassen.

Wann sagen wir eigentlich NEIN? Wann tun wir öffentlich den Mund auf, ja, auch in unserer Familie, bei unseren Freunden? Wann handeln wir so, wie wir es eigentlich (!) für richtig halten? Warum sagen und tun wir nicht das, was der Liebe entspricht, der Freiheit, der Würde? Warum fordern wir immer unsere Rechte und handeln nicht nach unserer Würde?

Werden wir dieses neue Jahr genauso verbringen wie das alte? Werden wir im neuen Jahr dieselben sein wie im alten? Werden wir uns entwickeln, wachsen, unseren Idealen näherkommen? Werden wir weiter warten, bis einer es für uns richtet, oder werden wir es selbst tun?

Werden wir diese Krise mit allem, was sie uns androht, einfach nur erleiden, oder werden wir sie ergreifen und die Geschenke annehmen, die ihre Überwindung mit sich bringt? Werden wir jetzt aufwachen und in Eigenverantwortung für unser Wohl und das Wohl unserer Mitmenschen aufstehen, stehen, mit beiden Beinen fest auf dem Boden, aufrecht mit erhobenem Kopf und liebevollem Herzen? Werden wir es schaffen, unseren Verstand mit unserem Herzen zu verbinden?

Überall da, wo ein Mensch es wagt, sich neu zu besinnen, dort beginnt das „Neue Jahr“!

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Der kleine, feine Denunziant

Wenn das Verpfeifen von Bürgern, die gegen die Corona-Maßnahmen verstoßen, zum guten Ton gehört, breitet sich ein Klima von Misstrauen und Unfreiheit aus.

Die Maßnahmen der Regierungen gegen das Coronavirus lassen das Denunziantentum wiederaufleben. In einer Zeit, in der die bedingungslose Akzeptanz der „neuen Normalität“ von „verantwortungsbewussten“ Bürgern als Selbstverständlichkeit betrachtet wird, wittert ein bestimmter Typus Mensch Morgenluft. Dort, wo klare Regeln von allerhöchster Stelle vorgegeben werden, aktiviert sich seine Aufmerksamkeit. Rasch, so ist es in ihm angelegt, fährt sein spezielles „Betriebssystem“ hoch. Er erkennt, dass die Bühne für ihn bereitet und sein Einsatz gefragt ist. Der kleine Nazi lebt auf.

Wie kann es sein, dass dort unten an dem kleinen See ein Auto mit einem Kennzeichen von außerhalb parkt? Befinden sich in der Nachbarswohnung mehr Personen, als erlaubt? Ist in dem Lebensmittelladen um die Ecke tatsächlich ein Bürger ohne Maske unterwegs?

Wenn der kleine Nazi „Regelverstöße“ dieser Art beobachtet, dann fällt es ihm schwer, sich zurückzuhalten. Im besten Falle lässt er dem „Übeltäter“ eine Nachricht zukommen, auf der etwa das Folgende zu lesen ist:

„Es ist mehrfach aufgefallen, dass bei Ihnen ein fremdes Fahrzeug parkt. Dies ist, wie Sie sicherlich wissen, aufgrund der aktuellen Situation nicht erlaubt. Ich empfehle Ihnen, diese Regelung zu akzeptieren — in unser aller Interesse! Sollte weiterhin zu beobachten sein, dass Sie gegen die Ordnung verstoßen, wird dies dem Ordnungsamt und der Polizei mitgeteilt.“

Im schlimmsten Fall greift der kleine Nazi direkt zum Hörer und ruft bei der Polizei an, um seine Beobachtung mitzuteilen — natürlich anonym. Seine aufgeregte Stimme vermittelt den Beamten: Hier muss es um einen dramatischen Vorfall gehen. Und dann folgt der Report, so akkurat vorgetragen, dass so mancher Führer stolz wäre:

„Auf dem Spielplatz in der Kaiserstraße, da treiben sich zwei Frauen rum. Mit ihren Kindern! Die eine heißt Müller, die andere Meyer. Ihre Kinder heißen Jan, Anne und Sandra. Das ist nicht das erste Mal. Kommen Sie schnell vorbei. Das geht so nicht!“

Während sich die Polizei am anderen Ende der Leitung oftmals ob der Nichtigkeit des gemeldeten Vorfalls ein Seufzen nicht verbergen kann, wechselt der kleine Nazi langsam, aber sicher in den Befriedigungsmodus. Er hat es getan! Welch ein mutiger Akt.

Denunzieren aus sicherer Entfernung

Die Befriedigung des kleinen Nazis kennt dann keine Grenzen mehr, wenn er mit eigenen Augen — aus der sicheren Entfernung seiner Wohnung, hinter dem Vorhang am Fenster — beobachten kann, wie die Gesetzeshüter Ordnung herstellen.

Müssen die beiden Frauen sich nun etwa vor der Polizei rechtfertigen? fragt er sich. Es sieht ganz danach aus. Jetzt, endlich, geht es ihnen an den Kragen. Sie verlassen tatsächlich, unter Begleitung der Polizei, den Spielplatz. Nun hat der kleine Nazi seine volle Befriedigung.

Wer sich mit dem Typus des kleinen Nazis näher beschäftigt, erkennt schnell, dass sein Handeln vorgeblich immer von edlen Motiven geprägt ist. Ihm geht es um Anstand, um Recht, um den Schutz seiner Familie, seiner Mitmenschen und letztlich, ja, um den Schutz des gesamten Landes, ja, sogar um den Schutz der ganzen Welt. Wer wollte ihn bei derlei ehrbaren Motiven ernsthaft kritisieren?

Der kleine Nazi — das muss man ihm lassen — versteht es, seine Hände in Unschuld zu waschen. Es wäre eine infame Unterstellung, zu behaupten, der kleine Nazi verpfeife deshalb Bürger, weil er eine teuflische Freude daran habe, unter Rückendeckung der vorherrschenden Ordnung als Heckenschütze aktiv sein zu dürfen.

So wie der „gute“ Bürger, der damals, in einer Zeit, die zunächst von viel Euphorie und Größenwahn, und dann von Heulen und Zähneklappern geprägt war, seinen jüdischen Mitbürger nur deshalb denunziert hat, weil er „wusste“, dass der Jude — ganz allgemein, so an und für sich — ein ganz übler Gesell und dazu auch noch „von Haus aus“ ein TBC-Überträger, sprich: ein „Volksschädling“ war, so schwärzt der kleine Nazi unserer Zeit seine Mitmenschen nur deshalb an, weil er Schlimmes verhindern möchte. Schließlich geht es ihm doch nur um Infektionsschutz. Wer‘s glaubt!

Der Denunziant hat seine Augen überall

Der kleine Nazi ist ein Großmeister der Täuschung. Er gefällt sich mitunter besonders gut in der Rolle, gegen Nazis, gegen rechts zu Felde zu ziehen. Nie wieder Faschismus! sagt er gerne voller Überzeugung. Oft ist er überzeugter Wähler etablierter Parteien. Der kleine Nazi weiß in der Regel von den Gefahren des Klimawandels, weiß genau, wie man sich ökologisch korrekt verhält — auch wenn er selbst dem nicht immer nachkommt — und gehört manchmal dem juste milieu an, das heißt jenem Kreis von Menschen, die die einzige wahre Wahrheit mit der Muttermilch aufgesaugt haben.

Wo ein Hang zum Autoritären zu finden ist, lauert der Faschismus.

Norm- und regelfixierte Bürger richten sich mit großer Vorliebe an der jeweils von oben vorgegebenen Ordnung aus. Sie erwarten, dass alle anderen die jeweils vorherrschenden Regeln akzeptieren, wie sie es selbst tun. Verstößt jemand dagegen, ruft der kleine Nazi rasch nach der mit Härte durchgreifenden Staatsmacht. Ist der Staat bei einem Ordnungsverstoß nicht zur Stelle, fühlt er sich berufen, als Vorhut staatlicher Ordnungshüter in Erscheinung zu treten. Und dafür, dass muss man ihnen lassen, sind die kleinen Nazis außerordentlich gut geeignet. Sie verfügen über eine Stärke, die für ihre Absicht sehr hilfreich ist. Sie sind in der Lage, ihre Aufmerksamkeit selbst während der Erledigung ihrer Alltagsgeschäfte auf Ordnungsverstöße zu richten. Sie verfügen über feine Sensoren, die ihnen sofort mitteilen, wenn die Ordnung, die für sie zu einer Art Fetisch geworden ist, von einem ihrer Mitbürger missachtet wird.

In vorauseilendem Gehorsam übernimmt der kleine Nazi aus eigenem Antrieb die Perspektive der Behörden. Nein, als oftmals sogar intelligenter und sehr gebildeter Bürger „denkt“ er stellvertretend für die Ordnungsgeber mit. Hat er etwa einen seiner Mitbürger beobachtet, der es sich herausnimmt, trotz Verbot zum Sonnenbaden allein auf einer Wiese zu liegen, bahnen sich bei ihm geradezu kaskadenhafte Gedankengänge ihren Weg.

Was, wenn sich noch ein weiterer Bürger zum Sonnenbaden auf die Wiese legt? Was, wenn so viele Bürger dazukommen, dass aus der im Grunde genommen harmlosen Situation etwas wird, das im Sinne des Infektionsschutzes eine Gefahr ist? Was, wenn der Regelverstoß andere dazu animiert, gegen die Regel zu verstoßen? Und schon hat der kleine Nazi einen Weg gefunden, wie er sein Denunziantentum vor sich und anderen rechtfertigen kann.

Im Laufe der Zeit lernt man den kleinen Nazi besser kennen. Der Blick hinter die Maske des Ritters ohne Furcht und Tadel ist nicht einmal schwer — man darf sich nur nicht von ihm blenden lassen. Immer dann, wenn es wirklich um etwas geht, kann man darauf wetten, dass der kleine Nazi, dessen Augen sonst nicht die kleinste Kleinigkeit entgeht, im drei-Affen-Modus unterwegs ist: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

Im „Drei-Affen-Modus“ unterwegs

Wenn der gewalttätige Nachbar am Abend seine Frau so durch die Wohnung prügelt, dass die Übergriffe bis auf die andere Straßenseite zu hören sind, dann hört der kleine Nazi, der Tür an Tür mit dem Prügler wohnt, weg.

Rufen Anwohner, die hinhören, die Polizei, kann ein Schmierenstück beobachtet werden, das der „aufrechte“ Bürger aufführt. Die Polizei, die dem kleinen Nazi zwecks möglicher Zeugenaussage gerne ein paar Fragen stellen möchte, muss mehrmals läuten, bis sich die Tür öffnet. Einen großen Kopfhörer tragend erscheint er auf der Bildfläche, schaut gespielt verdutzt aus den Augen, um sodann zu erklären, er habe über den Kopfhörer klassische Musik gehört, nichts mitbekommen.

Der kleine Nazi — er schätzt eben Kultur. Man wird ja nochmal Wagners „Walkürenritt — Hojotoho! Heiaha! (3. Akt)“ hören dürfen?!

Es liegt auf der Hand: Der kleine Nazi ist nicht der aufrichtige Bürger, der er vorgibt zu sein.

Im Grunde genommen ist er ein erbärmlicher Wicht. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, darf dennoch nicht unterschätzt werden. Setzt die Ordnungsmacht erst einmal auf ihn und seinen Hang zum Denunzieren, steht nicht nur für den einzelnen Bürger, sondern auch für die Gesellschaft viel auf dem Spiel. Ein Klima von Argwohn, Misstrauen und Unfreiheit breitet sich aus.

Wo in der Menge sind die Denunzianten-Augen? Wer ist wohlgesonnen und wer lauert nur darauf, seine Mitmenschen zu verpfeifen? Aber vor allem: Wie weit würde der kleine Nazi gehen, wenn die Bühne für ihn erst so richtig bereitet ist?

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Deutschland vor dem Rechtsruck: Das Phänomen Spahn

Jens Spahn ist ohne Zweifel der Mann der Stunde – nach Umfragen sogar derzeit der beliebteste Politiker. Würde er seinen Hut als Kanzlerkandidat in den Ring werfen, seine Aussichten stünden gut. Diese Konstellation lässt es interessant erscheinen, einen älteren Artikel wieder hervorzukramen, der beschreibt, wie die Spahnmania begann. Spätestens mit dem Jahr 2018, als der frühere „Merkel-Kritiker“ seinen heutigen Posten erringen konnte: das Bundesgesundheitsministerium. Der Artikel suggeriert, dass Spahn quasi für große Aufgaben „gecastet“ und von Teilen der Medien gehätschelt wurde. Ein Mensch also, dem das Etikett „Pharma-Lobbyist“ nicht zu Unrecht anhängt und dessen Mission es u.a. zu sein scheint, dem Staat verstärkt Zugriff auf den menschlichen Körper zu gewähren – vom Organspende-Vorstoß bis zur Maskenpflicht. Im Rückblick betrachtet, erscheint es noch wahrscheinlicher, dass Spahns erstaunlicher Aufstieg eine nicht ganz zufällige Inszenierung gewesen ist.

„Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus“ Deshalb muss man dem Volk vorkauen, wen es als Staatsgewaltige wollen soll. Es ist wichtig, schon bei der Vorauswahl geeigneter Politiker Sorge zu tragen, dass sich nichts Wesentliches am System ändert – es sei denn in Richtung auf noch mehr Autoritarismus und Kapitalismus. Besonders hoch im Kurs steht derzeit ein weitgehend charismafreier Jüngling mit Erfahrung als Pharmalobbyist, bekannt dafür, die Kanzlerin gern rechts zu überholen: Jens Spahn. Auf allen Kanälen wird uns der schnöselige CDU-Politiker als große Polithoffnung und (fast) sicherer nächster Kanzler unseres Landes aufgedrängt. Worin liegt das Geheimnis dieses Mannes und seiner medial aufgeblasenen Blitzkarriere?

Kleiner Test: Sagt Ihnen der Name Maria Böhmer etwas? Steffen Kampeter? Uwe Beckmeier, Iris Gleicke, Gabriele Lösekrug-Möller? Nicht? Es sind alles Namen von Staatssekretärinnen und -sekretären des Kabinetts Merkel III, hochrangige Mitarbeiter in Ministerien des Bundes. In der letzten, derzeit nur „kommissarisch“ tätigen Regierung gab es deren 38.

Und nun die Gegenfrage: Haben Sie schon von Jens Spahn gehört? Ich wette, mehr als nur einmal. Vermutlich sogar täglich mehrfach auf allen Kanälen. Und nicht nur seit der „schärfste Merkel-Kritiker“ zum Gesundheitsminister in spe erhoben wurde. Jens Spahn kreiste schon seit Wochen und Monaten im Orbit – sei es als „Nachwuchshoffnung“ oder größte Bedrohung der Kanzlerin. Ein Ministerrang schien ohnehin nur noch eine Frage der Zeit, ja auch die Kanzlerschaft steht über kurz oder lang im Raum – nur noch zu verhindern eventuell durch „Kronprinzessin“ Annegret Kramp-Karrenbauer. Uns allen wurde durch ein mediales Dauerfeuer eingebläut: Jens Spahn gehört zu den politischen Talenten unserer Epoche – ein Mann mit Zukunft.

In Wahrheit war Jens Spahn bis vor kurzem nicht mehr als Helge Braun oder Gabriele Lösekrug-Möller: Staatssekretär eben. In seinem Fall im Finanzministerium. Zusätzlich wird ihm etwas Erfahrung im Fachbereich Gesundheit nachgesagt. Na und? Sind die Medien nun alle Hellseher, die vorausahnen können, was oder besser wer politisch auf Deutschland zukommt? Oder wurde Jens Spahn im Gegenteil von den Medien „gemacht“? Hat die Presselandschaft, gedacht eigentlich dazu, die politische Realität widerzuspiegeln, mitgeholfen, diese erst zu erschaffen? Noch eine dritte Hypothese wäre denkbar: Sind Politikbetrieb und Medienbetrieb etwa nur wie Finger ein- und derselben Hand, koordiniert durch einen einheitlichen Willen?

Woher rührt der Wahn um Spahn?

Jetzt kommen wir natürlich in den Bereich der Verschwörungstheorie. In Zukunft wird mein Name überall nur noch mit dem Zusatz „Der Verschwörungstheoretiker Herr Axel“ Erwähnung finden. Aber ich muss es jetzt einfach sagen: Jens Spahn nahm an der Bilderberger-Konferenz vom 1. bis 4. Juni 2017 teil, an einer jener völlig intransparenten Eliteveranstaltungen, denen man nachsagt, sie wollten am Wähler vorbei massiv Einfluss auf die Weltpolitik ausüben. Kurze Nebenbemerkung: Auch Olaf Scholz nahm an einer Bilderberger-Konferenz teil. Auch er ist heute obenauf. Typisches Verschwörungsgeschwurbel von mir, ich weiß.

Vielleicht aber haben Verschwörungstheorien auch deshalb heute Hochkonjunktur, weil alle alternativen „seriösen“ Theorien fast noch unglaubwürdiger wirken. Etwa die Annahme, ein eher blasser, nicht einmal sonderlich charismatischer Jüngling mit gekünstelt wirkendem Siegerlächeln habe es aus eigener Kraft so weit gebracht, dass ihm den Posten des zweitmächtigsten Führers der westlichen Welt fast nicht mehr zu nehmen ist.

Warum, wenn an der ganzen Sache nicht etwas faul ist, schrieb das britische Magazin „The Guardian“ schon im August 2016: „Jens Spahn: The Man who could replace Merkel as Chancellor“? Nirgendwo las man zum Beispiel: „Gabriele Lösekrug-Möller – die Frau, die die Welt erschüttern wird”. Hatten die Schreiberlinge im Königreiche einfach einen guten Riecher – oder ist Jens Spahn eine Figur, die derzeit sogar auf internationaler Ebene gepusht wird?

Ein Moderator bricht eine Lanze für Spahn

Bei Markus Lanz, jenem Talkshow-Matador, der 2014 Sahra Wagenknecht in höchst unfairer Weise ins Verhör nahm, konnte man am 13.02.2018 die Ausrufung Spahns zum künftigen Lenker der Geschicke unseres Vaterlands und Europas live miterleben. Schon zu Beginn blendete Lanz eine Fotomontage des CDU-Politikers mit Merkel-Frisur ein. Untertitel: „Das Spahn-Merkel“. Dieser gezielt platzierte Scherz gab die Richtung vor. Im Anschluss gewährte Lanz dem Shooting-Star endlos Raum, um sich – ohne lästige Kritik fürchten zu müssen – auszubreiten. Markus Lanz musste vom vielen Zunicken schon eine Genickstarre bekommen haben. Dabei zeigt der Fall Wagenknecht, dass der ehemalige Wetten-dass?-Moderator durchaus bissig werden kann, wenn er jemanden nicht mag.

Assistierend stand Lanz dabei Michael Spreng zur Seite, Journalist und ehemaliger Wahlkampfleiter Edmund Stoibers, der seine Verehrung für den Unions-Sonnenjüngling kaum zu verhehlen versuchte. (Zum Vergleich: Beim Wagenknecht-Schlachtfest engagierte Lanz den Stern-Journalisten Jörges, um die Delinquentin von zwei Seiten in die Mangel zu nehmen). Spreng kam dann gegen Ende der Sendung zur Sache und verlangte, man solle Spahn sofort ein schwieriges Ministerium zuweisen, am besten Gesundheit, in dem er sich bewähren könne. „Rufen Sie Jens Spahn gerade zum nächsten Kanzlerkandidaten der Union aus?“, kam Lanz auf den Punkt. Michael Spreng räumte daraufhin ein, es gebe „mehrere Nachwuchsleute“: den Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther und – wenig überraschend – Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Julia Klöckner. „Und Jens Spahn“ fügte der Unions-Unterstützer hinzu. Aus diesem Kreis, so Spreng dezidiert, werde sich ein Nachfolger für Frau Merkel herausschälen.

Woher weiß der das so genau? Und warum sind nur knapp 14 Tage nach der Sendung tatsächlich genau diese drei Personen obenauf (nur von Günther ist derzeit wenig die Rede)? Warum spricht man mit Blick auf eine künftige Kanzlerschaft nie vom derzeit beliebtesten CDU-Minister, Peter Altmaier? Sieht der nicht gut genug aus? Oder vom Ministerpräsidenten des größten Bundeslands, Armin Laschet? Wäre nicht auch eine aus Altersgründen etwas kürzere Kanzlerschaft von Ursula von der Leyen oder Lothar de Maizière denkbar gewesen – erfahrene Kräfte im Bereich Krieg und Bürgerrechtsabbau und somit bestens für „Höheres“ geeignet? Es muss ja nicht jeder gleich einer ganzen Epoche seinen Stempel aufdrücken wie die Königin von England.

CDU-Vorsitzender = Bundeskanzler – für immer

Was hat Jungspund Jens, was die nicht haben? Man kommt schon ins Grübeln dabei. Folgt die Politik etwa einem Drehbuch, dessen Finale längst feststeht? Jedenfalls bediente sich die Lanz-Sendung eines geschickten, jedoch höchst unaufrichtigen Tricks. Sollte die Botschaft lauten: „Jens Spahn ist unser nächster Kanzler“, so war es besser, wenn weder der Moderator noch der Kandidat selbst dies aussprachen. Ein „unabhängiger“ Dritter sollte sagen, was ohnehin schon länger in der Luft lag.

Einige Dinge scheinen jedenfalls klar: Der oder die nächste CDU-Vorsitzende wird auch KanzlerIn der Bundesrepublik Deutschland sein. Andere Varianten (etwas ein SPD-Sieg mit Nahles 2021) sind höchst unwahrscheinlich. In einer unipolaren neuen Bundesrepublik erscheint es allenfalls noch fraglich, welche Farbe nach „Schwarz“ hinter dem Bindestrich kommt: Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb, Schwarz-Gelb-Grün, Schwarz-Braun, Schwarz-Gelb-Braun. Wir sprechen also von AnwärterInnen auf einen der einflussreichsten Posten der Weltpolitik. Erscheint das erwähnte „Kleeblatt“ dem wirklich gewachsen? Kennen Sie viele Menschen, in denen eine tiefe Sehnsucht wohnt, demnächst von Jens Spahn oder Annegret Kramp-Karrenbauer regiert zu werden? Oder kann es sein, dass uns diese Figuren im großen Spiel eher aufgedrängt werden sollen?

Für Jens Spahn dürfte das Gesundheitsministerium noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein. Über mögliche politische und handwerkliche Mängel im Amt würde eine äußerst wohlwollende Presse ggf. gern hinweghelfen. Sollte Spahn also nicht den Guttenberg machen, können wir „Großes“ von ihm erwarten. Vielleicht muss der Senior-Minister Horst Seehofer aus Altersgründen mal sein Amt abgeben. Oder die Klagen über nicht einsatzfähige Tötungswaffen, U-Boote oder Panzer der Bundeswehr, bringt die noch scheinbar unantastbare Ursula von der Leyen zu Fall (und später ins Schloss Bellevue). In beiden Fällen käme für die Nachfolge nur einer in Frage: Jens Spahn. Spätestens wenn der ohnehin repressionsfreudige Konservative eines der beiden „klassischen“ Ressorts besetzt, wird ihm die Kanzlerschaft nicht mehr zu nehmen sein.

Merkel muss Spahn gnädig stimmen

Schon jetzt scheint es ja, als ob nicht Spahn sich bei Merkel bewähren müsse, sondern als ob die erfahrenste Regierungschefin des Westens dazu angehalten sei, bei einem Newcomer, der eigentlich noch nicht grün hinter den Ohren ist, um Schonung zu bitten. Schon 2013, so liest man mit Entrüstung, habe Merkel Spahn das Gesundheitsministerium „verweigert“. Einen solchen Fehler dürfe sie keinesfalls wiederholen, wolle sie nicht bei Spahn – und damit beim wachsenden konservativen Flügel der Union – in Ungnade fallen. Merkel wagte das Aufbegehren nicht und tat, was von ihr verlangt wurde. Sie „band ihren größten Kritiker ein“ – auch dies natürlich ein Schmierentheater, denn weder ist Spahn jemals derart radikal gewesen, noch war Merkel je wirklich „links“. Der aufgebauschte innerparteiliche Konflikt hilft, die AfD klein zu halten, sie jedoch weiter als Bedrohungspotenzial zu nutzen, um den Weg in die autoritär-marktradikale Republik in kleinen Schritten weiter fortzusetzen.

„Die AfD-Wählerinnen und -wähler“ sind ohnehin die Hätschelkinder der derzeitigen Politik. Fast jede Partei unternimmt Kraftanstrengungen, um die Ungnädigen „zurückzugewinnen“, als gälte es um eine wunderschöne, etwas spröde Braut zu werben. Darunter leiden natürlich nicht die gut situierten Politiker selbst, sondern viele der Schwächsten in der Gesellschaft: Zuwanderer, Asylbewerber, Hartz-IV-Betroffene, Kleinkriminelle und andere Randgestalten, gegen die es unbedingt „strenger“, „härter“ und „schärfer“ durchzugreifen gilt.

Offen ist derzeit nicht mehr, ob, sondern nur noch, wie stark die Union sich in naher Zukunft nach rechts verschieben wird: maßvoll und noch in der Tradition Merkels mit Kramp-Karrenbauer – oder etwas deutlicher mit Spahn. Alexander Dobrindt (CSU), Christian Lindner (FDP) und Jens Spahn – so liest man – treffen sich des Öfteren in trauter Rund beim Grunewalder Nobel-Italiener „Capriccio“, offenbar um eine gemeinsame Strategie zur Übernahme der Macht (ohne Grüne und SPD) zu besprechen. Wieder ist Spahn auf rätselhafte Weise zur rechten Zeit am rechten Ort, um den kommenden Rechtsruck zugleich vorzubereiten und an exponierter Stelle zu verkörpern. Randbemerkung: Gabriele Lösekrug-Möller und die anderen 38 Staatssekretäre bleiben dabei wieder außen vor.

Deutschland sucht den Super-Rechtsausleger

Wie schon gesagt, sollte man innerneoliberale Unterschiede auch nicht übermäßig dramatisieren. Alle KandidatInnen blinken derzeit rechts. Spahn natürlich vorne weg mit schlichten, dafür einprägsamen Parolen, die er in allen Talkshows wiederkäut: Ausländer führten die Kriminalitätsstatistik an; die Burka gehöre nicht zu Deutschland; man solle sich an Hauptbahnhöfen wieder sicher fühlen können; die Politik müsse dem Bürger signalisieren, sie habe verstanden, dass eine Gesellschaft durch Zuwanderung nicht beliebig belastbar sei. Alles Statements mit Signalwirkung für die Zielgruppe – jene 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung, die der Union derzeit zu entgleiten drohen.

Auch Annegret Kramp-Karrenbauer, deren Handicap darin besteht, als „Merkel 2“ wahrgenommen zu werden, versucht sich derzeit vorsichtig von ihrer Mentorin abzusetzen – nach rechts. „Jemand, der seine Identität verschleiert oder Papiere vernichtet hat, muss mit harten Konsequenzen rechnen“, sagte sie z.B. über jugendliche, unbegleitete Flüchtlinge. Auch der „Schutz von Polizisten“ (nicht: vor Polizisten!) liegt der neuen Generalsekretärin am Herzen. Und Julia Klöckner – nach außen hin zur Zeit vielleicht das freundlichste Gesicht der CDU – gibt sich in der Sache knallhart. Sie fordert ein Burka-Verbot und eine Integrationspflicht für Flüchtlinge sowie verpflichtende Sprachkurse. Sie ist gegen die volle rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen und entwarf 2016 einen „Plan A2“ zur Begrenzung der Flüchtlingszahl.

Mit Distanzierung von Merkel hat diese rechte Wanderbewegung jedoch wenig zu tun. Wie viele gelesen haben werden, sagte die Kanzlerin beim CDU-Parteitag am 27. Februar: „Null Toleranz ist unser Motto.“ Und sie fügte hinzu: „Sicherheit ist nicht verhandelbar“. Was meint sie damit? Ist Sicherheit, das „Super-Grundrecht“, heute so unauflöslich mit deutscher Staatsräson verknüpft, dass sie es nicht einmal nötig hat, in Verhandlungen mit anderen wichtigen Werten unseres Gemeinwesens zu treten – mit Würde und Freiheit zum Beispiel? Will Merkel damit sagen, dass das klassische Spannungsfeld zwischen Belangen der Sicherheit und der Freiheit gänzlich aufgelöst werden soll durch eine totale Dominanz der Sicherheit? Zwei sehr gefährliche Äußerungen der gern als „blass“ und „gemäßigt“ verharmlosten deutschen Dauerkanzlerin.

„Schwarzbraun bin auch ich…“

Hatte Franz Josef Strauß nicht die Parole ausgegeben, rechts von der Union dürfe es keine politische Partei von Gewicht geben? Klingt plausibel, geht aber beim derzeitigen politischen Zuschnitt der Bevölkerung nur, indem man auch Rechtsradikale, Xenophobe und Rassisten umarmt. Man gibt vor, sich jenem rechten Zeitgeist anpassen zu „müssen“, den man selbst fleißig zu erzeugen half. Alle genannten PolitikerInnen signalisieren mit ihren wohl kalkulierten Statements: „Habt keine Angst, dass Ihr es mit Gutmensch-Softies zu tun habt. Wir sind ganz harte Kerle oder Kerlinnen, die gegen kriminelle Ausländer und das ganze Geschmeiß auch mal hart durchgreifen können.“

Eine rechtsoffene CDU – Alexander Dobrindt beschwört gern die „Konservative Revolution“ herauf – schielt merklich auf österreichische Verhältnisse. Sie möchte sein, was früher die FDP – nur mit kleinerer Stimmenzahl – gewesen ist: Scharnier der Politik und Zünglein an der Waage. Es wird der Tag kommen, an dem die „Stagnation“ endloser Großer Koalitionen aufgebrochen werden wird durch den frischen Wind des Neuen: Schwarz-Braun oder, wie es dann heißen wird, Schwarz-Blau. Eine Regierung Spahn/ Lindner/ Dobrindt/ Weidel vielleicht, die mangels nennenswerter Opposition frei schalten und walten kann und das Land umformt zu einem Abdruck ihrer eigenen „schwarzen“ Seelenbeschaffenheit. Dann gute Nacht!

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Weihnacht – die Ankunft eines besonderen Kindleins

Am Heiligen Abend 2020 feiern wir die Ankunft eines besonderen Kindleins: der Diktatur.

„Gnadenbringende Weihnachtszeit“ — so heißt es in einem traditionellen Weihnachtslied. In diesem Jahr steuert die Politik pünktlich zum Fest auf den bisherigen Höhepunkt einer gnadenlosen Entmenschlichungspolitik zu. Angstkampagnen und Grundrechteabbau eskalieren zum Jahreswechsel. Regierungschefs im Machtrausch zerstören systematisch familiäre und freundschaftliche Gemeinschaften, sperren die Bürger in ihren Wohnungen weg wie Gefangene in mehr oder weniger komfortablen Einzelzellen. Diese Nacht wird so still werden wie lange keine mehr, aber es wird sich um die gespenstische Ruhe eines Kirchhofs handeln. Im Namen des Gesundheitsschutzes treiben Verantwortliche die ihnen Unterworfenen in einen Seelenwinter voller Ängste, Depressionen und Einsamkeitsgefühle. Damit hat sich die Politik ausgerechnet in einer Zeit, deren prägnantestes Symbol Masken sind, selbst die Maske christlicher Werteorientierung vom Gesicht gerissen. Wenn dieser ganze Wahnsinn irgendeinen Sinn für uns hat, dann den, dass wir jetzt endgültig wissen, woran wir mit unserer Führungskaste sind.

Es existiert ein festgefügter Glaube, der sich durch Fakten keinesfalls beirren lässt. Verbohrtheit und Ausgrenzung von „Ketzern“ sind weit verbreitet. Zur Aufrechterhaltung einer linientreuen Illusion wird ein enormer mentaler Aufwand betrieben, der es hinterher umso schwerer macht, den Irrtum einzusehen.

Repression als Weihnachtsgeschenk

Schon lange ahnen aufmerksame Beobachter, dass es mit der nach außen hin zur Schau getragenen christlichen Einstellung der meisten Politiker nicht so weit her ist. Zumal mit jener der „C-Parteien“, die sich besonders inbrünstig an Kriegseinsätzen, an Sozialabbau und der Etablierung einer inhumanen Flüchtlingspolitik beteiligt haben. Neu ist nur, dass an diesem Weihnachten 2020 nicht einmal mehr der Versuch unternommen wird, Respekt vor den christlichen Gebräuchen zu heucheln. In die Geschichte jenes Abendlands, das von einer Mitte-Rechts-Koalition aus Pegida, AfD, Union und Teilen der SPD angeblich so eifrig verteidigt werden musste, dürfte insbesondere Markus Söder als der erste Landespolitiker eingehen, der die Nachtmessen an Weihnachten unter Strafe verbot.

Mehr noch: Wer in der Heiligen Nacht vor die Tür gehen wird, um die Sterne zu betrachten und vielleicht auch die romantische Weihnachtsdekoration in den Nachbargärten — Lichterketten in der Form von Elchen und Weihnachtsmännern zum Beispiel —, dem kann es passieren, dass er von der Polizei aufgehalten und in seine Wohnung verschleppt wird. Strafen von 500 Euro pro widerrechtlichem Nachtspaziergang drohen.

Unter den Christbaum jedes bayerischen Bürgers legt die Staatsregierung in diesem Jahr zwei besondere Geschenke: Repression und Erniedrigung. Bürger, unschuldige Menschen, werden wie Strafgefangene behandelt. Für die Bayern — ebenso wie für Bewohner anderer Gemeinden in Deutschland — haben die Regierungen nächtliche Käfighaltung beschlossen. Und es besteht kein begründeter Zweifel daran, dass die Polizei auch diesen menschenrechtswidrigen Anschlag auf die Freiheit wieder getreulich und in einer Haltung professioneller Arroganz exekutieren wird.

Nein, dieser Ministerpräsident — und jeder Politiker, der wie er handelt — gleicht in dieser unwürdigen Weihnachtserzählung eher dem Kaiser Augustus, von dem bekanntlich ein „Gebot“ ausging, das Menschen in ihrer Freiheit einschränkte. War das Mittel der Volkszählung, das die Heilige Familie damals zwang, in Bethlehem zu übernachten, nicht ein frühes Zeugnis staatlichen Überwachungsbemühens?

2020 wird die Freiheit, die heimatlos durch die Straßen des Landes irrt, nirgendwo mehr eine Herberge finden. Überall steht sie vor verschlossenen Türen. Durchs Fenster lugend findet sie nur noch ängstlich in ihren Häusern verkrochene Staatsbürger, in kleinen Grüppchen vor ihren Fernsehern versteinert und unter ihren Weihnachtsbäumen erstarrt, hohl gewordene Rituale zelebrierend. Haselnüsse für Aschenbrödel. Sissi, die junge Kaiserin. André Rieu spielt „Lasst uns froh und munter sein“.

Kitsch als Hoffnungszeichen

Dabei betrachte ich die Liebe vieler Menschen zum Kitsch eher als Hoffnungszeichen. Das Altmodische und Kindliche eröffnet uns allen einen verlorenen Geborgenheitsraum in einer Gegenwart, in der unsere alte Welt systematisch zerstört wird, in der wir entheimatet und zu sich überstürzenden profitgetriebenen Innovationen zwangsbekehrt werden. „Erwachsensein“ bedeutet in diesem zwölfmonatigen Januar die Anpassung an eine entzauberte, durchorganisierte und totalüberwachte Warenwelt — bedeutet erzwungenen Selbstverrat, das Niederkämpfen unserer Berührbarkeit und Lauterkeit, des staunenden Kindes in uns.

Die in Weihnachtsfilmen und Märchen transportierten Werte repräsentieren oft das glatte Gegenteil dessen, was wir in unserem gleichgeschalteten, dem neoliberalen Effizienzgedanken unterworfenen Wirtschaftsleben vorfinden. Warmherzigkeit, familiärer Zusammenhalt, der Sieg der Liebe über Nützlichkeitserwägungen — all das wird in diesen oft seichten Filmchen vor uns ausgebreitet. Sie zeigen nicht, was Menschen tatsächlich erleben, sondern wonach sie sich sehnen. Insofern zeigt Kitsch zwar nicht die Realität, wohl aber die Wahrheit — jene über die Bedürfnisse der Menschen.

Protest gegen das Elend

Bevor wir Nachgeborenen über die „eskapistische“ Funktion von Weihnachtskitsch ein zu harsches Urteil fällen, sollten wir uns ein interessantes Zitat von Karl Marx zur Religionskritik vor Augen führen. Darin wird nicht nur — wie allgemein bekannt — die Religion als „Opium des Volkes“ abgekanzelt, sie wird auch in gewisser Weis als Kraft des Protestes gewürdigt.

„Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist.“ Statt Religion könnte man hier auch „Kitschkultur“ einsetzen, und oft — etwa im religiösen Kitsch — fließt beides zusammen. Soll man dergleichen nur abschätzig als Verdrängungs- und Vertröstungskultur verachten? Oder sind wir in der Lage, hinter derartiger Schönfärberei auch den Hilfeschrei der von ökonomischer Hoffnungslosigkeit und kaltem Zweckdenken bedrängten Kreatur zu sehen?

Angekündigte Hafterleichterungen

Auch an diesem Weihnachten werden Politiker uns wieder mit einer einstudierten Warmherzigkeits-Simulation zu beglücken versuchen, während sie Menschen systematisch in Isolation und Depression treiben. Was sich Menschen vom Weihnachtsfest erhoffen, wird in dem bekannten Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ auf die kürzeste Formel gebracht: „In den Herzen wird’s warm, still schweigt Kummer und Harm.“

Eine schöne Vision, die wir gerade in diesem Jahr 2020 dringend herbeisehnen. Es war aber immer schon so, dass Weihnachten eine Art Pause von der harten Realität darstellte, dass die Feiertage zur Verdrängung von im alten Jahr angehäuften Problemen einluden, die dann im Januar doppelt schmerzlich über die Menschen hereinbrachen. In diesem Jahr wird uns seitens der Politik nicht einmal diese kleine, einlullende Realitätspause gegönnt — offenbar weil es den Verantwortlichen wichtig ist, wirklich noch den letzten „freien“ Lebensbereich der Totalität ihres Machtanspruchs zu unterwerfen, noch die letzte gesellschaftlich geduldete Idylle mit ihrer braun-grauen Corona-Soße zu übergießen.

Schon lange bevor die Weihnachtslockerungen faktisch zurückgenommen wurden, stänkerten Politiker und Presse massiv gegen sie an. Wenn den Bürgern schon derartige Freiheiten „gewährt“ worden seien, dann sollten sie sich dabei aber auch möglichst schlecht fühlen. Mehr noch: Sie sollten auf den Genuss des noch Erlaubten freiwillig verzichten, Weihnachten durch eine Vor- wie eine Nachquarantäne umrahmen und sich — noch in der Gnade bestimmter Restfreiheiten stehend — mit den unsichtbaren Ketten medial aufoktroyierter Wohlanständigkeit fesseln lassen.

Wenn die Politik schon keine komplett kastrierten Bürger haben kann, präferiert sie als zweitbeste Lösung ein Büßervolk, das vom Bewusstsein seiner Sündhaftigkeit niedergedrückt und so für die Ablasshändler der Politik leichter steuerbar ist. Schon früh war mit Blick auf „zu laxe“ Weihnachtsregeln von einer drohenden Katerstimmung „hinterher“ die Rede — als seien die dürren Monate zuvor mit Masken, Kontaktverhinderung und Angstpropaganda für die Bevölkerung ein andauernder beseligender Rausch gewesen.

Die Furcht vor Kontrollverlust

Ins Visier der Mächtigen ist besonders jede Art von Kontrollverlust geraten. Dies gilt sowohl für den partiellen Verlust der Selbstkontrolle — zum Beispiel in größeren, alkoholisierten Menschenansammlungen — als auch für Einschränkungen der Kontrollmöglichkeiten des Staates selbst. Schon deshalb ist die Privatwohnung zum politischen Ärgernis geworden, eine „Black Box“, die von außen nur schwer einsehbar ist.

Daher auch der Versuch der Staatsmacht, die Zugangswege und Zwischenräume zwischen den unüberwachten Zellen einer möglichst totalen Kontrolle zu unterwerfen. Da die Wohnung in den meisten Fällen — noch — tabu ist, werden anreisende Besucher schon auf dem Weg dorthin von der Polizei abgefangen, zur Rede gestellt und sanktioniert. So kann die Unverletzlichkeit der Wohnung pro forma in Kraft bleiben, während im Endeffekt das Gleiche erreicht wird: Die Bewohner können nicht mehr allein darüber entscheiden, was sie in ihren vier Wänden „treiben“ — der Staat hat hierbei ab jetzt ein Wörtchen mitzureden.

Im Visier der Macht ist ferner jede Ausschweifung und unbotmäßige Vermischung, das „Dionysische“, wie es Nietzsche nannte, das Außerkraftsetzen der Verstandeskontrolle, die stets auch als Agentin der verinnerlichten gesellschaftlichen und staatlichen Normen fungiert. Menschen dürfen nicht mehr „ausrasten“, sie müssen im Räderwerk der Megamaschine eingerastet bleiben. Sie dürfen nicht „außer sich“ geraten, denn nur der in sich gesammelte und konzentrierte Geist vermag sich stets der staatlichen Vorgaben zu erinnern und auf sie ausgerichtet bleiben wie ein einmal abgeschossener Pfeil, der seine Richtung nicht mehr ändern kann.

Als Gedankenverbrechen gelten die Feierorgien an Silvester und selbst die ausgelassen in den Nachthimmel geschossenen Feuerwerkskörper, die einerseits flüchtige, zweckfreie Schönheit, andererseits das Unberechenbar-Eruptive symbolisieren — Gewaltexplosion und Farborgasmus zugleich.

Nicht ohne Grund arbeitet die Elite auch in George Orwells Roman „1984“ an der Abschaffung des Orgasmus. Das einzigartige emotionale Erlebnis erfüllter Sexualität tritt mit der Solidarität zum „Großen Bruder“, also zum Staat in der regulierten Fassadendemokratie, in ein unerwünschtes Konkurrenzverhältnis.

Nicht umsonst werden Umarmungen, werden Küsse und der Kontakt mit dem Atem anderer Menschen — von „Schlimmerem“ abgesehen — derzeit massiv behindert und tabuisiert. Nur im Klima eines neubiedermeierlichen säkularen Puritanismus können Schlagzeilen wie diese gedeihen: „Merkel nennt Glühweinstände ‚nicht akzeptabel‘“. Dem Karneval wird es im Januar und Februar nicht anders ergehen — stand er doch schon Anfang 2020 im Verdacht, ein Brandbeschleuniger für Corona gewesen zu sein.

Mit Maske unterm Weihnachtsbaum

Bis vor einigen Wochen favorisierte die veröffentlichte Meinung noch die Unantastbarkeit von Weihnachten als eines besonders tief im Volksgemüt verankerten Festes. Man fürchtete offenbar sogar eine Ungehorsams-Pandemie — obwohl diese Erwartung angesichts der chronisch angepassten deutschen Bevölkerung wohl von Anfang an unrealistisch war.

Man wollte sich nicht vorstellen, wie Polizeiautos in der Heiligen Nacht durch die nächtlichen Wohnstraßen kurven, um biedere Bürger aufzugreifen, die sich auf dem Heimweg von der Familienfeier befinden. Oder gar ein Verbot der beliebten weihnachtlichen Christmetten ins Auge fassen. Schon kurze Zeit später sah die Sache allerdings anders aus. Die Politik kann und will sich dergleichen durchaus vorstellen, und die Medien prügeln die neue Order ungefiltert in die Köpfe — nicht ohne beständig Ergebenheitsadressen in Richtung der Mächtigen abzusondern.

Nun scheint auch das vorher Undenkbare in Reichweite: mit Maske unterm Weihnachtsbaum zu sitzen und — wegen der Atemnot etwas mühsam und gequält — die bekannten Liedverse von „O Tannenbaum“ hervorzustoßen.

„Das Coronavirus macht keine Pause, nur weil wir Menschen möglichst unbehelligt Weihnachten feiern wollen.“ Formulierungen wie diese lesen wir momentan andauernd. Die Stuttgarter Zeitung, der das Zitat entnommen ist, macht nicht einmal einen Hehl daraus, worum es im Kern geht: Konformität. „So wird das Fest schön — und Corona-konform.“

Angereichert werden die Unterwerfungsaufrufe nicht selten durch massive emotionale Erpressung. Schon klassisch ist Angela Merkels Warnung bei ihrer Bundestagsrede vom 9. Dezember:

„Ich will nur sagen: Wenn wir jetzt vor Weihnachten zu viele Kontakte haben und es anschließend das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, haben wir etwas versäumt — und das sollten wir nicht tun.“

Lauter potenzielle Verwandtenmörder

Nur weil leichtsinnige Jung-Verwandte ein bisschen Spaß haben wollen, droht den betagten Eltern ein „Last Christmas“. Wer will solche Schuld auf sich laden? Da schwingt das Tabu des Vater- beziehungsweise Muttermords mit. Und schon Kindern wird damit — nicht zum ersten Mal — vor Augen gehalten, dass sie nicht einfach geliebte Familienmitglieder sind, sondern potenziell todbringende Virenschleudern und Omamörder.

In den fortgesetzten Warnungen davor, „ausgerechnet“ seine liebsten Angehörigen zu gefährden, schwingt eine Idee mit, die man durchaus fragwürdig finden kann. Je lieber man jemanden hat, desto unbedingter muss man sich von ihm fernhalten. Wenn man schon seinen virenverseuchten, giftigen Atem ausstoßenden und tödliche Speicheltropfen verschleudernden Körper unbedingt einem Mitmenschen aufdrängen muss, dann doch bitte nur fremden und unsympathischen Zeitgenossen.

So wurde Weihnachten in den letzten Wochen Schritt für Schritt als Corona-Risiko dämonisiert. Eingebettete Medienpsychologen wie Stefan Ruzas warnten gar vor massivem Regelbruch um die Feiertage.

„Wir leben seit Monaten in einem Ausnahmezustand, man könnte sagen, in einer Art Stress-Trance, die dazu führt, dass die Hemmschwelle immer weiter sinkt.“

Ohne ein wirkliches Ende der Pandemie abzusehen, würden die Menschen versuchen, sich durch Regelbrüche eine Art Freiheit zurückzuerobern, sagt er im Magazin von web.de. Damit diese Vision nicht zu verlockend klingt, wird gleich der Wermutstropfen ins Punschglas gegossen:

„Doch der Preis ist hoch: Die Neuinfektionen sind auf Rekord-Höhe, jeden Tag sterben mehrere Hundert Menschen an und mit Corona. Wer seine Liebsten liebt, bleibt zu Hause.“

Diese Argumentation besitzt zugegebenermaßen eine innere Logik. Wenn niemand niemanden mehr trifft, ist Ansteckung unwahrscheinlich. In vielen ihrer Vorweihnachtsansprachen lügen die Machteliten jedoch mit der Wahrheit. Das heißt, ihre Aussagen sind — isoliert betrachtet — plausibel, jedoch im Gesamtkontext falsch.

Zum Beispiel wird nicht ins Auge gefasst, was monatelanger Kontakt-Entzug und der Verzicht auf jegliche körperliche Berührung mit Menschen macht — wobei Alte und Einsame besonders schlimm betroffen sind. Soziale und emotionale Leiden fallen offenbar nicht in den Zuständigkeitsbereich der Regierung. Diese fühlt sich allein dafür zuständig, das Nicht-Auftreffen des Virus auf einen Menschenkörper um buchstäblich jeden Preis sicherzustellen.

Säkulare Heilserwartung

Ihr Zerstörungswerk an der weihnachtlichen Tradition kompensiert die etablierte Politik schon längst, indem sie säkulare Heilserwartungen schürt. Ein Lichtlein wird in tiefster Finsternis erscheinen, und sein Name lautet … nein, nicht Jesus. Gemeint ist ein geeigneter Impfstoff als ultimatives Welterlösungsprojekt. Welt ging verloren, Christian ward geboren und verkündete uns die Frohbotschaft vom bald unbegrenzt verfügbaren mRNA-Impfstoff. Herbei, oh ihr Gläubigen, fröhlich triumphieret … Einseitig verstandene, auf ein mechanistisches Weltbild beschränkte Wissenschaft hat die Religionen als dominierender Kult unserer Epoche abgelöst. Statt Gebeten und himmlischer Gnade rettet uns jetzt Chemie. Die Weichen hin zu diesem Paradigmenwechsel waren längst vorher gestellt worden.

Dabei spräche die Symbolik vom Licht, das für uns geboren wird, gerade wenn die Dunkelheit am tiefsten scheint, auch kritische Menschen an. Sie könnte uns in diesem Jahr sogar stärker inspirieren als in anderen Zeiten, in denen alles routiniert ablief.

Corona und die Corona-Politik sind die Finsternis, vor deren Hintergrund dieses Leuchten besonders stark hervortritt. Wir können das Ende dieses Regimes, das unter Berufung auf den Lebensschutz alles Leben in diesem Gemeinwesen zu ersticken droht, noch nicht erkennen — so wenig wie die Zeichen des Frühlings. Aber ab einem bestimmen Zeitpunkt im Kalender werden die Tage unmerklich länger und die Zeiten des großen Tauens rücken näher.

Marias Vision

Vielleicht hilft diese „stille Zeit“ sogar dabei, sich an Bibelverse zu erinnern, die sicher nicht jeder Pfarrer in diesen Tagen zitieren wird. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, sagte Petrus in der Apostelgeschichte, 5,29. Jene Händler, die unser Geburtstagskind Jesus als Erwachsener aus dem Tempel vertrieben hat — seine „Nachfolger“ haben sie längst wieder hereingelassen. Denn auch das Virus ist — neben anderem — ja eine Geschäftsidee.

Wir brauchen im Jahr 2021 eine Erneuerung, die politisch und spirituell zugleich ist. In vieler Hinsicht ist unsere Situation jener zum Zeitpunkt der Geburt des „heiligen Kindes“ erstaunlich ähnlich. In einer entlegenen Provinz an der Peripherie des römischen Weltreichs, in einer Periode auch spiritueller Dürre, trug sich dieses ungemein erfrischende und Hoffnung spendende Ereignis zu: die Wiedergeburt der Hoffnung im Herzen der Finsternis.

Die weibliche Hauptfigur in dieser Geschichte, die Jungfrau Maria, soll als Schwangere Gott mit folgenden Worten gelobt haben:

„Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen“ (Lukas, 1, 52).

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Teile und herrsche – es funktioniert immer noch

Bis tief in Familien hinein bewirkt die Corona-Frage eine wachsende Entfremdung — von Politik und Medien wird dies bewusst in Kauf genommen.

Schwere Folgen für Gemeinschaften und Familien ergeben sich immer dann, wenn einer Gesellschaft ein bestimmtes Narrativ auf Biegen und Brechen von oben verordnet wird. Wenn der Keil der Spaltung von einer autoritär agierenden Politik, im Schulterschluss mit öffentlichen Medien, in die Gesellschaft „hineingerammt“ wird, entstehen mitunter Verletzungen bis tief in familiäre und Freundschaftsbeziehungen hinein. Diese sind oftmals nur schwer zu behandeln oder gar zu heilen. Anlass für mich, diesen Text zu schreiben, ist mein Mitgefühl für jene Menschen, die eine kritische Haltung zum verordneten Narrativ einnehmen. Viele von ihnen geben sich redliche Mühe, die gegen sie erhobenen Vorwürfe ihrer erwachsenen Kinder zu entkräften und scheitern damit regelmäßig.

In meinem Umfeld gibt es einige Menschen, die immer wieder das Gespräch mit ihren Kindern oder auch engen Freunden suchen, um sich zu erklären. Und oft verstricken sie sich in Rechtfertigungen, lassen sich in die Enge treiben und verzweifeln über den nicht mehr entspannten Kontakt und das Fehlen einer einstmals liebevollen und von Respekt getragenen Beziehung.

Besonders verstörend erleben sie und ich ein Phänomen, das wir auch bei Demonstrationen immer wieder beobachten. Nämlich die Nicht-Bereitschaft der „anderen Seite“, sich auf Argumente einzulassen, das Abtauchen, das Verweigern des Dialogs. Wie oft schon wurden und werden auch Gegendemonstranten immer wieder zum Dialog eingeladen, was meines Wissens nur einmal halb und einmal nur sehr destruktiv funktioniert hatte. Es gab dabei einfach keine Bereitschaft zum respektvollen Gespräch, zum Zuhören, zum Austausch von Erfahrungen und so weiter. Es schien nie um Argumente zu gehen, und so erscheint es oftmals auch im privaten Gesprächsversuch. Mir kommt dann das Bild der drei Affen in den Sinn: nichts hören, nichts sehen, nicht sprechen.

Das war damals bei der Errichtung des faschistischen Regimes in Deutschland durch Hitler und seine Helfershelfer ebenso zu beobachten wie auch beim Installieren autoritärer Regime in anderen Teilen der Welt.

Im Schicksalsjahr 2020 erleben wir etwas Ähnliches. Ein Virus wird benutzt, um weltweit Freiheitsrechte zu beschneiden und auch abzuschaffen, und die Spaltung in sich Fügende und Kritiker geht durch alle gesellschaftlichen Gruppen und Schichten. Und sie geht ebenso durch die Familien und Generationen. Jeder von uns wurde und wird im Zuge dieser sich rasant ausbreitenden Entwicklung in der einen oder anderen Weise davon betroffen.

Die öffentliche Berichterstattung wird von Alarmismus regiert, und die Menschen sind in einer permanenten, den Alltag tangierenden Weise herausgefordert, Stellung zu beziehen: Maske an, Maske aus, darf man noch Geburtstag feiern und wie, muss ich Angst haben vor Menschen, die keine Maske tragen, sind Querdenker gefährliche Rechtsextreme, darf ich noch die Oma besuchen, sollte ich Verständnis haben für Menschen, die sagen, sie bekämen keine Luft unter der Maske, gibt es wirklich so viele an Covid-19 Erkrankte oder haben die nur die Grippe, ist der PCR-Test eine verlässliche Methode, warum werden alle Kritiker so bekämpft, brauchen wir eine Impfung und so weiter und so weiter.

Sehr viele Menschen fühlen sich anscheinend von so vielen Fragen völlig überfordert und gehen lieber den vermeintlich sicheren Weg, indem sie in allem der Regierung und den Ansagen in TV und Tageszeitung Folge leisten. „Es ist halt kompliziert und die Virologen, die die Regierung beraten, werden schon nichts Falsches tun.“ Also folgen sie der Herde, sicher manches Mal auch gegen ihr eigenes Bauchgefühl, das ihnen sagt: Hier stimmt etwas nicht.

Viele von uns begannen irgendwann, manche früher, manche später, auf ihr Bauchgefühl zu hören und fingen an, eigenständig zu recherchieren, die kritischen Stimmen aus der Ärzteschaft wahrzunehmen, sich in vielen unterschiedlichen alternativen Medien zu informieren und Fragen zu stellen.

Manche von uns wurden zu wahren Experten auf medizinischem sowie auf psychologischem Gebiet, in Statistik und Mathematik, in Lerntheorien und Manipulationstechniken und vielem mehr. Wir hörten Hunderten von Fachleuten in ebenso vielen Videos der Freien Medien zu, wir lasen mindestens ebenso viele Artikel, wir erkannten Zusammenhänge, wir tauschten uns aus, wir beobachteten das weltweite Agieren, und wir nahmen im Laufe der Zeit wahr, wie mit Kritikern umgegangen wurde. Wir erkannten, dass abweichende Meinungen nicht erwünscht waren — und nach wie vor nicht sind —, dass Kritiker aus der Ärzteschaft, der Politik und dem Journalismus verfolgt, diffamiert, beleidigt, ihre Videos gelöscht und ihre Webseiten blockiert wurden.

Wir fragten uns kopfschüttelnd, was mit den ansonsten durchaus kritisch daherkommenden Kulturschaffenden passiert ist. Die Fragen nahmen gar kein Ende. Wieso gab es auf einmal so viele, die vorher gesund und munter waren, dann aber plötzlich und überraschend verstarben, gerade als sie begonnen hatten, sich öffentlich kritisch zu einigen der Regierungsmaßnahmen zu äußern? Wir fragten uns, warum das Stehen auf öffentlichen Plätzen mit unserem demokratischen Grundgesetz in der Hand plötzlich eine Straftat sein sollte. Und wir gingen auf die Straßen und forderten das Einhalten der Grundrechte und sahen uns konfrontiert mit Vorwürfen, dass dort — angeblich oder tatsächlich — auch Menschen mit rechter Gesinnung neben uns stehen würden.

Meine eigene erste Antwort auf einen derartigen Vorwurf war der Satz: „Eine Wahrheit wird nicht zur Lüge, bloß weil die ‚Falschen‘ sie beklatschen.“ Und ich fragte reihum, ob ich nicht demonstrieren dürfe, wenn Menschen, deren Meinungen bei anderen Themen vielleicht von meiner abweichen, auch für dieses Ziel oder gegen diese Maßnahmen demonstrieren. Darauf bekam ich keine Anworten, wie auf so vieles nicht.

Inzwischen hatte ich aber längst begriffen, dass hier nur ein Ablenkungsmanöver stattfand und nach wie vor stattfindet, um sich nicht mit inhaltlicher Kritik auseinanderzusetzen. Menschen werden als „rechts“ oder als „Corona-Leugner“ oder als Antisemiten oder wer weiß was diffamiert, damit man sich mit der Kritik, die sie vortragen, nicht beschäftigen muss. Das ist ebenso dumm wie offensichtlich.

Die Widersprüche von Maßnahmenkritiken zum Mainstream-Narrativ wurden immer offensichtlicher und hielten also Einzug in die engsten Beziehungen. Viele von uns machten die schmerzhafte Erfahrung, von guten Freunden oder Familienmitgliedern nicht mehr verstanden zu werden. Menschen, die uns schon lange kannten, die uns lieb und teuer waren und sind, wandten sich plötzlich ab, stellten uns in eine Reihe mit angeblichen oder tatsächlichen „Nazis“, ohne dafür wirklich stichhaltige Argumente vorzubringen.

Und vor allem, ohne sich damit zu beschäftigen, wieso denn Tausende von Menschen täglich weltweit auf die Straßen gehen gegen die Errichtung von Zwangsregimen, die die Meinungsfreiheit aushebeln, die mit Gewalt gegen friedliche Bürger vorgehen, deren Existenz gerade im großen Stil zerstört wird. Ohne zu verstehen, wieso sich Hunderte von Ärzten und Anwälten organisiert haben, um für die Wahrheit einzustehen, für Bürgerrechte und Wahlfreiheit über medizinische Behandlungen. Nichts! „Ihr marschiert mit Nazis!“ Das muss reichen, um uns mundtot zu machen. Das ist nicht nur äußerst billig, es ist an Dummheit nicht zu überbieten.

Ich habe inzwischen in meinem Umfeld mit dem Abtauchen und den Nicht-Reaktionen Frieden geschlossen. Aber es schmerzt mich dann doch, wenn ich bei sehr guten Freunden erlebe, dass sie unter der Abwendung oder den Angriffen ihrer Kinder derart leiden. Diese Kinder verstehen ja oft nicht, dass sie im „Spiel der Regierenden“ gefangen sind, wenn sie ihren Eltern vorwerfen, gemeinsame Sache mit „Rechten“ zu machen. Sie verstehen nicht, dass das Prinzip „Teile und herrsche“ schon immer eine Strategie der Machthaber war, um sich Gefolgschaft zu sichern. Sie sehen nicht, auf welche Ablenkungsmanöver sie hereinfallen. Und es tut mir so leid, wenn Freunde sich auf diese Ebene der Rechtfertigungen begeben, statt sich solchen Fragen zu stellen wie zum Beispiel:

* Wenn Menschen für ihre Freiheitsrechte, für Meinungsvielfalt und für Dialog auf die Straße gehen, findest du, dass das „rechts“ ist?

* Von wem werden gerade die Grundrechte beschnitten und warum?

* Gibt es dafür tatsächlich gravierende Gründe?

* Wie hoch ist die Sterblichkeit bei diesem Virus tatsächlich?

Es gäbe ja eine Menge Fragen, die man den Menschen stellen kann, die einfach nur beklagen, dass man zusammen mit sogenannten echten oder vermeintlichen Rechten demonstriert.

Wir haben unseren Kindern im Idealfall sowohl Wurzeln als auch Flügel gegeben, mit denen sie hinfliegen können, wohin sie wollen. Und wenn sie bei diesem uns alle betreffenden existenziellen Thema eine andere Richtung einschlagen als wir selbst, dann sollten wir auch das akzeptieren können.

Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass wir Respekt erwarten können für unsere eigene Haltung: Wenn du, mein Sohn, meine Tochter, mir in diesem Punkt nicht folgen willst oder kannst, dann ist das okay so. Und du, mein Sohn, meine Tochter, musst akzeptieren, dass ich dir in deiner Haltung ebenso nicht folgen kann oder will. Und auch das sollte okay sein.

Das bedeutet nicht, dass wir uns weniger lieb haben, es bedeutet lediglich, dass wir ein bestimmtes Thema anders einschätzen und andere Schlüsse daraus ziehen. Wir sollten natürlich offen bleiben für Fragen, uns aber aus fruchtlosen Kämpfen heraushalten. Respekt auf beiden Seiten ist hier gefordert.

Ich verstehe inzwischen, warum so viele Menschen lieber mit der Masse schwimmen und sich regierungskonform verhalten. Es ist bequemer so. Man macht sich nicht angreifbar.

Und vor allem, und das ist vielleicht das Wichtigste: Man vermeidet es, sich damit zu befassen, was eventuell wirklich hinter allem stecken könnte. Weil diese Erforschung, diese Auseinandersetzung und ein daraus erfolgendes mögliches Begreifen das gesamte Weltbild erschüttern oder gar zum Einsturz bringen könnte. Ich habe die Vermutung, dass auch das bei einigen Menschen dahintersteckt, dass sie andere Sichtweisen des Geschehens so vehement ablehnen und bekämpfen müssen.

Sie schützen sich vor den Erkenntnissen, die zu ihnen kommen könnten. Gerade die Menschen, die eine diffuse Ahnung verspüren, ihre innere Stimme aber abtöten müssen, weil sie sich den Dingen, derer sie gewahr werden könnten, nicht gewachsen fühlen. Vielleicht braucht es noch etwas mehr Zeit, noch etwas mehr und deutlicher von der Fratze des Totalitarismus zu sehen, noch etwas mehr und deutlicher den wirtschaftlichen Ruin zu erfahren, bis manche Menschen beginnen, zu verstehen.

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Die gewollte Depression der Diktatoren

Weil die Regierung essenzielle menschliche Bedürfnisse mit Füßen tritt, steuert Deutschland in den dunkelsten Winter seit Langem.

Es ist bedauerlich, dass so viele Berufene zum derzeitigen massiven Angriff auf die Freiheit schweigen. Künstler, Intellektuelle, Oppositionspolitiker, Juristen … Die Psychologen schweigen nicht, sie reden sogar ziemlich viel. Allerdings oft auch das Falsche. Im Prinzip rät die eingebettete Psychotherapie dieser Tage den Menschen zur Anpassung an ein krankes System als Weg, gesund zu werden. Das ist fatal, denn selbst dem „Mainstream“ ist mittlerweile aufgefallen, dass wir in eine massive Epidemie psychischer Störungen hineinlaufen. Vor allem betrifft dies Depressionen. Diese Entwicklung ist logisch, sie dürfte im Zuge der kurzen Tage und des Winterwetters sowie sich verschärfender „Corona-Maßnahmen“ eskalieren. Was zu wenig gesehen wird: Diese Depressionen können auch die Folge nicht ausgelebter Wutgefühle gegen die Unterdrücker sein, die sich als Autoaggression gegen den Unterdrückten selbst wenden. Den Betroffenen in dieser Situation zu raten, sich zu fügen und ihre Gefühle „bei sich“ zu behalten, könnte das Problem verschärfen. Solche Psychologie ist zwar bequem für die Mächtigen, grenzt jedoch an Verrat an den Kranken.

„Winter is coming“ stand auf der Tasse, die Markus Söder beim virtuellen CSU-Parteitag am 26. September kamerawirksam auf seinem Schreibtisch stehen hatte. Der Spruch stammt aus der Erfolgsserie „Game of Thrones“. Gemeint ist: Es droht nicht nur ein langer und sehr kalter Winter, sondern auch Gefahr — von einem Heer Untoter, die über die Menschenwelt hereinbrechen werden und die jeden, der ihnen zu nahe kommt, selbst zum Zombie machen. Wenn man so will, ähnelt dieser Vorgang der Ansteckung durch Viren. Der Kontakt zu Kranken kann seinerseits krank machen.

Söder wollte „sein“ Volk mit diesem Spruch auf kommende Härten einschwören. Die Ansteckungsgefahr werde im Winter steigen, strenge Verbote drohten, wenn die Menschen nicht von sich aus Vernunft annähmen, sich also so verhielten, als wäre ohnehin schon alles verboten. Söder hielt eine der ersten einer ganzen Reihe von Blut-, Schweiß- und Tränen-Reden, die wir seitdem von Politikern gehört haben. Immer schwingt dabei der Vorwurf mit, der Bürger sei offensichtlich zu weichlich, zu kindlich — handle verantwortungslos in seinem Festhalten an den Lebensgewohnheiten einer vergangenen, leichtlebigeren Epoche.

Es sei deshalb an den Erziehungsberechtigten — den Politikern —, jetzt andere Saiten aufzuziehen. Nie sind sie selbst verantwortlich für die Brutalität, mit der sie das Volk ihrem Regime unterwerfen; immer sind es die Schüler selbst, die ihre Lehrer zur Anwendung des Rohrstocks „zwingen“ — durch Unvernunft und pubertäre Bockigkeit. Dies ist eins der charakteristischen Denkschemata der schwarzen Pädagogik.

Ansteckende Leblosigkeit

Der Anblick des Pulks von Maskenträgern, der sich durch U-Bahn-Schächte wälzt, missmutig, mit starren Augen über der affenhaft vorgewölbten, nie lächelnden Mundpartie, erinnert in anderer Weise an einen Zombiefilm. Er wirkt beklemmend und bedrohlich. Wir erleben eine Epidemie ansteckender Leblosigkeit. Insofern hat Markus Söders Game-of-Thrones-Vergleich noch eine von ihm selbst nicht beabsichtigte Zweitbedeutung. Eine neue Gruppe von „Wesen“ ist dabei, das Gebiet der Menschen alten Typs zu überrennen und einzunehmen. Sie wollen uns nicht nur dominieren, sie geben erst Ruhe, wenn wir selbst zu einem Teil ihrer Welt geworden sind. Nichts wird mehr sein, wie es war. Widerstand ist zwecklos. Wir werden assimiliert werden.

In diesen Tagen gehen einem schon düstere Gedanken durch den Kopf. Sehr unbehagliche Assoziationen. Ja, es beginnt ohne Zweifel ein außergewöhnlich harter Winter. Aber nicht, weil besonders niedrige Temperaturen drohen — der November war noch relativ mild. Und auch nicht wegen der Zunahme der Corona-Infektionen — den Wahrheitsgehalt derartiger Meldungen kann man ja getrost in Zweifel ziehen. Nein, wir laufen auf einen Winter zu, in dem die Menschen von einer beispiellosen kollektiven Depression heimgesucht werden — verbunden mit schweren Angststörungen und verschärften Anwandlungen von „Ausgebranntsein“.

Die Schwermut-Epidemie

Wir merken dies nicht nur, wenn wir unsere Mitmenschen beobachten und ihnen zuhören — sogar die Mainstream-Medien, sonst darauf bedacht, das Regierungshandeln in einem rosigen Licht erscheinen zu lassen, sowie Fachveröffentlichungen sprechen von einer grassierenden Schwermuts-Epidemie. Und sie scheuen sich auch nicht, den Schuldigen zu benennen: Corona. Wobei sowohl die Angst vor Ansteckung als Ursache identifiziert wird als auch die „soziale Isolation infolge der Lockdown-Maßnahmen und finanzielle Unsicherheit aufgrund der ökonomischen Folgen der Pandemie“. Niemand traut sich jedoch, die nahe liegende Schlussfolgerung zu ziehen, dass die Verantwortlichen die schädlichen Maßnahmen beenden sollten.

Auffällig ist dabei, dass die Medien die seelischen Folgen der Krise keineswegs verleugnen, dass sie sogar — neben der Angst vor Ansteckung — die Corona-„Schutzmaßnahmen“, den Verlust von Freiheiten, die Isolation, die Desorientierung, die Existenzängste vieler Bürger als Ursachen für Depressionen offen benennen. Dabei stellen sie aber in keiner Weise in Frage, dass diese Maßnahmen notwendig sind und bleiben. Während also eine Corona-Ansteckung als etwas behandelt wird, was um buchstäblich jeden Preis zu verhindern ist, wird die Epidemie der Depressionen und Angststörungen hingenommen wie ein unabwendbares Schicksal.

Es wird vorausgesetzt, dass die Betroffenen da eben „durchmüssen“. Das kommt mir so vor, als nähmen in einer Gemeinde Atemwegserkrankungen wegen einer neu erbauten Chemiefabrik in der Nachbarschaft drastisch zu — und anstatt den Schadstoffausstoß zu stoppen, würde man nur seelenruhig die Symptome aufzählen, allenfalls ein Hustenmittel empfehlen.

Selektives Mitgefühl

Mit einem sehr selektiven Mitgefühl reagieren viele Menschen selbst auf leichtere und gut verkraftbare Verläufe der Virusinfektion und gehen gleichzeitig über tausendfaches, oft massives seelisches Leid mit einem Achselzucken hinweg. Und dies obwohl es wahrlich keine neue Erkenntnis ist, dass auch Depression zum Tod führen kann. Mehr Suizide in der Folge der Corona-Maßnahmen wurden vielerorts bereits festgestellt, vor allem in den USA.

Das Problem dürfte sich im Winter 2020/2021 verschärfen — schon wegen des dann vermutlich längeren Lockdowns und der Tatsache, dass die „Zweite Welle“ im Oktober über bereits angeschlagene Seelen hereinbrach. Nur: die ursächlichen Zusammenhänge sind in solchen Fällen nicht so gut nachverfolgbar. Selbstmörder hinterlassen wohl kaum Briefe mit dem Inhalt: „Ich tat es wegen der Ausgangsbeschränkungen.“ Und: Maßnahmen-Tote finden im Gegensatz zu Covid-19-Toten in Medien und Politik keine Aufmerksamkeit.

Große Teile der psychologischen „Ratgeberliteratur“, wie wir sie in den Medien derzeit finden, erweisen sich in gleicher Weise als Totalausfall wie die Mehrheit der Künstler, der Intellektuellen, der Ärzte, der Juristen und der Oppositionspolitiker. Größtenteils rät der therapeutische Häppchenjournalismus zur Hinnahme des Vorgegebenen, einschließlich der politischen Rahmenbedingungen. Wilhelm Reich bezeichnete den psychoanalytischen Ansatz seines Lehrers Sigmund Freud auch als „Kulturanpassungslehre“. Seelische Gesundheit wird in systemkonformer Psychologie definiert als ein Mitschwimmen mit den herrschenden gesellschaftlichen Strömungen, als Abwesenheit von Leid verursachenden Widerständen. Die Seele wird so zur Knetmasse in den Händen von Politikern und Ökonomen.

„Radikal akzeptieren“

Ein besonders explizites Beispiel dieser „Anpassungslehre“ finden wir in einem Interview mit der Psychologin und Hochschul-Dozentin Hanna Christiansen im Magazin „Jetzt“. Zwar konstatiert auch Christiansen eine „Zunahme an psychischen Belastungen“ und räumt ein, „dass diejenigen, die schon vorher psychisch erkrankt und belastet waren, besonders leiden“. Sie berichtet von Briefen von Studentinnen mit massiven Angststörungen. Eine bahnbrechende Idee, was man dagegen tun könnte, hat aber auch sie nicht.

So schlägt die Psychologin vor, „weiterhin den Kontakt zu Freunden zu pflegen und sich zu treffen. Natürlich unter den geltenden Beschränkungen und Maßnahmen“. Das klingt ein wenig, als fürchte sie, dass der Ministerpräsident mitliest und als hätte sie Angst, geschimpft zu bekommen, falls sie sich nicht eilfertig zu den befohlenen Beschränkungen bekennt. Ein nicht untypischer Vorgang übrigens im Deutschland des Jahres 2020.

Was die Psychologin dann vorschlägt, um psychische Probleme in den Griff zu bekommen, wird Corona-Machtpolitiker freuen:

„Je mehr ich hadere und mir vor Augen führe, wie schrecklich alles ist, desto schlechter geht es mir. Besser ist es, die Situation radikal zu akzeptieren, da man sowieso nichts daran ändern kann. Wenn ich die ganze Zeit mit meiner Machtlosigkeit hadere, geht es mir nur noch schlechter.“

Also nicht versuchen, reale Machtlosigkeit zu reduzieren: zum Beispiel durch Teilnahme an Protesten, durch zivilen Ungehorsam und juristische Gegenwehr; nicht einmal innerlich mit der eigenen Machtlosigkeit hadern — sondern: „radikal akzeptieren“. Es mag sein, dass Akzeptanz in vielen Fällen psychische Erleichterung schafft. Was aber, wenn eine seelische Notlage durch Freiheitsentzug verursacht wurde — durch unterdrückten Selbstausdruck und verunmöglichte Authentizität? Kann Angepasstheit das Heilmittel sein, wenn Anpassungsdruck das krank machende Gift war?

Nur noch „Gefängnispsychologie“

Zugegebenermaßen ist die momentane Situation für Psychologinnen und Psychologen nicht leicht. Wir leben inzwischen in einer sehr stark durchstrukturierten Gesellschaft mit obrigkeitsstaatlichen Zügen, in der den Menschen ihr Verhalten im Wesentlichen diktiert wird — was die Herrschenden nicht daran hindert, sich beleidigt zu zeigen, wenn jemand das Wort „Diktatur“ verwendet. Therapie kann unter solchen Umständen kaum etwas anderes sein als Gefängnispsychologie. Sie laviert, doktert an eher sekundären Problemen herum und rät im Kern, sich mit dem Vorgegebenen zu arrangieren. Sie darf aber das einzige wirkliche Heilmittel nicht empfehlen: Freiheit. Denn eben der Weg in die Freiheit ist durch ein System struktureller Gewalt versperrt, dem der Gefängnispsychologe — ebenso wie die Insassen — unterworfen ist.

Im Kern hat jede Individualtherapie ja die Funktion, die Verantwortung für das eigene Lebensschicksal an den Einzelnen zu delegieren. Durch den Gang zum Psychotherapeuten räumt der Patient implizit ein, dass das Problem bei ihm liege, selbst wenn die Welt „draußen“ buchstäblich verrücktspielt und wenn allenthalben Kollektivneurosen sprießen.

Im Grunde müssten Therapeuten ihren Patienten raten: „Scheißen Sie auf den Staat und auf Regeln, brechen Sie aus, weinen Sie, wenn Ihnen nach Weinen ist, schreien Sie Ihren Zorn und ihren Schmerz heraus, ducken Sie sich niemals und richten Sie sich zu Ihrer vollen Größe auf. Seien Sie sperrig, unangepasst, kratzbürstig! Wehren Sie sich! Dann wird sich größere psychische Gesundheit schon einstellen.“

Einen solchen Rat aber würde niemand zu geben wagen — schon im Interesse des Patienten, dem als Folge des Aufbegehrens gegen Zwänge noch schlimmere Zwänge drohen: Zurechtweisung, Geldstrafe, Verlust der Existenz, gar Gefängnisstrafen. Schon lange vor Corona war nicht der im vollen Sinne „ausgewachsene“ Mensch gesellschaftlich erwünscht, sondern eher der in erforderlicher Weise zurechtgestutzte — ähnlich einem mit der Heckenschere in Form gebrachten Buchsbaum in einem Barockgarten. Tausendfaches psychisches Leid zu verursachen und den Erkrankten zugleich den wirksamsten Weg der Heilung zu versperren, ist die besondere Perfidie am momentanen Verhalten der Mächtigen.

Freiheit und Gesundheit sind eins

Dass eine derart „eingebettete“ Psychotherapie keine Selbstverständlichkeit ist, merken wir erst, wenn wir uns über Alternativen informieren. Für den schon erwähnte Wilhelm Reich (1897 bis 1957) war Freiheit die Grundvoraussetzung für psychische Gesundheit, weshalb er sich auch sehr für die Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen interessierte.

„Freiheit definieren ist identisch mit Definition der sexuellen Gesundheit“, schrieb Reich. „Es gibt eine sexualphysiologische Verankerung der sozialen Unfreiheit im menschlichen Organismus.“ Auch wenn Sexualität in unserem Kontext nur am Rande interessiert — gemeint ist, dass sich Unfreiheit im politischen und beruflichen Leben in Form von Verspannungen und Energieblockaden im Körper manifestiert. Umgekehrt hätte das Lösen solcher Blockaden Auswirkungen auf das gesellschaftliche Ganze. So lässt sich Reichs Unbehagen an herkömmlichen, System stabilisierenden Therapieformen mit einem Satz Adornos zusammenfassen: „Indem der Geheilte dem irren Ganzen sich anähnelt, wird er erst recht krank.“

Wilhelm Reichs Ansatz der therapeutisch und politisch brisanten „Energiebefreiung“ lebte in den bioenergetischen Therapierichtungen von Alexander Lowen und John Pierrakos weiter. Eine auch körpertherapeutisch begründete antiautoritäre Haltung, die für die Epoche der 1960er und 1970er-Jahre charakteristisch ist, findet man in den Schriften Alexander Lowens:

„Lust kommt aus dem freien Fließen der Kräfte innerhalb des Körpers oder zwischen ihm und seiner Umgebung. Macht entsteht, wenn Kraft aufgestaut und gesteuert wird. Damit ist der grundlegende Unterschied zwischen dem Lustmenschen und dem Machtmenschen umrissen. Macht lebt von Herrschaft.“

Staatsziel: Einengung des Bewusstseins

Da also — im Gegensatz zu den Ursprüngen der Psychoanalyse bei Freud — nicht Affektkontrolle mittels der Vernunftinstanz „Ich“, sondern „freies Strömen von Energien“ als höchster Wert angesehen wurde, barg die therapeutische Szene jener Jahre ein gesteigertes revolutionäres Potenzial, das die 1968er-Bewegung auch durchaus in diesem Sinne aufgriff. Weitgehend diskreditiert erschien das „Über-Ich“ als Vertreter der verinnerlichten gesellschaftlichen Normen. Gleichzeitig experimentierten Therapeuten wie Timothy Leary mit bewusstseinserweiternden Drogen — und auch dies konnte sich „systemsprengend“ auswirken.

Intendiert waren in den typischen „68er-Therapien“ vor allem zwei Dinge: Erweiterung des Bewusstseins und Erweiterung des Spektrums der Handlungsoptionen. Die gegenwärtige Corona-Politik bewirkt auf beiden Feldern das Gegenteil: Bewusstseinseinengung durch Angstmache und sich wiederholende Propaganda sowie eine extreme Begrenzung der Handlungsmöglichkeiten auf nur wenige erlaubte Bereiche: zu Hause hocken, einkaufen, malochen. Bioenergetisch kann man auch sagen: Diese Politik bewirkt krank machende Energieblockaden. Symbolisch und auch real manifestiert sich dies speziell in der Einschränkung der Möglichkeit, frei ein- und auszuatmen infolge des Maskenzwangs — ein in der Geschichte einzigartiger Anschlag auf die kollektive Gesundheit.

Depression als Form der Autoaggression

Depression kann auch als eine Form der autoaggressiven Verarbeitung von Reizen verstanden werden. Die Gefahr einer Erkrankung steigt, wenn Aggressionen wachgerufen werden, jedoch keine Möglichkeit besteht, diese auszudrücken. Entweder, weil der Gegner (Staat) zu stark erscheint oder weil eine innere Blockade existiert. Weil sich der Einzelne zum Beispiel selbst rücksichtslos vorkommt, weil ihm die Abstandregeln auf die Nerven gehen. Man unterdrückt dann seine Wut auf die Gängelung durch den Staat, weil man rational meint, diese sei notwendig.

In der Traumatherapie wird ausführlich die Frage behandelt, was geschieht, wenn jemand Wut, anstatt sie auszuleben, quasi wieder in sich zurücknimmt. So etwa in Isa Grübers Buch „Was der Körper zu sagen hat“. Die Autorin beschreibt darin zwei Weisen, wie sich Wut nach einer Traumatisierung ausdrücken kann:

„Entweder als nach außen gerichteter Kampfimpuls, der abgebremst und zurückgehalten wurde und nun auf seine Vollendung wartet, oder als nach innen gerichteter Impuls, wenn durch das Kollabieren die Kampfreaktion ‚in sich zusammenfiel‘, die innere Ladung aber immer noch vorhanden ist. Die Folge sind oftmals autoaggressive Handlungsmuster.“

Betrachten wir die Erfahrungen, die die meisten Menschen derzeit mit Corona machen, einmal als eine meist vergleichsweise milde Form von Schock und Traumatisierung. Wenn der Organismus unter Dauerstress steht, die natürlichen Bewältigungsformen Kampf und Flucht jedoch unmöglich scheinen, bleibt als drittes „Totstellen“, eine Art Betäubungsgefühl, das Einfrieren der Gefühle. Der Betroffene fühlt sich dabei unlebendig und wie benommen, wirkt desorientiert, verliert den Kontakt zu sich selbst und den Mitmenschen. Auch dies ist eine Form der „Verankerung der sozialen Unfreiheit im menschlichen Organismus“, so Wilhelm Reich. Wer unterdrückt wird und auch noch seinen Ärger über das Unterdrücktsein unterdrücken muss, wirkt niedergedrückt. Zu viel Eindruck und zu wenig Ausdruck erzeugt Druck.

Die verratenen Braven

Vielfach werden die Menschen auch durch ihre Enttäuschungsgefühle niedergedrückt — zum Beispiel darüber, dass ihre bisherigen Anstrengungen — der Verzicht, die „Bravheit“ — nicht belohnt wurden. Viele dachten zu Anfang der Krise: „Wir machen das jetzt eine Weile mit. Je konsequenter wir uns einschränken, desto eher bekommen wir dann unser altes Leben zurück.“ Eine Rückkehr zur ursprünglichen Freiheit aber war von den Mächtigen nie vorgesehen. Wir beobachten also bei den „Rebellen“ die Enttäuschung darüber, dass ihr Einsatz für Freiheit und Demokratie nicht gewürdigt wird, dass sie dafür sogar noch beschimpft und ausgegrenzt werden. Und wir finden bei den „Angepassten“ die Enttäuschung darüber, dass der Verzicht auf Freiheit keineswegs zur Wiedererlangung dieser Freiheit führte.

Vielfach findet seitens der Etablierten sogar eine „Publikumsbeschimpfung“ statt. Verbreitet wird das Narrativ, dass allein der „Leichtsinn“ der Bürger dazu geführt habe, dass Freiheit und Wirtschaftsleben eingeschränkt werden mussten. Tod und Krankheit hat es zwar immer schon gegeben, doch auf einmal sind sie unsere Schuld. Dabei können andere Faktoren eine größere Rolle gespielt haben: die mangelnde Wirksamkeit von Masken, eine gewisse Eigendynamik der Viruserkrankung, die Herabsetzung der Abwehrkräfte durch seelische Misshandlung und verordnete Freudlosigkeit, die Unberechenbarkeit des Lebens beziehungsweise des Todes selbst. Und natürlich wurde ein Großteil des Problems durch das mediale Vergrößerungsglas erst geschaffen.

Die Bevölkerung fühlt sich derzeit wie ein ungeliebtes „Kind“, das der Anerkennung seines „Vaters“ (Staat) vergebens hinterherläuft. Wie der berühmte Esel einer Mohrrübe, die sein Reiter ihm mit einer Angelrute vor die Nase hält. Das Tier verausgabt sich daraufhin bis zur Erschöpfung, ohne jemals sein Ziel zu erreichen. So auch im gerade durchlebten „Lockdown light“, bei dem die Politik schon erbrachte Opfer der Bevölkerung damit „würdigt“, dass immer noch weiter gehende Opfer verlangt werden — bis alles Leben im Endstadium einfriert wie das Schloss der Schneekönigin im Märchen. Dies zermürbt und frustriert, manövriert Menschen in eine Situation gefühlter Ausweglosigkeit hinein.

Die gewollte Depression

Ist die kollektive Depression politisch gewollt? Mitunter ja. Jedenfalls wird sie in Kauf genommen. Ihre Ausbreitung wird nicht ansatzweise als ein Grund dafür betrachtet, die Corona-Maßnahmen abzumildern. „Da müssen die durch.“ Eine kollektiv niedergedrückte, ausdrucksgehemmte Bevölkerung ist leichter handhabbar. Man kann ihr auch leichter weitere Zwangsmaßnahmen aufzwingen, weil ihr Stolz ja schon gebrochen, das Selbstwertgefühl nur noch in stark reduzierter Form vorhanden ist. Nach Monaten einer solchen „Behandlung“ sind viele Menschen vielleicht so sehr mit sich im Unreinen, dass sie meinen, nichts Besseres als diese Regierung verdient zu haben.

Zudem schwächen psychische Probleme die Abwehrkräfte, machen anfällig für allerlei Krankheiten, speziell auch Virus-Infektionen. Diese erlauben es den Regierenden dann im zweiten Schritt, triumphierend wieder steigende Infektionszahlen zu „präsentieren“ und als Konsequenz noch härtere Maßnahmen zu verhängen. Und so weiter in einem endlosen Teufelskreis.

Die falsche Entscheidung

Im ersten Flugblatt der Widerstandsbewegung „Die Weiße Rose“ steht: „Vergesst nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!“ Auf die Zumutungen der Politik depressiv-autoaggressiv statt extrovertiert und wehrhaft zu reagieren, ist eine Urentscheidung, die die Mehrheit der Menschen — überwiegend wohl unbewusst — für sich getroffen hat. Es ist die falsche Entscheidung, weil jeder Monat, in dem die Depression andauert, unsere Entschlusskraft und unser Selbstwertgefühl weiter schwächt.

Dennoch ist eine Umkehr grundsätzlich möglich. Der Freiheitsdrang einer Mehrheit der Menschen kann auch nach Jahrzehnten andauernder Unterdrückung durchbrechen. „Wir wissen immer, was die Wahrheit ist, egal wie lange wir ohne sie gelebt haben“, sagt Kate Winslet in dem Hollywood-Drama „Zeiten des Aufruhrs“. Kein System des Zwanges und der Manipulation hat sich je so lückenlos über ein Land gelegt, dass nicht irgendwo, irgendwann Freiheitsimpulse durchbrachen. In der ehemaligen DDR muss es wohl so gewesen sein. Allerdings sind die Menschen dort vom realsozialistischen Regen in die kapitalistische Traufe geraten.

Heute gibt es keinen „Westen“ mehr, also kein vermeintlich freies Ausland, das als Vergleichsgröße und als Sehnsuchtsort taugt. Keinen Ort im „Außen“, von dem her die Befreiung für die in einem rigiden Gesundheitstotalitarismus eingesperrten Menschen kommen könnte. „Il n’y a plus d’Amérique“ sang der große Chansonier Jacques Brel. Es gibt kein Amerika mehr — keinen Ort der Zuflucht, kein Neuland, das neue Freiheiten eröffnet, keine wohlwollende Schutzmacht, die uns behütet. Im genannten Sinn ist auch Amerika längst kein Amerika mehr.

Wir haben jetzt nur noch uns. Wir haben die Erinnerung daran, was wir in den relativ guten Jahren Nachkriegsdeutschlands über die Freiheit gelernt haben. An die Ideale, die wir einmal als gut erkannt haben und in uns wachsen ließen. An das, was wir geworden sind und aus uns gemacht haben, als wir der Deformation noch nicht so stark ausgesetzt waren wie heute. Diese Erinnerung ist unser Menschlichkeits-Depot, unser Wärmevorrat, von dem wir im Winter zehren können. Unser Restfeuer, das wir in kleiner Flamme am Brennen halten müssen, bevor sie es ganz ersticken. Und das vielleicht einmal wieder größer werden kann — angefacht von einem neuen „Wind of Change“, der den Mächtigen, die sich jetzt obenauf wähnen, ganz kräftig ins Gesicht blasen wird.

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Die wiederkehrende deutsche Krankheit

Wieder fahren unsere Landsleute die Demokratie gegen die Wand und reden sich damit heraus, dass sie dabei nur Befehle befolgen. Sie diktieren uns bis ins Private hinein, wie wir zu leben haben — und geben sich beleidigt, wenn wir das „Diktatur“ nennen. Sie verhalten sich so autoritär und brutal, dass sich Vergleiche mit der Nazi-Zeit geradezu aufdrängen — und versuchen dann jedem den Mund zu verbieten, der solche Vergleiche anstellt. Dieses Land verwandelt sich Schritt für Schritt in einen totalitären Albtraum, aber sie selbst trifft daran keine Schuld, denn sie haben ja nur Befehle befolgt. Ein Schelm, wem dabei alte, wenig schmeichelhafte Klischees über Pickelhauben tragende, „Jawohl“ brüllende Deutsche in den Sinn kommen. Was ist nur mit unseren Landsleuten los, dass sie Freiheit und Demokratie immer nur für kurze Zeit aushalten? Eine hellsichtige Betrachtung aus der Perspektive des US-amerikanischen Satirikers C. J. Hopkins

Drehen Sie den Wagner voll auf, meine Lieben … die Deutschen, sie sind wieder da! Nee, nicht die lieben, fluffigen, sanften, friedlichen Nachkriegsdeutschen … die Deutschen! Sie wissen schon, welche ich meine. Die „ich hatte ja keine Ahnung, wohin die Züge fuhren“-Deutschen. Die „ich hab nur gemacht, was man mir befohlen hat“-Deutschen. Die anderen Deutschen. Ja … diese Deutschen.

Falls Sie es nicht mitbekommen haben: Am 18. November 2020 verabschiedete das deutsche Parlament ein Gesetz, das sogenannte „Infektionsschutzgesetz“, das der Regierung formell die Befugnis einräumt, unter dem Vorwand des Schutzes der öffentlichen Gesundheit beliebige Verordnungen zu erlassen.

Die Regierung machte dies bis dato ohnehin schon — sie verordnete Lockdowns, Ausgangssperren, Reiseverbote, erließ Demonstrationsverbote, veranlasste Haus- und Geschäftsdurchsuchungen, befahl allen das Tragen von medizinischen Masken, verhaftete Widerständler und so weiter, aber ab jetzt ist das alles durch den Bundestag „legitimiert“, gesetzlich verankert und vermutlich mit einem jener verschnörkelten offiziellen Stempel geschmückt, die deutsche Bürokraten so gerne benutzen.

Aber dieses „Infektionsschutzgesetz“, das in Windeseile durch das Parlament getrommelt wurde, ist freilich in keinster Weise vergleichbar mit dem „Ermächtigungsgesetz von 1933“, das der Regierung formell die Befugnis einräumte, zum Zwecke der Beseitigung der Not des Volkes beliebige Verordnungen zu erlassen. Ja, mag schon sein, dass das recht ähnlich klingt, aber die Regierung und die deutschen Medien versichern, dass es absolut überhaupt keine Ähnlichkeit gebe, und jeder, der irgendetwas in dieser Richtung behauptet, sei „ein rechtsextremer AfD-Extremist“, „ein Neonazi-Verschwörungstheoretiker“ oder „ein Anti-Impfung-Esoteriker“ oder weiß der Geier.

Am Tag der Legitimierung des Schutzgesetzes — ich spreche vom aktuellen, nicht von dem von 1933 — versammelten sich Zehntausende anti-totalitäre Demonstranten auf den Straßen, viele von ihnen hielten ein Exemplar des Grundgesetzes hoch, das zur selben Zeit nur weniger Meter entfernt vom Parlament außer Kraft gesetzt wurde. Mehrere Tausend Bereitschaftspolizisten marschierten auf, erklärten die Demonstration für „illegal“ — weil viele Demonstranten keine Masken trugen —, verprügelten und verhafteten Hunderte und beschossen den Rest mit Wasserwerfern.

Die deutschen Medien — die total objektiv sind und nicht in geringster Weise mit Goebbels’ Propagandaministerium in der Nazizeit verglichen werden können — hämmerten der deutschen Öffentlichkeit pflichtschuldig ein, dass diese Demonstranten allesamt „Corona-Leugner“, „Rechtsextremisten“, „Verschwörungstheoretiker“, „Impfstoffgegner“, „Neonazis“ und dergleichen waren, sie bekamen also eigentlich nur, was sie verdienten. Außerdem betonte ein Sprecher der Berliner Polizei, die null Komma null Ähnlichkeit mit der Gestapo oder der Stasi oder anderen berüchtigten Schlägertruppen zur Durchsetzung offizieller Ideologien hat, ausdrücklich, dass die Demonstranten mit den Wasserwerfern nur „beregnet“ worden seien — sprich: Der Strahl wurde nicht direkt auf Einzelpersonen gerichtet —, weil es so viele „Corona-Leugner“-Kinder in ihren Reihen gegeben habe.

In den Augen der Regierung, der deutschen Medien, der Intelligenzia und im Grunde genommen jeder Person des öffentlichen Lebens, die ihren Job oder ihre Stellung behalten will, entwickeln sich diese „Corona-Leugner“ zu einem Problem. Sie verbreiten haltlose „Verschwörungstheorien“, stellen eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar und bringen Not und Elend über das deutsche Volk, indem sie Behauptungen aufstellen wie etwa solche, dass die überwiegende Mehrheit der Infizierten nur leichte bis mittelschwere Grippesymptome aufweise, oder sogar häufiger gar keine Symptome, und dass über 99,7 Prozent überleben würden.

Sie laufen nicht wie Alltags-Chirurgen mit Maske durch die Gegend und untergraben so die Bemühungen der Regierung und der Medien, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass diese von einer apokalyptischen Seuche heimgesucht wird. Sie stellen wissenschaftliche Informationen ins Netz. Sie veranstalten die eben erwähnten Proteste und bezweifeln, dass die Regierung das Recht besitzt, einen „gesundheitlichen Notstand“ auszurufen, das Grundgesetz auf unbestimmte Zeit außer Kraft zu setzen und die Gesellschaft per Verordnung und mit Gewalt zu regieren.

Obwohl Regierung und Medien jeden, der nicht brav das offizielle Narrativ von der „Neuen Normalität“ nachplappert, als „gefährlichen neonazistischen Corona-Leugner“ dämonisieren, wächst die Bewegung der „Corona-Zweifler“ nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Ganz offenkundig ist für Deutschland nun die Zeit gekommen, härter gegen diese Gefahr vorzugehen. Die Gesundheit des Vaterla … äh, der Nation, steht auf dem Spiel! Zum Glück ermächtigt dieses „Infektionsschutzgesetz“ die Regierung, eine Art … na, Sie wissen schon, Lösung zu entwerfen und auszuführen.

Es kann doch nicht sein, dass man diesen degenerierten antisozialen Abweichlern erlaubt, die absolute Macht der deutschen Regierung anzuzweifeln, nicht in einer Zeit des nationalen Gesundheitsnotstands! Diese „mit Nazis sympathisierenden Corona-Leugner“ müssen ausgemerzt und bekämpft werden. Keine Gnade!

Ich bin mit den Einzelheiten natürlich nicht vertraut, aber wir sind hier ja in Deutschland, also kann ich mir vorstellen, dass eine Art Sondereinsatzkommando eingerichtet wurde, das sich effizient mit der „Corona-Leugner-Frage“ befasst. Erste Schritte wurden offenbar bereits eingeleitet. Man entzog Alternativen Medien die Plattform — den Leitmedien zufolge handelt es sich um „Querfront-Magazine“. Im April wurde eine bekannte Anwältin des Widerstands gewaltsam in die Psychiatrie eingewiesen. Behörden und Medien versicherten uns, dass dies nichts mit ihrer Widerstandshaltung oder den Klagen zu tun habe, die sie gegen die Regierung erhob; sie wurde nur zufällig völlig paranoid. Schwerbewaffnete Polizisten verhafteten einen YouTuber, obwohl nicht ganz klar ist, weswegen, da die Behörden keine Details veröffentlichen und die Mainstream-Medien nicht darüber berichten.

Im Vorfeld der Demonstration vom 29. August 2020, bei der die Regierung einigen Neonazis de facto die Erlaubnis einräumte, „den Reichstag zu stürmen“, damit die Medien sie filmen und den eigentlichen Protest diskreditieren konnten, ging ein deutscher Politiker so weit, die Deportierung der „Corona-Leugner“ zu fordern … irgendwohin, wohl mit Zügen in den Osten.

Aber mal im Ernst, ich will nicht auf den Deutschen herumhacken. Ich liebe die Deutschen. Ich lebe in Deutschland. Und sie sind beileibe nicht die Einzigen, die den neuen pathologisierten Totalitarismus umsetzen.

Nur ist es Anbetracht ihrer nicht allzu weit zurückliegenden Geschichte ziemlich deprimierend und mehr als nur ein bisschen beängstigend, zuzusehen, wie sich Deutschland wieder in einen totalitären Staat verwandelt, in dem die Polizei die Maskenlosen auf den Straßen jagt und Restaurants, Bars und Wohnungen durchsucht; einen Staat, in dem kleine deutsche Gutbürger im Stechschritt an den Schaufenstern der Yogastudios vorbeimarschieren und prüfen, ob dort womöglich gegen „Regeln des Social Distancing“ verstoßen wird; einen Staat, in dem ich nicht spazieren gehen oder Lebensmittel einkaufen kann, ohne von feindselig starrenden Deutschen umringt zu werden, die mich wutentbrannt beschimpfen, weil ich keine Maske trage und auch im Übrigen nicht hirnlos Befehlen gehorche, und die mich wie Roboter mahnen: „Es ist Pflicht! Es ist Pflicht!“

Ja, mir ist vollkommen bewusst, dass es Pflicht ist. Letzte Zweifel, ob es Pflicht ist, waren spätestens dann beseitigt, als der Berliner Senat diese charmante Anzeige schaltete und mir ein „Fick dich“ entgegenschleuderte, wenn ich ihren „Corona-Befehlen“ nicht gehorchen und meinen Glauben an ihre neue Große Lüge bekennen will.

Doch halt, bevor die Oberliteraten mich mit empörten E-Mails überschwemmen: Nein, ich nenne diese Deutschen nicht „Nazis“. Ich nenne sie Totalitaristen. Wer mit all dem Wissen, über das wir inzwischen verfügen, immer noch so tut, als ob dieses Coronavirus in irgendeiner Weise die immer absurderen „Notstandsmaßnahmen“ rechtfertigt, denen wir unterworfen sind, sorry, aber der ist genau das.

Vielleicht halten die Leute sich selbst nicht dafür … Totalitaristen erkennen das immer erst, wenn es viel zu spät ist.

Totalitarismus funktioniert wie eine Sekte. Er wabert heran, kriecht langsam empor, Lüge um Lüge, Anpassung um Anpassung, Rechtfertigung um Rechtfertigung … bis am Ende ein irrer kleiner narzisstischer Nihilist ganz oben steht und sich aufmacht, die Welt neu zu gestalten. Man kapituliert nicht von einem Tag auf den anderen. Es geschieht im Laufe von Wochen und Monaten. Und unmerklich wird es zur Realität. Man erkennt nicht, dass man Teil davon ist, denn alles, was man sieht, gehört dazu, und alle, die man kennt, sind in ihr enthalten … mit Ausnahme der Anderen. Der „Leugner“. Der „Abweichler“. Der „Ausländer“. Der „Fremden“. Der „Covidioten“. Der „Virusverbreiter“.

Sehen Sie, obwohl sich Narrative und Symbole ändern können, Totalitarismus bleibt Totalitarismus. Es spielt eigentlich keine Rolle, welche Uniform er trägt oder welche Sprache er spricht … es ist und bleibt dieselbe Abscheulichkeit. Er ist ein Götzenbild, ein Simulakrum der Hybris des Menschen, aus dem Lehm des Geistes der Massen von größenwahnsinnigen geistigen Krüppeln geformt, die auslöschen wollen, was sie nicht kontrollieren können. Und sie wollen stets alles kontrollieren. Alles, was sie an ihre Schwäche und ihre Scham erinnert. Sie. Mich. Die Gesellschaft. Die Welt. Lachen. Liebe. Ehre. Glaube. Die Vergangenheit. Die Zukunft. Das Leben. Den Tod. Alles, was ihnen nicht gehorchen will.

Leider hört so etwas, wenn es einmal angefangen hat und das Stadium erreicht hat, in dem wir uns gerade befinden, in den meisten Fällen nicht mehr auf. Nicht, bevor Städte in Ruinen liegen oder Felder mit menschlichen Schädeln übersät sind. Es kann zehn oder zwölf Jahre dauern, bis wir dort sind, aber täuschen Sie sich nicht, darauf steuern wir zu, darauf steuert Totalitarismus immer zu … Und wenn Sie mir nicht glauben, fragen Sie einfach die Deutschen.

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Unsere Kinder: Verraten und verkauft.

Millionen Kinder verbringen ihre prägenden Jahre unter Masken- und Hygienezwang — sie dürften mit schweren Schäden in ihr Leben starten. „Die Kinder schützen vor allen Gefahren ist doch meine verdammte Vaterpflicht“, sang Reinhard Mey. Schutz bräuchte unser Nachwuchs derzeit vor allem vor dem rigiden Corona-Regime an Schulen. Unseren Söhnen und Töchtern wird durch Maskenzwang und Abstandsregeln, durch ständiges Lüften bei Eiseskälte und die Unterdrückung ihrer vitalen Bedürfnisse nach Kontakt und Unbefangenheit schwerer Schaden zugefügt — körperlich wie seelisch. Zudem wird ihr Selbstvertrauen durch die andauernde Suggestion gebrochen, sie seien ein wandelndes Ansteckungsrisiko. „Nebenbei“ werden noch Konformismus und Unterwerfung unter Zwänge trainiert. Welche Generation wächst da heran? Halten wir unsere Kinder für nicht systemrelevant und opfern wir sie deshalb nur allzu bereitwillig auf dem Altar des herrschenden Corona-Narrativs? Wir müssen uns endlich wehren gegen die organisierte Lieblosigkeit, der unsere Kinder ausgesetzt sind.

Ich bin seit Monaten zutiefst entsetzt darüber, wie letztlich allein auf Basis von massenhaften PCR-Testungen sich kollektiv eine ganze Gesellschaft, ganze Nationen, in Spaltung und vor allem Irrationalität führen lassen.

Seit Wochen frage ich mich: Wo ist die sogenannte akademische Elite Europas aus Historie, Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie, die sich erhebt und ruft: Es reicht!
Mit einem totalen „Krieg gegen das Virus“, so Emmanuel Macron, werden — wie in jedem Krieg — tausende oder Millionen „Zivilisten“ — in diesem Fall Gesunde — ihre Existenz verlieren, krank gemacht, letztlich getötet.

Wo sind die vielen Prominenten Europas aus Wissenschaft, Kunst, Literatur, Musik und Film, die gemeinsam an die Öffentlichkeit treten und rufen: Es reicht! Wir fordern ein Ende des nicht nur medialen Covid-19-Totalitarismus!

Vor drei Jahren schrieb der renommierte deutsche und in Wien lebende Historiker Philipp Blom das mahnende Buch: „Was auf dem Spiel steht!“ Mittlerweile steht alles auf dem Spiel: Menschenrechte, sozialer Frieden, Freiheit, Demokratie, Wohlstand, Arbeit, Toleranz, die Volksgesundheit — nicht wegen des Virus, sondern der in hohem Maße Unverhältnismäßigkeit der Maßnahmen wie „Lockdown“ — und schlicht auch die Würde des Menschen.

Für all diese humanen Errungenschaften haben Menschen teils Jahrhunderte gekämpft und viele ihr Leben gelassen. Diese Errungenschaften sind kein Naturgesetz, nicht teilbar, nicht verhandelbar, nicht interpretierbar und auch nicht messbar.

Nicht ohne Grund gab uns der größte Friedensstifter aller Zeiten, Mahatma Gandhi, mahnend mit auf den Weg: Wer das Unrecht schweigend hinnimmt, macht sich mitschuldig!

Zur Erinnerung: Totalitarismus und Faschismus sind geistige Kinder Europas. Zwischen 1914 und 1970 haben in allen Welt- und Bürgerkriegen, in allen totalitären Gesellschaften Europas, sowohl mit rechten als auch mit linken Ideologien, rund 100 Millionen Menschen das Leben gelassen.

Alle totalitären Systeme Europas — Nationalsozialismus, Stalinismus, italienischer Faschismus, Francos Diktatur in Spanien et cetera — sie alle wurden nicht durch die Machthabenden, nicht durch die Führer und Befehlshaber ermöglicht, sondern ausnahmslos und immer wieder durch die tolerierende oder schweigende Mehrheit. Durch die Denunzianten, aber auch durch die Mutlosen und Ängstlichen. Durch die um ihr Hab und Gut Besorgten. Am Ende verloren fast alle dennoch Alles: Hab und Gut, Ehre und Menschenwürde.

Ich schreibe hier nicht als Verschwörer oder Querdenker, sondern in erster Linie als Vater.

Noch am Weltspieltag für Kinder am 29. Mai und zum Weltkindertag am 1. Juni waren die meisten öffentlichen Spieleinrichtungen für Kinder geschlossen, Biergärten und Baumärkte hingegen bereits wochenlang geöffnet.

Eine Gesellschaft, die implizit sagt, Kinder und Jugendliche sind nicht „systemrelevant“, will keine Zukunft!

Seit spätestens Ende März und bis heute ergaben alle internationalen Studien zu SARS-CoV-2 Folgendes: Kinder und Jugendliche spielen für das Infektionsgeschehen keinerlei Rolle, sie infizieren sich selten und wenn überhaupt, werden sie in der Regel gar nicht krank (Swiss Policy Research).

Ein positives PCR-Testergebnis bedeutet nicht automatisch: infiziert! Das müsste mittlerweile jedem Journalisten — auch in Deutschland — bekannt, verständlich und nachvollziehbar sein. Und infiziert mit SARS-CoV-2 heißt nicht automatisch, dass man an Covid-19 erkrankt.

Nicht ohne Grund weist jeder PCR-Test-Hersteller darauf hin: Der Test ist für diagnostische Zwecke nicht geeignet.

Daher sind Maskenzwang und Quarantäne bei Kindern und Jugendlichen, allein auf Basis eines positiven PCR-Tests Misshandlung an Schutzbefohlenen und schlicht ein Menschheitsverbrechen. Denn dafür gibt es bis heute keine einzige evidenzbasierte medizinische und damit auch keine rechtliche Rechtfertigung.

Die Initiative „Eltern stehen auf“ hat bundesweit eine Umfrage unter Schülern zum Maskenzwang an Schulen durchgeführt. Ein erster Zwischenbericht von 2.300 Fragebögen ergibt folgendes verheerendes Bild:

Beispielsweise leiden an Atembeschwerden 44,1 Prozent der befragten Schüler. An Kopfschmerzen 73 Prozent, an Müdigkeit 86,4 Prozent, an Konzentrationsstörungen 65,7 Prozent, an Schwindel 38 Prozent und an Angstzuständen rund 36 Prozent.

Zur Erinnerung: Jahrhunderte waren die Schulen Europas in erster Linie ein Ort religiöser, politischer oder ideologischer Indoktrinierung und ebenso ein Ort der Gewalt. Mich beklemmt seit Monaten das Gefühl, als würde Europa seit März alle negativen Geister der letzten Jahrhunderte sprichwörtlich mit einem Schlag aus der Flasche frei lassen.

Nun ein kleiner Auszug der Zwischenauswertung von 2.300 Fragebögen an vornehmlich deutschen Kindergärten und Schulen im Jahr 2020:

In manchen Krippen und Kindergärten müssen die Eltern ihre Kinder an der Tür abgeben, auch in der sogenannten Eingewöhnungsphase, weil den Erwachsenen das Begleiten verboten ist!

Schulklassen sitzen mit Masken und feuchten Jacken den ganzen Tag in Schulräumen mit geöffnetem Fenster!

Immer wieder kollabieren Schüler wegen des Maskentragens und werden obendrein auch noch mit Denunziation und Ausgrenzung bestraft!

Immer wieder wird jungen Menschen suggeriert, wer keine Maske trägt, sei ein Mörder! Mittlerweile belegen jedoch dutzende Studien, dass das Tragen von Alltagsmasken zur Eindämmung der Virusverbreitung absolut nichts bringt.

Schüler dürfen nur noch nach Zeitplan trinken und zur Toilette gehen, nicht nach Bedürfnis!

In manchen Schulen ist es nach dem Schwimmunterricht nicht mehr erlaubt, sich zu duschen und die Haare zu föhnen!

Immer wieder wird Kindern massiv Angst gemacht, mit dem Argument: Wenn du keine Maske trägst, bist du schuld, wenn Oma und Opa sterben!

Diese Aufzählung ist Wahnsinn, ist Pathologie. Hier werden Gesunde krank gemacht.
Eine Menschenrechtskatastrophe.

Mit welchem Recht — im doppelten Sinn des Wortes — rauben wir einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen schlicht Alles? Beziehung und Freundschaft, Bildung und Ausbildung, Sport und Gesundheit, Freiheit und Selbstwirksamkeit, den Erwerb lebenswichtiger Kompetenzen, schlicht vollständig die Zukunft!

Kürzlich sprach die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, in der 41. Sitzung des Menschenrechtsrates von einer „Menschenrechtskatastrophe“. „Wenn aber die Rechtsstaatlichkeit nicht respektiert wird, droht der Gesundheitsnotstand zu einer Menschenrechtskatastrophe zu werden, deren negative Auswirkungen die der Pandemie selbst längst übertreffen werden“, warnte die UN-Hochkommissarin.

An alle Höchst- und Verfassungsrichter Deutschlands: Beendet sofort alle Covid-19-Maßnahmen für junge Menschen, für Kinder und Jugendliche, beendet die Maskenpflicht und Schulschließungen, beendet die übertriebenen Hygiene- und Abstandsregeln, kommt zu Verstand!

Die junge Astrid Lindgren, Autorin von Pipi Langstrumpf, schrieb in den 1940er Jahren in ihr Tagebuch: „Die Menschheit hat den Verstand verloren.“

Schweden im Jahr 2020. Dieses Land hat bis heute keinen Lockdown durchgeführt, noch eine generelle Maskenpflicht eingeführt. Keine Schulschließungen und vor allem keinen Maskenzwang für Kinder und Jugendliche. In Schweden sind bis heute nicht die von Angela Merkel, Sebastian Kurz, Christian Drosten und Co. prophezeiten hunderttausend Menschen gestorben. Schweden macht die Gesunden nicht krank und misshandelt seine Kinder und Jugendlichen nicht mit Maskenzwang.

Kann es sein, das Covid-19 in vielen Teilen Europas zu einem politischen Virus mutiert ist? Ein kleines, aber möglicherweise klärendes Detail am Rande: Schweden ist bis heute weder in der Eurozone noch Mitglied der NATO. Während sich beispielsweise Deutschland und Österreich im zweiten „Lockdown“ befinden, sind in der angrenzenden Schweiz Schulen, Restaurants, Fitnessstudios, Kinos et cetera geöffnet.

Erstes Urteil zur generellen Quarantänepflicht

Ein portugiesisches Berufungsgericht (Tribunal da Relação de Lisboa) hebt als erstes Gericht Europas mit Urteil vom 11. November 2020 die generelle Quarantänepflicht für positiv Getestete auf. Seine Begründung: Für Gerichte gilt der Grundsatz „in dubio pro reo“. Die PCR-Tests seien unzuverlässig und positiv getestet bedeute weder zwangsläufig ansteckend noch infiziert. Eine medizinische Diagnose, so das Gericht, könne nur ein Arzt stellen (Das Original-Gerichtsurteil ist abrufbar unter: https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesundheit/Berufungsgericht-PCR-Positive-sind-nicht-alle-ansteckend1).

Kann es sein, dass wir lediglich Zeugen eines gigantischen und historisch beispiellosen medizinisch-politischen Macht-Missbrauches sind? Dass hier ein Virus als Sündenbock für etwas Anderes missbraucht wird?

Kinder und Jugendliche sind keine Virusgefahr für die Gesellschaft, auch nicht für die Alten, Kranken und Betagten. Kinder sind und bleiben unsere einzige Zukunft!

Wer das Lachen eines Kindes nicht erträgt, wer die mentale Gesundheit eines Kindes nicht erträgt, wer Kinder zu Masken und Abstandsgeboten zwingt, ist selbst krank. Nicht erkrankt an Covid-19, sondern an Lieblosigkeit, Ignoranz, Hass und Entmenschlichung.

Eines zeigt die Geschichte der Menschheit beeindruckend: Keine Seuche, kein einziges Virus kann so viel Not, Leid, Krankheit, Elend und auch Tod verursachen wie eine mental kranke Gesellschaft, die menschliche Anmaßung und vor allem die Selbstüberschätzung. Davor sollten wir unsere Kinder schützen. Das ist unsere verdammte Pflicht.

Eine Auswahl an internationalen Forschungsergebnissen zu SARS-CoV-2 und Kindern beziehungsweise Jugendlichen:

  • Der isländische Tracing-Pionier Kari Stephanson, CEO von deCODEgenetics, fand keinen einzigen Fall, in dem ein Kind unter zehn Jahren seine Eltern angesteckt hat.
  • Der Direktor der US-CDC (Center for Disease Control and Prevention), Robert Redfield, erklärte, dass die Anzahl der zusätzlichen Selbstmorde und Drogentoten bei Jugendlichen in den letzten Monaten weitaus größer gewesen sei als die Covid-19-Todesfälle.
  • Ebenso laut der US-staatlichen Gesundheitsbehörde CDC starben seit Jahresbeginn 2020 dreimal mehr Kinder bis 14 Jahre an Influenza als an Covid-19 (101 versus 31). Um das einmal in Relation zu setzen: Die USA hat rund 328 Millionen Einwohner und der generelle psychische wie physische Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen ist in den USA seit über 20 Jahren so konstant schlecht wie in keinem anderen westlichen Land. Schon vor Covid-19 und seit Jahren sind in den USA rund 2,5 Millionen Kinder obdachlos.
  • Ein gemeinsamer Bericht von Schweden (ohne Schließung der Grundschulen) und Finnland (mit Schließung der Grundschulen) kam zum Ergebnis, dass sich die Infektionsraten bei Kindern in den beiden Ländern nicht unterschieden. Veröffentlicht wurde dieser gemeinsame staatliche Bericht von Schweden und Finnland über die internationale Presseagentur Reuters, die darüber am 15. Juli 2020 berichtete. Also Wochen bevor in einigen deutschen Bundesländern wie NRW oder Bayern der staatliche Corona-Terror an Schulen eingeführt wurde.
  • Eine britische Studie fand heraus, dass bis zu 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen und circa 6 Prozent der Erwachsenen bereits über kreuzreaktive Antikörper gegen das neue Coronavirus verfügen, die durch den Kontakt mit bisherigen Coronaviren entstanden sind.
  • Nach dem ersten Lockdown hat Sachsen als erstes Bundesland mit dem Regelschulbetrieb begonnen, der von der Dresdner Universität wissenschaftlich begleitet wurde. Studienleiter Reinhard Berner erklärte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen am 13. Juli, dass Kinder in Hinsicht Covid-19, zusammengefasst gesagt, eher als Bremsklötze der Infektion denn als Überträger wirken.
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Arm. Ärmer. Deutschland.

Vor genau zehn Jahren führte der Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales eine öffentliche Anhörung zum Thema Armut im Alter durch. Der Vertreter der Deutschen Rentenversicherung suchte alarmierende Prognosen mit der Feststellung zu beruhigen, Altersarmut sei kein akutes Problem, da weniger als drei Prozent der über 65-Jährigen Grundsicherung im Alter bezögen. Heute erscheint die Lage bedrohlicher – und in naher Zukunft wird sie sich zuspitzen.

Die Bildzeitung brachte am 4. August die Schlagzeile: „Jedem Dritten droht Rente auf Hartz-IV-Niveau“. Sie stützt sich bei der Meldung auf eine parlamentarische Anfrage der AfD. Offensichtlich haben sich hier zwei Helfershelfer des Neoliberalismus zusammengetan, um mit Ängsten der Menschen Geländegewinne zu erzielen – mit Ängsten, die durch neoliberale Politik erzeugt wurden. Die Fakten allerdings sind in der Tat alarmierend: Über zehn Millionen Beschäftigte verdienen weniger als 1991 Euro brutto im Monat. Damit können sie später mit ihrer Rente nicht über die gesetzliche Grundsicherung kommen. Das bedeutet: Bald ist rund ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter arm. Frauen sind fast doppelt so oft betroffen wie Männer.

Für die Betroffenen ist das eine menschliche Tragödie, für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft eine Katastrophe. Natürlich war diese Entwicklung lange abzusehen; unzählige parlamentarische Anfragen und Anträge der Opposition – besonders der Linkspartei, über die die Bildzeitung wohl nicht berichtet hat – ließen den massiven Anstieg der Altersarmut klar erkennen. Heuchlerisch ist also die Überraschung der verantwortlichen Politiker: Die Regierungskoalitionen der letzten 20 Jahre haben diese Lage durch Niedriglöhne, Werkverträge, Teilzeitarbeit, Minijobs, also durch das ganze Instrumentarium der Prekarität, bewusst und gezielt erzeugt und gefördert.

Wenige Tage vor der Meldung über die drohende Zunahme der Altersarmut hätte eine andere Nachricht über eine aktuelle Studie aufrütteln können. 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind – hier muss wieder betont werden: im reichen Deutschland! – nach offiziellen Statistiken arm, mehr als jede/r Fünfte (21,3 Prozent). Von der relativ guten wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre konnten arme Familien – Kinderarmut ist immer Familienarmut – offensichtlich nicht profitieren. Die Studie der Bertelsmann Stiftung fasst zusammen: „Aufwachsen in Armut begrenzt, beschämt und bestimmt das Leben von Kindern und Jugendlichen – heute und mit Blick auf ihre Zukunft. Das hat auch für die Gesellschaft erhebliche negative Folgen.“

Die Feststellung ist richtig, aber auch hier horcht man auf. Hatte die Bertelsmann Stiftung die Agenda-Politik, die Familienarmut sprunghaft ansteigen ließ, nicht maßgeblich entwickelt und beeinflusst? Hat sie nicht ein Konzept vorgelegt, wie die Bundesregierung die in der Bevölkerung unbeliebten Hartz-Gesetze besser verkaufen könnte? Die massive Einflussnahme der Stiftung auf den neoliberalen Umbau ist bekannt und belegt; das lässt zwar ihre Motive für die Armuts-Studie fragwürdig erscheinen, an den Fakten ändert es aber nichts. Studien mit vergleichbaren Ergebnissen werden in schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht; jedes Mal erfolgt ein empörter Aufschrei wegen der offensichtlichen Ungerechtigkeit und der Benachteiligung von Millionen junger Menschen – seit Jahrzehnten ohne politische Konsequenzen. Das zeigt nur, dass auch bei diesem Skandal die Politik nicht „versagt“, wie von Kritikern gern gesagt wird; vielmehr ist die wachsende Ungleichheit ein Essential der neoliberalen Ideologie wie auch der politischen Praxis.

Kinderarmut ist eine Form systematischer staatlicher Kindeswohlgefährdung. Denn selbst in den Kinder- und Jugendberichten, die das zuständige Bundesministerium regelmäßig veröffentlicht, wird die vielfältige Benachteiligung und Gefährdung wissenschaftlich nachgewiesen. Die grundgesetzlich garantierten Rechte stehen für benachteiligte Kinder und Jugendliche nur auf dem Papier, können aber nicht wahrgenommen werden. Ihre Gesundheit ist massiv bedroht, ihre Persönlichkeitsentfaltung gekappt, ihre Lebenserwartung um Jahre geringer als von Kindern in sozial abgesicherten Verhältnissen. Ist das der von Politikern gepriesene soziale Rechtsstaat, der für gerechten Ausgleich und reale Gültigkeit der Grundrechte für alle zu sorgen hätte? Die Fakten lassen Zweifel aufkommen – oder sollte man sagen: Sie strafen die Politik Lügen? Armut in einem reichen Land verletzt auf vielfältige Weise Grundrechte und macht die Gesellschaft krank. Die krasse Ungleichheit lässt Artikel 20 (1) des Grundgesetzes zu einer hohlen Formel verkommen, ohne dass das Bundesverfassungsgericht die Verwirklichung der Grundrechte für alle einfordern würde.

Und bei den Armuts-Studien ist noch gar nicht erfasst, auf welche Weise die Erfahrung der Benachteiligung in der Kindheit das ganze Leben prägt. Es geht dabei nicht nur um wenig Geld, beengte Wohnverhältnisse und Mangel an digitalen Geräten. Es geht auch um die nachhaltigen seelischen Auswirkungen: statt gesundem Selbstbewusstsein Angst und Unsicherheit. Benachteiligung bewirkt ein wachsendes Misstrauen zur Umwelt und zu gesellschaftlich behaupteten Werten wie Gerechtigkeit. Und Armut, Benachteiligung und der Mangel an „sozialem und kulturellem Kapital“ (Bourdieu) werden quasi vererbt. Deshalb müssten nicht nur erhebliche finanzielle Mittel für die menschenwürdige Lebensführung der benachteiligten Familien bereitgestellt werden; ohne radikale Veränderung der Grundlagen der Klassengesellschaft, die Menschen nach Kriterien ihrer Verwertbarkeit beurteilt, werden gewalttätige Desintegration und rechte Mobilmachung in Deutschland weiter zunehmen. Ohne Änderung der Besitz- und Machtverhältnisse bleibt der von verschiedenen Bundesregierungen immer wieder propagierte Kampf gegen Kinder- und Altersarmut eine heuchlerische Ablenkung vom gesellschaftlichen Skandal.

Wen wundert (und wen empört) es noch, wenn eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) belegt, dass das Vermögen in Deutschland viel ungleicher verteilt ist als bisher veröffentlicht? Die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitzt gerade mal 1,4 Prozent des Gesamtvermögens, während ein Prozent der Reichen 35 Prozent besitzt. Auch wenn die augenscheinliche Ungerechtigkeit nicht zu einem Aufschrei oder zu Aufständen führt, ist sie ein Sprengsatz. Denn das Misstrauen in die staatlichen Institutionen, in die Politik der Regierungsparteien hat sich in großen Teilen der Bevölkerung tief festgesetzt.

Armut, Ungleichheit und ihre Folgen sind seit vielen Jahren bekannt. Der neoliberale Kapitalismus und die Machtelite, die ihn durchsetzt, nehmen sie nicht nur billigend zur Kenntnis; sie sind vielmehr für diese Entwicklung verantwortlich. Die Ungleichheit wächst, zerstört Menschen und Gesellschaften. Sie macht krank und asozial – besonders ihre Profiteure. Konzepte, wie die Ungerechtigkeit, wie der Skandal der Armut abgestellt werden könnte, existieren in großer Zahl. Sie werden nicht umgesetzt, weil nicht die Prinzipien des sozialen Rechtsstaates, sondern die Ungleichheit konstituierend ist für dieses System. Lieber baut der Staat Kontrolle und Überwachung massiv aus, militarisiert die innere „Sicherheit“ – und tut ahnungs- und schuldlos, wenn die Menschen das Vertrauen in die staatlichen Instanzen und die Machtelite verlieren. Übrigens: Corona wird die Kluft vertiefen, sowohl zwischen Arm und Reich als auch zwischen Profiteuren und Gegnern des Systems.

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